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if they had not spun themselves into their Talmudic scholarship like a caterpillar until the day of national resurrection, only to take their flight to the sun as a free butterfly alongside the other liberated nations after their spiritual rebirth was complete? Could they have survived for eighteen hundred years, and participated in Christian as well as Mohammedan civilization, would they not have long since disappeared from the earth as a nation, if they had not created a holy ground for themselves everywhere with their own lifeblood, after they had been driven from the holy land of their fathers?
Admittedly, for one who lacks a sense for historical development, one nation more or less will not matter. That great organic creation of Jewish literature, which for three millennia has grown out of the national essence of Judaism with inner necessity, appears to our rationalistic petty minds as a superfluous, rampant vegetation, which today, now that reason has finally broken through even for them, cannot be eradicated quickly enough or radically enough. — These dwarfish epigones of a giant-sized era do not know that their whole appearance is an anachronism. With the forerunners of the French Revolution, in the century of the “Critique of Pure Reason,” rationalism had its justification. Today, after the barriers of dogmatism have long since been broken, we feel much more the need to create from the liberated spirit and, to this end, to commune with the creative spirits of all ages, than to continue the work of a merely negative critique, which for us has no significance at all anymore. — The need for new creations is, however, also felt by those who are incapable of [seeing] the creative element in the revelations of the Jewish spirit
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62 worden, wenn ſie ſich nicht bis zum Tage der nationalen Auferstehung wie eine Raupe in ihre talmudische Gelehrſamkeit eingesponnen hätten, um erst nach vollendeter geistiger Wiedergeburt als freier Schmetterling neben den übngen frei gewordenen Nationen ihren Aufschwung zur Sonne zu nehmen? Hätten ſie ſich achtzehnhundert Jahre lang erhalten, und an der chnftlichen wie mohametanischen Civilisation betheiligen können, wären ſie nicht längst als Nation von der Erde verschwunden, wenn ſie ſich nicht mit ihrem eignen Lebensmark überall einen heiligen Boden geschaffen hätten, nachdem ſie aus dem heiligen Lande der Väter vertneben waren? Freilich, wenn der Sinn für geschichtliche Entwicklung fehlt, dem wird es auf eine Nation mehr oder weniger nicht ankommen. Jene große organische Schöpfung der jüdischen Literatur, die drei Jahrtausende hindurch mit innerer Nothwendigkeit aus dem nationalen Weſen des Judenthums hervorgewachſen ist, erscheint unſem rationalistischen Kleingeistem als eine überflüſſig wuchemde Vegetation, die heute, wo auch bei ihnen endlich der Verstand zum Durchbruch gekommen ist, nicht schnell genug und nicht radikal genug auszurotten ſei. — Dieſe zwerghaften Epigonen einer neſengroßen Zeit wiſſen nicht, daß ihre ganze Erscheinung ein Anachroniſmus ist. Bei den Verläufem der franzöſischen Revolution, im Jahrhundert der „Kntik der reinen Vemunft“, hatte der Rationaliſmus ſeine Berechtigung. Heute, nachdem die Schranken des Dogmatiſmus längst durchbrochen ſind, fühlen wir weit mehr das Bedürfniß, aus dem frei gewordenen Geiste heraus zu schaffen und zu dieſem Ende mit den schöpfenschen Geistem aller Zeiten zu verkehren, als das Werk einer bloß negativen Kntik fortzuſetzen, das für uns gar keine Bedeutung mehr hat. — Das Bedürfniß nach neuen Schöpfungen fühlen allerdings auch Diejenigen, die unfähig ſind, das Schöpfensche in den Offenbarungen des jüdischen Geistes