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Judaism owes its national rebirth after the Babylonian exile and its simultaneous survival in the Diaspora; to it, it later owed its heroic fighters against Greek and Roman national enemies; to it, it finally owed its survival after the fall of the second commonwealth in a nearly two-thousand-year exile. To it, it will also owe its future national rebirth.
For a long time, people rightly resisted writing down the oral development of the Law. Had the Law only been developed orally in the schools, Judaism would never have been exposed to the danger of losing its national-legislative genius. But the oral teaching had to be written down to prevent the even greater danger of it being completely forgotten in the Diaspora. Today, this danger no longer exists. However, we can escape the other danger only if we reawaken within us the spirit of criticism against ossifying formalism, and, against dissolving rationalism, the holy, patriotic spirit that always inspired our lawgivers, prophets, and scribes. We must again occupy ourselves with our national history, so neglected by rationalism, and reawaken in our youth that spirit which is the primordial source from which both our legal scholars and our prophets have drawn their wisdom and inspiration. If we too draw again from this primordial source of Judaism, our Sages will also regain the authority among the Jewish people which they rightly forfeited from the moment they became estranged from the spirit of Judaism and wanted to reform Jewish law for reasons entirely other than patriotic ones. We will then again partake of the holy spirit, which has the power, the Jewish
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55 das Judenthum seine nationale Wiedergeburt nach dem babylonischen Exil und seinen gleichzeitigen Fortbestand in der Zerstreuung; ihr verdankte es später seine heroischen Kämpfer gegen gnechische und römische Nationalfeinde; ihr verdankte es endlich nach dem Untergange des zweiten Reichs seinen Fortbestand in einem fast zweitausendjähngen Exil. Ihr wird es auch seine zukünftige nationale Wiedergeburt verdanken. Mit Recht hatte man sich lange Zeit dagegen gesträubt, die mündliche Fortbildung des Gesetzes niederzuschreiben. Hätte man das Gesetz nur in den Schulen mündlich fortentwickelt, so wäre das Judenthum nie der Gefahr ausgesetzt gewesen, sein national-legislatonsches Genie zu verlieren. Aber man mußte die mündliche Lehre niederschreiben, um der noch größem Gefahr einer gänzlichen Vergessenheit derselben in der Zerstreuung vorzubeugen. Heute ist diese Gefahr nicht mehr vorhanden. Der andere aber entgehen wir nur, wenn wir gegen den erstarrenden Formalismus den Geist der Kntik, gegen den auflösenden Nationalismus den heiligen, patnotischen Geist, der unsre Gesezgeber, Propheten und Schnftgelehrten stets beseelte, wieder in uns erwecken. Wir müssen uns wieder mit unsrer von Seiten des Rationalismus so vemachläßigten Volksgeschichte beschäftigen und in unsrer Jugend jenen Geist wieder erwecken, der die Urquelle ist, aus welcher sowohl unsre Gesezeskundigen wie unsre Propheten ihre Weisheit und Inspiration geschöpft haben. Schöpfen auch wir wieder aus dieser Urquelle des Judenthums, so werden unsre Weisen auch wieder die Autontät im jüdischen Volke gewinnen, deren sie mit Recht verlustig gingen von dem Augenblicke an, wo sie sich dem Geiste des Judenthums entfremdeten und aus ganz andem als patnotischen Gründen das jüdische Gesez reformiren wollten. Wir werden dann wieder des heiligen Geistes theilhaftig, der die Macht hat, das jüdische