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vocation, "to save the lost sheep of the house of Israel." "The healthy, i.e., those learned and diligent in the law, do not need the physician," he said frankly, "but the sick, so that none of the least should be lost"*) — certainly a noble, a high calling!
Jesus knew how to lift up these sinners and tax collectors, these neglected and immoral creatures to himself through word and example, to fill their minds with love for God, "that they might be worthy children of the Father in heaven," to ennoble their hearts through sincerity and holiness, to improve their conduct through the prospect of "entering the kingdom of heaven." That was the greatest miracle he performed. These were the deaf whom he made to hear, the blind whose eyes he opened, the sick whom he healed, the dead whom he awakened to life. The legend, which transformed these moral miracles of his into tangible ones, believed it was glorifying him by doing so, and has only diminished him. A shaper of men stands infinitely higher than a miracle worker. Jesus taught his male and female disciples, above all, the Essene suffering virtues of self-denial, humility, contempt for worldly goods, forbearance, and peaceableness. He set up children as models for them, so that they might become as free from sin as they are and let a rebirth occur in themselves, in order to become members of the approaching Messianic kingdom. He elevated the commandment of neighborly love and forbearance to the point of selflessness. "If someone strikes you on one cheek, offer him the other also, and if someone takes your outer garment, give him your shirt as well."
*) Matthew 9, 12; 10, 5; 15, 24; 18, 11—14; 21, 31 and parallel passages.
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141 Beruf, „die verlorenen Schaaf̃e des Hauſes Jsrael zu retten.“ „Die Geſunden, d. h. die Gefeßkundigen und Gefeßbefliſſenen, brauchen den Arzt nicht,“ ſo äußerte er ſich offenherzig, „ſondem die Kranken, damit feins von den genngsten verloren gehe“*), — gewiß ein edler, ein hoher Beruf! „Jeſus wuste dieſe Sünder und Zöllner, dieſe verwahrlosten und unſittlichen Geschöpfe durch Wort und Beispiel zu ſich zu erheben, ihren Sinn mit Liebe zu Gott zu erfüllen, „daß ſie würdige Kinder des Vaters im Himmel ſeien,“ ihr Herz durch Innigkeit und Heiligkeit zu veredlen, ihren Lebenswandel durch die Ausſicht, „in das Himmelreich einzugehen“ zu beſſem. Das war das größte Wunder, das er vollbracht hat. Das waren die Tauben, die er hören gemacht, die Blinden, denen er die Augen geöffnet, die Kranken, die er geheilt, die Todten, die er zum Leben geweckt hat. Die Sage, welche dieſe ſeine moralischen Wundertaten in handgreifliche umgewandelt hat, glaubte ihn damit zu verherrlichen und hat ihn nur verkleinert. Ein Menschenbildner steht unendlich höher als ein Wunderthäter. Jeſus lehrte vor Allem ſeinen männlichen und weiblichen Jüngem die esſäisch leidenden Tugenden der Selbstverleugnung, der Demuth, der Güterverachtung, der Verträglichkeit und Fnedfertigkeit. Er stellte ihnen Kinder als Muster auf, daß ſie ſo ſündenrein wie dieſe werden und eine Wiedergeburt an ſich eintreten laſſen mögen, um Mitglieder des im Anzuge begnffenen meſſianischen Reiches werden zu können. Das Gebot der Nächstenliebe und der Verträglichkeit steigerte er bis zur Selbstloſigkeit. „So dir Jemand einen Streich auf eine Wange gibt, ſo reiche ihm auch die andere hin, und ſo dir Jemand das Oberkleid nimmt, ſo gieb ihm auch das Hemd“. *) Matthäus 9, 12; 10, 5; 15, 24; 18, 11—14; 21, 31 und Parallelstellen.