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of the soul relates to Him, subjects everything to Him, and with childlike devotion leaves everything to Him. He was imbued with that love of one's neighbor which Judaism also enjoins even toward an enemy. Certainly, no curse against his enemies escaped him, and his exaggerating admirers likely did him an injustice when they had him utter curses or put unloving words against his own mother into his mouth. He may have achieved the ideal in the passive virtues, which Judaism, even Pharisaic Judaism, sets forth: “Count yourself among the oppressed and not among the oppressors, hear insult and do not answer it, do everything out of love for God and rejoice in suffering.”*)
His entire disposition, which abhorred violence, worldly aspirations, and party strife, must have drawn Jesus to the Essenes, who led a contemplative life, alien to the world and its vanity. Thus, when John the Baptist, or more correctly the Essene, invited [people] to baptism in the Jordan and to the furtherance of the Kingdom of Heaven, Jesus went to him and was baptized by him. The embellishing legend relates: The heavens opened during this act, and the Holy Spirit descended upon him in the form of a dove and announced his calling to him. Although it cannot be proven whether Jesus was formally admitted into the Essene order, much of his life and work can only be explained by the assumption that he had adopted Essene doctrines. Like the Essenes, Jesus held voluntary poverty in high esteem and despised wealth, Mammon. . . . The community of goods, which was a peculiarity of the Essenes, Jesus must also have not merely
*) Shabbat 88b; Yoma 23a; Gittin 36b. The source has the character of an old Baraita.
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137 der Seele auf Ihn bezieht, Ihm Alles unterwirft und mit findlicher Hingebung Alles ihm anheimstellt. Er war durchdrungen von jener Nächstenliebe, welche das Judenthum auch gegen den Feind einschärft. Gewiß ist ihm kein Fluch gegen ſeine Feinde entfahren, und ſeine übertreibenden Verehrer thaten ihm wohl Unrecht, wenn ſie ihn Flüche ausstoßen laſſen oder ihm lieblose Worte gegen ſeine eigene Mutter in den Mund legen. Er mag in den leidenden Tugenden das Ideal erreicht haben, welches das Judenthum, ſelbst das phanſäische Judenthum, aufstellt: „Zähle dich zu den Unterdrückten und nicht zu den Unterdrückem, höre Schmähung an und erwidere ſie nicht, thue Alles aus Liebe zu Gott und freue dich der Leiden.“*) „Seine ganze Gemüthsnchtung, welche Gewaltthätigkeit, weltliche Bestrebungen und Parteischader verabscheute, mußte Jeſus zu den Eſssäem hinziehen, die ein beschauliches Leben führten; der Welt und ihrer Eitelkeit fremd waren. Als daher Johannes der Täufer oder nchtiger der Eſssäer, zur Taufe in den Jordan, und zur Förderung des himmelreiches einlud, begab ſich Jeſus zu ihm und wurde von ihm getauft. Die ausschmückende Sage erzählt: Der Himmel habe ſich bei dieſem Akte geöffnet, und der heilige Geist habe ſich auf ihn in der Gestalt einer Taube niedergelaſſen und ihm ſeinen Beruf verkündet. Wiewohl es ſich nicht nachweiſen läßt, ob Jeſus in den Eſssäerorden förmlich aufgenommen wurde, ſo läßt ſich Vieles aus ſeinem Leben und Wirken nur durch die Annahme erklären, daß er ſich eſßäische Lehrſäße angeeignet hat. Wie die Eſssäer stellte Jeſus die freiwilige Armuth hoch und verachtete den Reichthum, den Mammon. . . . Die Gütergemeinschaft, welche eine Eigenthümlichkeit der Eſssäer war, muß Jeſus ebenfalls nicht blos *) Sabbad 88 b; Joma 23 a; Gittin 36 b. Die Quelle hat den Charakter einer alten Boraitha.