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15 lects are used by both the Nubians in southern Egypt and the Abyssinians. The Jews themselves today speak all the languages of the world, just not their own. The Negroes of North America speak exclusively English, those of South America only Spanish; how great, however, would be the error to infer race from their dialect!
Although language, as well as other cultural assets, retains a subordinate, in a way historical, value, since it can, when anthropological factors have previously pointed us in that direction, significantly facilitate our recognition of many racial and ethnic shifts, it may therefore never, ever be used without such indicators as a starting point for a racial classification. With full justification, an Indo-Germanic race assumed from mere linguistic affinity is therefore today described as scientific nonsense. It is, after all, well known that there are more similarities between Northern Aryans and Finns on the one hand, and between Southern Aryans and Semites on the other, than, for instance, between Norwegians and Sicilians. *
- Incidentally, we are convinced that even the study of so-called linguistic affinity itself, once this problem is thoroughly worked on by experts in an original manner uninfluenced by tradition, will not yield the hitherto seemingly unambiguous results.
From recent publications by Wirth (Polit.-anthrop. Revue, 1907; Kafische Zusammenhänge [Caucasian Connections]) it emerges that in the most ancient times historically accessible to us, a group of people may have been settled between the Caucasian and Tibetan highlands, which already in these earliest times would have sent its colonies and its culture in all directions to the most distant regions, especially towards Europe, the residues of which are still preserved in old geographical designations and ethnic names. That on such traffic routes indirect linguistic connections can also arise merely per contiguitatem even between the most unrelated peoples is a fact noticeable in all phases of history.
If this hypothesis could claim some probability for itself — and some of Wirth's arguments cannot be dismissed out of hand — it would provide a means to explain to us the linguistic connections of the peoples living south of this group, including the Indians, and the Slavo-Germanic and Southern European peoples living north and west of it.
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15 lekte sowohl die Nubier im südlichen Ägypten als die Abes- synier. Die Juden selbst sprechen heute alle Sprachen der Welt, nur nicht ihre eigene. Die Neger Nordamenkas reden durch- wegs nur englisch, die Südamenkas nur spanisch; wie groß aber wäre der Fehler, aus ihrer Mundart auf die Rasse zu schließen! Wenn auch die Sprache, sowie andere Kulturgüter einen untergeordneten, gewissermaßen histonschen Wert behalten, da sie uns, wenn anthropologische Momente uns zuvor darauf hin- leiteten, die Erkennung mancher Rassen- und Volksverschiebun- gen wesentlich erleichtem, so dürfen sie demnach doch ohne solche Hinweise nie und nimmermehr als Ausgangspunkt für eine Rasseneinteilung benutzt werden. Mit vollem Recht wird daher heute eine aus der bloßen Sprachverwandtschaft ange- nommene indogermanische Rasse als ein wissenschaftlicher Non- sens bezeichnet. Ist es doch bekannt, daß zwischen Nordanem und Finnen einerseits und zwischen Südanem und Semiten andererseits mehr Ähnlichkeiten bestehen, als etwa zwischen Nor- wegem und Sizilianem. * * Übngens sind wir überzeugt, daß auch das Studium der sogenannten Sprachenverwandtschaft selbst, wenn erst dieses Problem von Sachverstän- digen gründlich in onginaler von der Tradition nicht beeinflußter Weise bearbeitet werden wird, nicht die bishengen eindeutig scheinenden Resul- tate ergeben wird. Aus neueren Publikationen von Wirth (Polit.-anthrop. Revue, 1907; Kafische Zusammenhänge geht hervor, daß in den allerältesten uns histo- nsch zugänglichen Zeiten zwischen dem kaukasischen und tibetanischen Hochland eine Völkergruppe seßhaft gewesen sein dürfte, die bereits in diesen frühesten Zeiten in alle Windnchtungen bis in die femsten Ge- genden, namentlich nach Europa hin, ihre Kolonien und ihre Kultur ent- sendet hätte, deren Residuen noch in alten geographischen Bezeichnungen und Völkemamen erhalten seien. Daß auf solchen Verkehrswegen auch indirekte sprachliche Zusammenhänge bloß per contiguitatem selbst zwi- schen den unverwandtesten Völkem entstehen können, ist eine in allen Phasen der Geschichte bemerkbare Tatsache. Wenn diese Hypothese einige Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen könnte — und manche von den Wirthschen Argumenten sind nicht ohne weiters von der Hand zu weisen —, so wäre dadurch ein Mittel gegeben, uns die linguistischen Zusammenhänge der südlich von dieser Gruppe wohn- haften Völker einschließlich der Inder und der nördlich und westlich von ihr wohnhaften slawo-germanischen und südeuropäischen Völker zu er-