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12 ples and races, to other cultural forms. If one compares intellectuality with intellectuality, morality with morality, one is accustomed in sociological jargon to speak of "Aryan" and "non-Aryan." That says it all! For the juxtaposition of these two words seems to contain a world of implications. In the name of this belief, pyres have been erected for thousands of unfortunates who bore the guilt of being born outside the Aryans and therefore against them.
"If one examines this dogma, for so long indisputable and undisputed in its most essential foundation, more closely, one recognizes that it is merely an illusion; with the appearance of impartial criticism, it vanishes. And with that, the whole phraseology collapses, the consequences of which are so sad for the peace and rational development of the human race.
"Doubtless a century will pass before the views that arose under the influence of thoughtless scholars disappear again. Until then, deceived humanity will not tire of speaking of this discovery as of an entity possessing real life.
"Today, out of a thousand educated Europeans, nine hundred and ninety-nine are convinced of the authenticity of their Aryan descent. In the history of human errors, this doctrine will undoubtedly one day occupy a place of honor and serve as decisive proof that professional scholars can be deceived just as easily as laymen."
How, then, did this belief in the Aryan racial character arise? When Fr. Schlegel first (1808) discovered numerous similarities in the languages spoken in India and Germania, he proposed giving them the name Indo-Germanic languages, and among the linguistic discoveries of the past century, the clarification of the great Indo-European language kinship inaugurated by Schlegel's discovery was indeed the most momentous. In the enthusiasm over the found treasure, a bright light was suddenly seen to be shed over the kinship of the races and the primeval history
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12 kem und Raſſen, zu anderen Kulturformen eigen sind. Ver- gleicht man Geistigkeit mit Geistigkeit, Moral mit Moral, ſo pflegt man im ſoziologischen Jargon von „ansch“ und „anansch“ zu reden. Damit ist dann alles geſagt! Denn die Gegenüber- stellung dieſer beiden Worte scheint eine Welt von Unter- begnffen in ſich zu schließen. Im Namen dieſes Glaubens hat man Scheiterhaufen ernchtet für Tauſende von Unglücklichen, die die Schuld auf ſich geladen, außerhalb der Aner und mithin gegen ſie zur Welt zu kommen. „Tntt man dieſem ſeiner weſentlichsten Grundlage nach ſo lange Zeit unbestreitbaren und unbestnttenen Dogma näher, ſo erkennt man, daß es ſich nur um ein Trugbild handelt; bei dem Auftreten unparteiischer Kntik verschwindet es. Und damit bncht die ganze Phraſeologie zuſammen, deren Folgen ſo trau- nge ſind für den Fneden und die rationelle Entwicklung des Menschengeschlechtes. „Ohne Zweifel wird ein Jahrhundert darüber hinweggehen, bis die unter dem Einfluſſe unbedachter Gelehrter entstandenen Anschauungen wieder verschwinden. Bis dahin wird die ge- täuschte Menschheit nicht müde werden, von dieſer Entdeckung zu reden wie von einer wirkliches Leben beſitzenden Weſenheit. „Heute ſind von tauſend gebildeten Euro- päem neunhundertneunundneunzig von der Authentizität ihrer anschen Abkunft über- zeugt. In der Geschichte der menschlichen Irrthümer wird dieſe Lehre unzweifelhaft eines Tages einen Ehrenplatz ein- nehmen und als entscheidender Beweis dafür dienen, daß Be- rufßgelehrte ſich ebenſo leicht täuschen laſſen wie Laien.“ Wie entstand nun dieſer Glaube an das ansche Raſſentum? Als Fr. Schlegel zuerst (1808) zahlreiche Ähnlichkeiten an den in Indien und Germanien gesprochenen Sprachen entdeckte, schlug er vor, ihnen den Namen indogermanische Sprachen zu geben, und unter den sprachwiſſenschaftlichen Entdeckungen des verfloſſenen Jahrhunderts war die mit Schlegels Entdeckung inaugunrte Klarlegung der großen indoeuropäischen Sprach- verwandtschaft in der Tat die folgenschwerste. In der Begei- sterung über den gefundenen Schatz ſah man plötzlich helles Licht über die Verwandtschaft der Raſſen und die Urgeschichte