
Page 543 • Click to zoom
Page 543 of 568
491 ern Jews will therefore probably find themselves in several generations where the western ones are now.*
When the Jews of the Diaspora are not doing poorly, the ensuing assimilation leads them out of Judaism via baptism and mixed marriage.
To preserve the Jews for Judaism, there would therefore be only two means: external pressure or the abolition of the Diaspora.
A healthy continued existence of the Jewish race would only be possible if it were successful in consolidating it again into a territorially contiguous, large, unified, homogeneous mass. But if all repatriation attempts** continue to promise as little success as they have so far, Judaism may perhaps continue to exist somewhere as an intellectual movement, but the Jewish people as a racial body today appears, due to the dispersion among racially alien peoples, in our epoch of the diminished authority of every religion for state and social life, with good material conditions, destined for ani-
- In recent years, the Russian govern- ment has repeatedly planned the abolition of the Pale of Settlement. The granting of equal rights to the Jews will also eventually prevail, despite all hesita- tion. This step is likely to bring about an immense material up- swing for the state and for the entire population. Primarily, however, the Jews themselves will participate in these better conditions. With the improvement of the material situation, one constitutive element of the ghetto milieu would disappear; even more important, however, would be the disappearance of the second element, living together in a large, closed mass. If it becomes possible for the Russian Jews to spread out evenly over the entire vast Russian empire, their population density will no longer be greater than in Western Europe. Thus, for the Jews of the East, the same laws of development would become valid that are currently exerting their devastating force in the West. ** In addition to Zionism, these also include Baron Hirsch's Argentina project, the English government's Uganda project, and the Ito's Mesopotamia project.
This supposition, presented in the first edition, seems, by the way, to be shaken at present by a very important fact:
Show Original German Text
491 lichen Juden werden demzufolge nach mehreren Generationen wahrscheinlich dort befinden, wo die westlichen jetzt sind.* Wenn es den Juden der Diaspora nicht schlecht geht, führt sie die dann eintretende Assimilation über Taufe und Mischehe aus dem Judentum hinaus. Um die Juden dem Judentum zu erhalten, gäbe es daher nur zwei Mittel: äußeren Druck oder die Aufhebung der Diaspora. Eine gesunde Weiterexistenz der jüdischen Rasse wäre nur möglich, wenn es gelänge, sie wieder zu einer terntonal ge- schlossenen, großen, einheitlichen homogenen Masse zu konso- lidieren. Wenn aber weiter alle Repatnierungsversuche** so wenig Erfolg versprechen wie bisher, wird das Judentum viel- leicht als Geistesnchtung irgendwo weiter gefnstet werden, die Judenheit als Rassenkörper aber erscheint heute infolge der Dispersion unter rassenfremde Völker, in unserer Epoche der vernngerten Maßgeblichkeit jeder Religion für das staatliche und soziale Leben, bei guten matenellen Verhältnissen der a n i- * In den letzten Jahren wurde wiederholt von der russischen Regie- rung die Aufhebung des Ansiedlungsrayons geplant. Die Erteilung der Gleichberechtigung an die Juden wird sich auch schließlich trotz allen Zögems durchsetzen. Dieser Schntt dürfte einen nesigen matenellen Auf- schwung für den Staat und für die Gesamtbevölkerung nach sich ziehen. In erster Linie werden jedoch an diesen besseren Verhältnissen die Juden selbst partizipieren. Mit der Bessergestaltung der matenellen Lage würde das eine konstituierende Moment des Ghetto-Milieus schwinden; noch wichtiger wäre aber das Schwinden des zweiten Momentes, des Beisammen- wohnens in großer, geschlossener Masse. Wird es den russischen Juden möglich, sich gleichmäßig über das ganze ungeheure russische Reich aus- zubreiten, so wird ihre Bevölkerungsdichte nicht mehr größer sein als in Westeuropa. Damit würden für die Juden des Ostens dieselben Entwick- lungsgesetze Geltung bekommen, die im Westen ihre verheerende Kraft gegenwärtig ausüben. ** Als solche zählen noch neben dem Zionismus das Argentinien-Projekt des Baron Hirsch, das Uganda-Projekt der englischen Regierung und das Mesopotamien-Projekt der Ito. Diese in der ersten Auflage vertretene Supposition scheint übngens gegenwärtig durch eine sehr wichtige Thatsache ins Wanken zu geraten: