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490 The numbers in this schema from the year 1911, compared with those of the preceding statistics from the year 1904, show better than any detailed explanation the progression of the decisive developments currently taking place. Furthermore, it should be explicitly pointed out that in the first stratum, marital fertility is still very high, whereas in the 3rd and even more so in the 4th stratum, the two- child system is the rule and childlessness is frequent.
One can also very well imagine the four strata as four successive generations, although sometimes the path from Orthodoxy to baptism may be covered in just two to three generations. Four to five generations separate us today from approximately the Mendelssohnian era. Of all the Jews who lived in Berlin at that time, hardly any have Jewish descendants today; all have fallen to Christianity. On the other hand, the rich Jews of Berlin, whom we classified in the fourth stratum and of whose children certainly a large part is already baptized in the cradle or will yet be baptized, are the descendants of Jews who, two to three generations ago, immigrated to Berlin as staunchly pious Jews from small towns in the eastern Prussian provinces or from beyond the Vistula. Anyone familiar with the circumstances of Jews in large European cities can almost tangibly grasp this transformation from generation to generation. The precondition for the beginning of this transformation is, of course, that the Jews have the opportunity to acquire European culture. Where Jews are prevented from doing so by political pressure, a hostile attitude of the non-Jewish po- pulation, and economic misery, e.g., in Morocco, Russia, and Galicia, they remain, as in the Middle Ages, at the traditional low level of edu- cation and in national and religious seclusion.
The more developed country always shows the less developed only the image of its own future. — Physicists observe natural processes where they appear in their most pronounced form and are least clouded by disruptive influences. The east-
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490 Die Zahlen dieses Schemas aus dem Jahre 1911, verglichen mit denen der vorausgehenden Statistik aus dem Jahre 1904, zeigen besser wie jede ausführliche Darlegung die Progredienz der gegenwärtig sich abspielenden entscheidenden Entwick- lungen. Ausdrücklich hingewiesen sei außerdem noch darauf, daß in der ersten Schicht die eheliche Fruchtbarkeit noch sehr groß, in der 3. und mehr noch in der 4. Schicht das Zwei- kindersystem die Regel und Ehelosigkeit häufig ist. Man kann sich die vier Schichten auch sehr gut als vier aufeinanderfolgende Generationen vorstellen, obwohl mitunter der Weg vom Orthodoxismus zur Taufe auch schon in zwei bis drei Generationen zurückgelegt werden mag. Vier bis fünf Generationen trennen uns heute etwa von der Mendelssohnschen Zeit. Von all den Juden, die damals in Berlin lebten, hat heute kaum einer jüdische Nachkommen; alle sind dem Chnstentum zugefallen. Anderseits sind die reichen Juden Berlins, die wir in die vierte Schicht einreihten und von deren Kindem sicherlich ein großer Teil schon in der Wiege getauft ist oder noch ge- tauft werden wird, die Nachkommen von Juden, welche vor zwei bis drei Generationen als stockfromme Juden aus kleinen Städten der preußischen Ostprovinzen oder von jenseits der Weichsel nach Berlin einwanderten. Wer mit den Verhältnissen der Juden in europäischen Großstädten vertraut ist, kann diese Umwandlung von Generation zu Generation förmlich mit Händen greifen. Bedingung für den Beginn dieser Umwand- lung ist freilich, daß die Juden die Möglichkeit haben, sich die europäische Kultur anzueignen. Wo die Juden hieran durch politischen Druck, feindselige Haltung der nichtjüdischen Be- völkerung und wirtschaftliche Misere gehindert werden, z. B. in Marokko, Rußland und Galizien, bleiben sie wie im Mittel- alter noch heute auf dem überkommenen niedngen Bil- dungsniveau und in nationaler und religiöser Abgeschlos- senheit. Das entwickeltere Land zeigt stets dem minder entwickelten nur das Bild der eigenen Zukunft. — Die Physiker beobachten Naturprozesse dort, wo sie in der prägnantesten Form und von störenden Einflüssen am mindesten getrübt erscheinen. Die öst-