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473 of the Jewish religion. This shows that the much-vaunted tenacious adherence of the Jews to their religion is based only on the anxious avoidance of all moments that could shake their religious faith. And what is true of the influence of a better education is also true of being placed in freer political and economic circumstances, as can be seen in the Jews who emigrated to England and America.* We also see this in the immediate present in Turkey. Since the introduction of the constitution, the assi- milation of the hitherto thoroughly conservative Spaniolen is making furious progress. In the Spaniolen quarters of Con- stantinople, Saloniki, Smyrna, where until now a certain Hebrew-national culture was rooted, an enthusiastic Ottomanization has begun. In the enclaves of Eastern European Jewry in London, New York, in Argentina and in the Trans- vaal, adherence to Orthodoxy does not even survive one generation. In Romania, although the ghetto milieu is still present in all other respects, religiosity is already on the wane today. In the presence of freer views, and even more so in the presence of freer conditions, a cultural assimilation and thus also a dissolution of the old, preserving milieu always begins quite automatically.**
- Maria Theresia is said to have once posed the question to her Kaunitz of how she could most easily win the Jews over to Christianity. "Majesty," he replied, "if you ennoble them." ** Heine wrote in 1840 about the then still newly emancipated French Jews: "Truly we would sooner praise than blame the Jews of Paris if they showed such great zeal for their unfortunate co-religionists in Damascus, as certain papers report, and spared no monetary sacrifice for the vindication of their slandered religion. But this is not the case. The Jews in France have been emanci- pated for too long for the tribal bonds not to have become very loose; they have almost completely disappeared or, rather, been absorbed into the French nationality; they are just as much Frenchmen as the others and thus also have fits of enthusiasm that last 24 hours and, if the sun is hot, even three days! — And that applies to the better ones. Many among them still practice the Jewish ceremonial service,
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473 der jüdischen Religion zu befreien. Es zeigt sich hienn, daß die vielgerühmte zähe Anhänglichkeit der Juden an die Religion nur in dem ängstlichen Femhalten aller Momente, welche den religiösen Glauben erschüttem könnten, ihren Grund hat. Und was von dem Einfluß eines besseren Unternchtes gilt, gilt auch von der Versetzung in freiere politische und wirthschaftliche Verhältnisse, wie an den nach England und Amenka aus- gewanderten Juden zu sehen ist.* Wir sehen dies auch in der unmittelbaren Gegenwart in der Türkei. Seit Einführung der Konstitution macht die Assi- milation der bisher durch und durch konservativen Spaniolen rasende Fortschntte. In den Spagniolenquartieren von Kon- stantinopel, Saloniki, Smyma, in denen bisher noch eine ge- wisse hebräisch-nationale Kultur wurzelte, hat eine begeisterte Ottomanisierung begonnen. In den Exdaven der osteuropäischen Judenheit in London, New-York, in Argentinien und im Trans- vaal überdauert das Festhalten an der Orthodoxie nicht einmal eine Generation. In Rumänien ist, obwohl das Ghetto-Milieu in allem übngen noch vorhanden ist, die Religiosität heute schon im Schwinden begnffen. Beim Vorhandensein freierer Anschauungen, und noch mehr beim Vorhandensein freierer Verhältnisse beginnt stets ganz automatisch eine kulturelle Assimilation und damit auch eine Dissolution des konservieren- den alten Milieus.** In Wien hat die jüdische Fnedhofsverwal- * Mana Theresia soll einmal ihrem Kaunitz die Frage vorgelegt haben, wie sie am leichtesten die Juden für das Chnstentum gewinnen könnte. „Majestät“, erwiderte dieser, „wenn Ihr sie adelt.“ ** Heine schneb 1840 über die damals noch jungemanzipierten fran- zösischen Juden: „Wahrlich wir würden die Juden von Pans eher loben als tadeln, wenn sie für ihre unglücklichen Glaubensbrüder in Damaskus einen so großen Eifer, wie gewisse Blätter melden, an den Tag legten und zur Ehrenrettung ihrer verleumdeten Religion kein Geldopfer scheuten. Aber es ist nicht der Fall. Die Juden in Frankreich sind schon zu lange eman- zipiert, als daß die Stammesbande nicht sehr gelockert wären, sie sind fast ganz untergegangen oder besser gesagt aufgegangen in der französischen Nationalität; sie sind gerade ebensolche Franzosen wie die anderen und haben also auch Anwandlungen von Enthusiasmus, die 24 Stunden und, wenn die Sonne heiß ist, sogar drei Tage dauem! — Und das gilt von den Besseren. Viele unter ihnen üben noch den jüdischen Zeremonialdienst,