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474 tion would have to request that Hebrew words also be added to the epitaphs, so that the cemetery’s character as a Jewish one be preserved. Centuries before, the same was true for the Jewish cemetery in Amsterdam, and thousands of years before, for the one in Rome. It is characteristic of the famously very large Jewish community of ancient Rome that only one of all its synagogues was still reserved for those who still spoke Hebrew.
In earlier historical periods, cultural assi- milation was only possible in spatially self-contained areas, in individ- ual countries. Today, however, our culture has become a world culture and permeates all countries and continents.
Previously, in our countries, Jewish education and anti-Semitism made apostasy appear as a betrayal of character. However, even the most excellent Jewish education under the current circumstances could today only yield Jew- ish knowledge, but not a substitute for the old Jew- ish milieu with its preservative effects. Therefore, it seems unavoidable that Judaism—in the event of good external circumstances—will seep into the soil of its host peoples.
The most fertile ground for the baptism of Jews is offered by the large cities, and for a variety of reasons. Firstly, modern, anti-dogmatic intellectual life, dominated by rationalist ideas, and the participation of Jews in it, are most active in them. Secondly, in the large cities, the control of the Jewish community over its members and the corporate spirit are loosened due to the large number of members. This circumstance is of the greatest importance, since the migration of rural Jews into the large cities is constantly increasing, and due to the spec- ial social structure, this trend must constantly increase.
Numerical evidence on baptisms has been available from Berlin for many years. Whereas here in the years 1881 the external rituals mechanically, without knowing why and out of old ha- bit: no trace of inner faith. Among the French Jews as among the other French, gold is the god of the day and industry is the ruling religion.
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474 tung darum ersuchen müssen, den Grabschnften auch hebräische Worte beizufügen, damit dem Fnedhofe sein Charak- ter als ein jüdischer gewahrt bleibe. Jahrhunderte vorher galt das Gleiche für den jüdischen Fnedhof in Amsterdam, und Jahrtausende vorher für den in Rom. Bezeichnend für die be- kanntlich sehr zahlreiche Judengemeinde des alten Rom ist die Tatsache, daß nur mehr eine einzige von allen Synagogen für die noch hebräisch Redenden reserviert war. In früheren Geschichtspenoden war eine kulturelle Assi- milation nur in räumlich abgeschlossenen Gebieten, in einzel- nen Ländem möglich. Heute aber ist unsere Kultur eine Welt- kultur geworden und durchdnngt alle Länder und Erdteile. Bisher ließen in unseren Ländem jüdische Erziehung und Antisemitismus den Abfall als etwas Charakterwidnges erschei- nen. Selbst eine noch so ausgezeichnete jüdische Erziehung könnte aber unter den bestehenden Verhältnissen heute nur jüdi- sches Wissen ergeben, aber nicht einen Ersatz des alten jüdi- schen Milieus mit seinen konservierenden Wirkungen. Deshalb scheint es unausweichlich, daß das Judentum — für den Fall guter äußerer Verhältnisse — in dem Erdreich seiner Wirts- völker versickere. Den günstigsten Boden für die Judentaufen bieten die großen Städte dar, und zwar aus vielerlei Gründen. Erstens ist in ihnen das modeme, von rationalistischen Ideen beherrschte, antidogmatische Geistesleben und die Anteilnahme der Juden an demselben am regsten. Sodann ist in den Großstädten die Kontrolle der jüdischen Gemeinschaft über ihre Mitglieder und der Korpsgeist infolge der großen Zahl der Mitglieder gelockert. Es kommt diesem Umstand, da die Abwanderung der Land- juden in die Großstadt stets zunimmt, und infolge der beson- deren sozialen Struktur diese Progradient sich noch ständig steigem muß, die größte Bedeutung zu. Zahlenmäßige Nachweise über die Taufen liegen seit vie- len Jahren aus Berlin vor. Während hier in den Jahren 1881 den äußeren Kultus mechanisch, ohne zu wissen warum und aus alter Ge- wohnheit: von innerem Glauben keine Spur. Bei den französischen Juden wie bei den übngen Franzosen ist das Gold der Gott des Tages und die Industne ist die herrschende Religion.