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443 where the main mass of the Jews resides here, those living in the smaller towns and communities in those regions where an industry has not arisen, have undoubtedly been declassed. Immeasurably large is the number of those who have been shipwrecked and, through the vicissitudes of modern economic life, were forced to change their profession and then painstakingly seek a commercial position in the big city as agents, salesmen, local representatives, traveling salesmen, and whatever all these precarious professions are called. Of the small and medium-sized merchants in the big city itself, a good third are existences that must always employ all possible equilibristics to balance themselves over the very next end-of-the-month settlement. The relatively very small number of those who, for example, in wealthy Vienna are able to pay the lowest religious community tax, the concurring reports from all communities and charitable institutions, which all state a great rise in the numbers of those in need of support, show that even in Austria outside of Galicia not everything is in the most brilliant order.*
- Where relevant statistics are available, the beginning of a deterioration can already be numerically grasped through slight shifts in the large numbers. For Hungary, where with certainty the same process is taking place, such data are unfortunately lacking. For Moravia, however, which is considered one of the richest lands of the monarchy and whose Jews also belong to the best-off in Austria, we take the following from a statistical report on the conditions there:
The legal restrictions to which the Jews were formerly exposed were replaced in more recent times by other conditions, which made the conditions of existence for the Jews more difficult and in part even undermined them. Because the Czech population, among whom the Moravian Jews mainly lived, rose to an ever higher cultural and economic level in the last decades of the 19th century, in particular gaining the opportunity to educate themselves through the founding of secondary and vocational schools, especially commercial and trade schools in the provincial towns, many Czechs turned to commerce and trade and settled as merchants or tradesmen in places where trade had hitherto been exclusively in the hands of the Jews. Due to the simultaneously aspiring national element among the Czechs, the Czech merchants and tradesmen were now preferred to the Jews by the population, which
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443 wo hier die Hauptmaſſe der Juden ſitzt, ſind die in den kleineren Städten und Gemeinden Wohnhaften in denjenigen Gegenden, wo nicht eine Industne entstanden ist, zweifellos deklassiert worden. Unüberblickbar groß ist die Zahl derjenigen, welche Schiffbruch gelitten haben und durch die Wechselfälle des modemen Wirtschaftslebens gezwungen wurden, ihren Be- ruf zu wechseln und dann mühſam in der Großstadt eine kauf- männische Anstellung als Agenten, Verkäufer, Platzvertreter, Reisende und wie alle dieſe Luftberufe heißen, zu ſuchen. Von den kleinen und mittleren Kaufleuten in der Großstadt ſelbst ſind gut ein Dnttel Existenzen, die immer alle mögliche Equi- libnstik aufbieten müſſen, um ſich über den gerade nächsten Ultimo hinüberbalancieren zu können. Die relativ ſehr gennge Zahl derjenigen, welche z. B. in dem reichen Wien imstande ſind, die niedngste Kultussteuer zu zahlen, die übereinstim- menden Benchte von sämtlichen Gemeinden und Wohltätigkeits- anstalten, die alle ein großes Aufsteigen der Ziffem der Unter- stützungsbedürftigen konstatieren, zeigen, daß auch in dem Österreich außerhalb Galiziens nicht alles aufs glänzendste be- stellt ist.* * Wo diesbezügliche Statistiken da sind, läßt ſich der Beginn einer Verschlechterung auch bereits durch leise Verschiebungen in den großen Zahlen auch schon ziffemmäßig erfaſſen. Für Ungam, wo mit Bestimmt- heit der gleiche Prozeß stattfindet, fehlen ſolche Daten leider. Für Mähren aber, das als eines der reichsten Länder der Monarchie gilt und deſſen Juden auch zu den bestgestelltesten Österreichs gehören, entnehmen wir einem statistischen Benchte über die dortigen Verhältniſſe folgendes: Die geſetzlichen Beschränkungen, denen die Juden früher ausgesetzt waren, wurden in neuerer Zeit abgelöst durch andere Verhältniſſe, welche den Juden die Existenzbedingungen erschwerten und zum Teile ſogar untergruben. Dadurch, daß die tschechische Bevölkerung, unter welcher die mähnschen Juden hauptſächlich lebten, ſich in den letzten Dezennien des 19. Jahrhunderts kulturell und wirtschaftlich auf ein immer höheres Niveau erhob, insbeſondere durch Begründung von Mittel- und Fach- schulen, beſonders Handels- und Gewerbeschulen in den Provinzstädten Gelegenheit erlangte ſich auszubilden, wandten ſich viele Tschechen dem Handel und Gewerbe zu und ließen ſich als Kaufleute oder Handel- treibende in Orten nieder, in welchen ſich bisher der Handel ausschließlich in den Händen der Juden befand. Durch das gleichzeitig aufstrebende nationale Element unter den Tschechen wurden nun die tschechischen Kaufleute und Gewerbetreibenden den Juden von der Bevölkerung vorgezogen, welche