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432 this principle applies not only to physical, but also to mental and spiritual dispositions; we, however, do not share this latter view and believe we have proven the justification of this standpoint elsewhere. But it is certain in any case that such dispositions, even if they are there, cannot develop. Sometimes, indeed, strengths grow in hardship, but as a rule, they flag. Oppression results in 98 percent of cases in the death of the vanquished and only in 2 percent in an increased upswing. How, under such circumstances, could there be any talk of national self-determination, of a free, active development of our national strength, or of primal genius? In a shattered, uncomfortable, never carefree and impoverishing national household, the capacity for culture must dry up.
A further factor, connected with life in the diaspora, is the peculiarity of the forms of livelihood. Just as the psychology of farmers differs from that of city dwellers, so too must the psychology of a people whose base mass is still in primary production, and among whom the other forms of occupation are distributed in a proportionate manner, offer a more closed, more harmonious character than a national torso without a peasantry, without all the professions that live in free naturalness, — than a people of traders. After being forced out of primary production into trade, however, there followed the forcing from wholesale trade into petty trade and today also, as we shall soon see, the displacement even from this. Here the counter-selective effect of the previous development shows itself doubly and tenfold. While the development of deeper dispositions finds a favorable field in those groups of people who, still rooted in their soil, possess leisure for contemplation and reflection for its own sake through the possession of quiet, stable ways of earning a living, in an exclusively merchant people, where, moreover, the struggle for existence is driven to an extreme by the political and economic conditions, precisely these higher-value abilities must lie fallow and rust. "The social struggle for existence does not offer the
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432 dieser Satz nicht nur von den physischen, sondem auch von den geistigen und seelischen Anlagen; wir allerdings teilen diese letztere Ansicht nicht und glauben die Berechtigung dieses Standpunktes an anderer Stelle auch bewiesen zu haben. Fest aber steht für alle Fälle, daß solche Anlagen, auch wenn sie da sind, zur Entfaltung nicht gelangen können. Manchmal zwar wachsen, aber in der Regel erlahmen in der Not die Kräfte. Unterdrückung hat in 98 Prozent den Tod des Unterlegenen und nur in 2 Prozent einen erhöhten Auf- schwung zur Folge. Wie konnte unter solchen Umständen von einer nationalen Selbstbestimmung, von einer freien aktiven Entwicklung unserer nationalen Kraft oder von urwüch- siger Genialität die Rede sein? In einem zerrütteten, unge- mütlichen, nie sorgenfreien und verarmenden Volkshaushalt muß die Kulturfähigkeit versiegen. Ein weiteres Moment, das mit dem Leben in der Diaspora zusammenhängt, ist die Besonderheit der Erwerbsformen. Wie die Psychologie der Bauem sich von der der Städter unter- scheidet, so muß auch die Psychologie eines Volkes, dessen Grundmasse noch in der Urproduktion sitzt, und bei dem die anderen Berufsformen in proportionierter Weise distnbuiert sind, ein geschlosseneres, harmonischeres Gepräge bieten als ein Volks-Torso ohne Bauemstand, ohne all die in freier Natür- lichkeit lebenden Berufe, — als ein Volk von Händlem. Nach der Abdrängung aus der Urproduktion in den Handel erfolgte aber noch die Abdrängung vom Großhandel in den Zwerghandel und heute auch noch, wie wir bald sehen werden, die Verdrängung so- gar aus diesem. Hier zeigt sich doppelt und zehnfach die kon- traselektonsche Wirkung der bishengen Ent- wicklung. Während die Entwicklung tieferer Anlagen bei solchen Volksgruppen ein günstiges Feld findet, die, noch mit ihrem Boden verwachsen, durch den Besitz ruhiger, stabiler Erwerbsweisen Muße besitzen zum Sinnen und Grübeln um seiner selbst willen, müssen in einem exquisiten Kaufmanns- volke, wo noch dazu durch die politischen und ökonomischen Verhältnisse der Kampf ums Dasein auf die Spitze getneben ist, gerade diese höherwertigen Fähigkeiten brach liegen und verrosten. „Der soziale Kampf ums Dasein bietet nicht die