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419 veritably the very foundation of all intellectual activity. The least of its effects is that it exerts a moral influence on its adherents that benefits the state. It not only keeps the masses at a moral level, it also holds them at the intellectual height they have once achieved. It represents the authoritative worldview up to the respective point in time. It is the philosophy of the people. It hands over to the individual the product of millennia of labor: — a finished worldview that also completely corresponds to ordinary life situations; a unified worldview that encourages one to integrate all individual experiences into this worldview, for each single new phenomenon to seek an understanding of the context; that thereby keeps the engagement with real life, with nature, with the scientific disciplines away from craftsman-like routine and, through the compulsion of grappling with the adopted views, repeatedly reawakens the drive for inquisitive and thoughtful contemplation of things. The thoughtful contemplation of nature, the longing for knowledge with which formal knowledge cannot keep pace, had its starting point in religion.
Sub specie religionis all other beneficial lines of thought are apperceived, and per speciem religionis the adherence to the prescribed measures has been guaranteed.
From theology, which was originally the same as philosophy, i.e., the entirety of all knowledge, all fields of knowledge have detached themselves one after another. Even today, new values are not created by ignoring traditional culture, but by internally overcoming it. Philosophy is the independent struggle to achieve a free worldview. But even within a constrained worldview, thinking about the interconnections of all individual phenomena with one another promotes cultural activity to the highest degree. A philosophical intellect reveals itself not only through thinking about the most general problems, but also through the striving for an understanding of very narrowly defined detailed questions in some subordinate discipline. Now, by the fact that new peoples, only just entering into history, 27*
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419 radezu der Urgrund aller geistigen Tätigkeit. Es ist noch die genngste ihrer Wirkungen, daß sie einen dem Staate zugute kommenden moralischen Einfluß auf ihre Bekenner ausübt. Sie hält die Massen nicht nur auf einer sittlichen, sie hält sie auch auf der einmal erreichten geistigen Höhe fest. Sie repräsentiert die bis zu dem jeweiligen Zeitpunkte autontative Weltanschau- ung. Sie ist die Philosophie des Volkes. Sie übergibt dem Ein- zelnen das Produkt der Arbeit von Jahrtausenden: — eine fer- tige Weltanschauung, die den gewöhnlichen Lebenslagen auch völlig entspncht; ein einheitliches Weltbild, das dazu anregt, alle einzelnen Erfahrungen diesem Weltbild anzugliedem, für jede einzelne neue Erscheinung nach einem Verständnis des Zusammenhangs zu suchen; das dadurch die Beschäftigung mit dem realen Leben, mit der Natur, mit den wissenschaftlichen Disziplinen von handwerksmäßiger Routine femhält und durch den Zwang der Auseinandersetzung mit den übemommenen An- schauungen den Tneb zur forschenden und denkenden Betrach- tung der Dinge immer wieder wachruft. Die denkende Betrach- tung der Natur, die Erkenntnis-Sehnsucht, mit der das for- male Wissen nicht Schntt zu halten vermag, hatte in der Re- ligion ihren Ausgangspunkt. *Sub specie religionis* sind alle anderen förderlichen Gedan- kenreihen apperzipiert, und *per speciem religionis* ist die Befol- gung der gebotenen Maßnahmen verbürgt worden. Von der Theologie, die ursprünglich dasselbe war wie Phi- losophie, d. h. Gesamtheit alles Wissens, haben erst alle Wissens- fächer nacheinander sich losgelöst. Auch heute noch werden nicht durch Ignoneren der tradierten Kultur neue Werte ge- schaffen, sondem durch innere Überwindung derselben. Philo- sophie ist das selbständige Sich-Erkämpfen einer freien Welt- anschauung. Aber auch innerhalb einer gebundenen Weltanschau- ung über die Zusammenhänge aller einzelnen Erscheinungen unter einander nachzudenken, fördert die kulturelle Tätigkeit in höchstem Grade. Ein philosophischer Intellekt verrät sich nicht nur durch das Denken über die allgemeinsten Probleme, sondem auch durch das Streben nach Verständnis ganz eng begrenzter Detailfragen in irgend einer untergeordneten Dis- ziplin. Dadurch nun, daß neuen, in die Geschichte erst eintre- 27*