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413 history and the present prove innumerable times — just as much the champions for the absolute freedom of self- determination, for a carefree naturalness of life, for Greek joy in the senses (Heine!), as they are, on the other hand, the most rigid fanatics of abstract ideals. That there have always been among the most prominent Jews those who did not agree with the setting of long-term goals, with the subordination of the intellect to reason, is shown in the pre-exilic period by the worldly people, against whom the prophets arose; it was later shown by the Hellenized Jews, against whom the patriots of the Mac- cabean period rose up; it was proven by the worldly-wise Sadducees, against whom not only the fanatical Pharisees but also the world-renouncing Essenes and Christians appeared. This is also proven, among other things, by the large number of Jews, both in the Spanish period and in the present, standing at the pinnacles of education, who have become the most significant advocates of individual freedom for the public. On the other side, however, we have nowhere else such zealots for ecclesiastical submission, for submission to nationality, to the class ideal, etc. It is self-evident that both directions can become a caricature through the narrow-mindedness of their followers: nevertheless, to produce not only blind followers but the leading geniuses in both directions, must attest to the highest degree of comprehensive spiritual agility. Judaism was always superabundant in cold rationalists, but equally so in zealots of altruism and also in quiet, modest existences, who are filled with the deepest morality but, inhibited in practical life by their too-rich subconscious, often prove to be useless. The mental receptivity of the Jews is incomparably greater than that of any other people, and likewise their instinctivity is extraordinarily developed. If one wishes to make more detailed comparisons about the aptitude of the Jews and Christians in Western Europe, the first question is with which Christians one compares the Jews
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413 die Geschichte und die Gegenwart unzähligemal beweisen -- ebenso die Vorkämpfer für die absolute Freiheit der Selbst- bestimmung, für eine unbekümmerte Natürlichkeit des Lebens, für gnechische Sinnenfreudigkeit (Heine!), wie sie anderer- seits die starrsten Fanatiker abstrakter Ideale sind. Daß es auch unter den hervorragendsten Juden stets solche gegeben hat, die der Aufstellung von Zielen auf lange Sicht, der Unterwerfung des Verstandes unter die Vemunft nicht zustimmten, das zeigen in der vorexilischen Zeit die Welt- kinder, gegen die die Propheten entstanden, das zeigten später die hellenisierten Juden, gegen die sich die Patnoten der Mak- kabäerzeit erhoben, das bewiesen die weltkundigen Sadduzäer, gegen die nicht nur die fanatischen Phansäer, sondem auch die weltabgewandten Essäer und Chnsten auftraten. Das beweist unter anderem auch die große Zahl der in der spanischen Pe- node wie in der Gegenwart auf den Bildungsgipfeln stehenden Juden, die für die Öffentlichkeit die bedeutendsten Verfechter der individuellen Freiheit geworden sind. Auf der anderen Seite aber haben wir nirgends solche Zeloten für kirchliche Un- terwerfung, für Unterwerfung unter das Volkstum, unter das Klassenideal usw. Es ist selbstverständlich, daß beide Richtun- gen durch Beschränktheit ihrer Anhänger zur Kankatur wer- den können: immerhin muß, nach beiden Richtungen hin nicht nur blinde Anhänger, sondem die führenden Genies zu stellen, den höchsten Grad umfassender seelischer Regsamkeit bekunden. Überreich war das Judentum stets an kalten Verstandes- menschen, ebenso aber auch an Zeloten des Altruismus und ebenso auch an stillen bescheidenen Existenzen, die von tiefster Sittlichkeit erfüllt sind, aber im praktischen Leben, durch ihr zu reiches Unterbewußtsein gehemmt, sich vielfach unbrauch- bar zeigen. Die geistige Rezeptivität ist bei den Juden unver- gleichlich größer als bei irgend einem anderen Volke, und ebenso ist ihre Instinktivität außerordentlich ausgebildet. Will man eingehendere Vergleiche über die Begabung der Juden und Chnsten in Westeuropa anstellen, so ist die erste Frage die, mit welchen Chnsten man die Juden verglei-