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398 do the opposite today and attempt to dissolve the heroes of antiquity into mythological processes. Such an event is the entry of a people, remarkable in many respects, into world history—a people that never founded a great empire, never built a world city, and yet on the greater part of humanity has exerted its influence: far-reaching, powerful, and enduring; a people that—for 2000 years without a country and without an organized nationality—has nevertheless preserved its characteristic qualities and its faith in suffering and misfortune. This people has been conquered, abandoned, and scattered; it was ground to dust, dispersed to the four winds of heaven; and yet—this people still exists. The appearance of such a people is one of the epochal events in world history. But it is not so much this event as the main figure of the leader that confronts us in tremendous greatness. Even the sharpest criticism cannot make Moses a myth; the fact of the Exodus compels us to assume such a leader. To lead a long-oppressed people to freedom, to keep such a great mass in check, to harden them into fighters before whom warlike tribes were crushed and the walls of fortified cities fell, to suppress discontent, jealousy, and mutiny, to combat setbacks, to force the quick, proud flame of enthusiasm into the steady service of the cause—all this demands a towering character—a character that shows in the brightest light the qualities of the politician, the patriot, the philosopher, and the statesman. Tradition shows us such a character in rough but strong outlines —a union of Egyptian wisdom with the most selfless sacrifice. From beginning to end, in everything we see of him —this character is in harmony with itself and with the great work that forms his eternal monument. It is the character of a sublime spirit who, constrained by conditions and limitations, must content himself with the forces and the material that he finds, whose achievements, however great they may be, can only be a faint reflection of the magnificent idea. Whatever favorable circumstances we may assume— the organization and execution of the liberation of a great people
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398 Die religiöſen Anfänge Israels waren genau dieſelben wie die aller andem Völker. Furcht und Hilfsbedürfniſſe mit einem Anſatz zur Ehrfurcht waren die ursprünglichen Motive, der Kult ein einfacher Naturdienst auf den Bergen und Höhen. Wie bei allen Völkem der Erde hatte auf dieſer Stufe jede Familie, jeder Ort, jeder Stamm ſeine eigenen Götter, deren Schutz den heute das Umgekehrte und verſuchen, die Heroen der Vorzeit in mytho- logische Vorgänge aufzulöſen. Ein ſolches Ereignis ist das Eintreten eines in vielfacher Hinſicht merkwürdigen Volkes in die Weltgeschichte — eines Volkes, das niemals ein großes Reich gegründet, niemals eine Weltstadt gebaut und doch auf den größten Teil der Menschheit ſeinen Einfluß ausgeübt hat: weitreichend, machtvoll und dauemd; eines Volkes, das — 2000 Jahre ohne Land und ohne organiſierte Nationalität — dennoch ſeine charaktenstischen Eigen- schaften und ſeinen Glauben bewahrt hat in Leid und Unglück. Dieſes Volk ist beſiegt, aufgeneben und versprengt worden, es wurde zu Staub zermahlen, zerstreut in die vier Winde des Himmels; und doch — dieſes Volk existiert noch. Das Auftreten eines ſolchen Volkes ist eines der epochalen Ereigniſſe in der Weltgeschichte. Aber es ist doch nicht ſo ſehr dieſes Ereignis als die Hauptfigur des Führers, die in gewaltiger Größe uns entgegentntt. Selbst die schärfste Kntik kann Moſes nicht zur Mythe machen, die Tat- ſache des Exodus zwingt uns, einen ſolchen Führer anzunehmen. Ein lange unterdrücktes Volk in die Freiheit zu führen, eine ſolch große Maſſe im Zaum zu halten, ſie zu Kämpfem abzuhärten, vor denen knegensche Stämme zerstoßen und die Mauem der befestigten Städte ſanken, Unzufnedenheit, Eiferſucht und Meuterei zu unterdrücken, Rück- schläge zu bekämpfen, die schnelle, stolze Flamme der Begeisterung in den stetigen Dienst der Sache zu zwingen — das alles verlangt einen turm- hohen Charakter — einen Charakter, der im hellsten Lichte die Eigen- schaften des Politikers, des Patnoten, des Philoſophen und des Staats- mannes zeigt. Solch einen Charakter in groben aber starken Konturen zeigt uns die Tradition — eine Vereinigung ägyptischer Weisheit mit ſelbstlosester Aufopferung. Vom Anfang bis zum Ende, in allem, was wir von ihm ſehen — ist dieſer Charakter in Übereinstimmung mit ſich ſelbst und mit dem großen Werke, das ſein ewiges Denkmal bildet. Es ist der Charakter eines erhabenen Geistes, der, eingeengt von Bedingungen und Begren- zungen, ſich begnügen muß mit den Kräften und dem Matenal, das er vorfindet, deſſen Leistungen, wie groß ſie auch ſein mögen, nur ein schwacher Abglanz des großartigen Gedankens ſein können. Was immer für günstige Umstände wir auch annehmen mögen — die Organiſation und Durchführung der Befreiung eines großen Volkes