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386 lets itself be permeated by feelings and intuitions, and by mass instinct. It immerses itself in the pressure of feelings, in the world of the heart and soul and lets itself be guided by the psyche instead of the intellect. The contemplation of the world also takes place under the viewpoint of psychic perceptions. In religion, one sought the unity of intellect and psyche, and it is also in fact an expression of this unity, insofar as the psyche of a race represents the precipitate of its general intelligence.
The value of life consists in the psyche. The logic operating on the materialistic worldview with its barren rationalism leads the mood and the thinking of more nobly disposed natures, whose psychic horizon extends beyond the questions of the day, into desolation.
While the animal submits to a blind fate in dull devotion, without foresight and judgment, the defeated human being, especially in times of enlightenment and moral trial, feels with deep pain and unease the distance between need and fulfillment, between his ideal value and his actual stunting. There is, to be sure, a moral law that becomes visible in the mass effects of history and nature. Peoples, tribes, families in their coexistence or in the temporal connection of the succession of their generations are the objects of this historical justice, of the relationship of causality, of the conformity of consequences to their causes. But one must be a very clear and deep thinker to be able to lose oneself so in the universe that one no longer feels the pain of the injustice with which individual human life teems. When naive belief in God is lacking, in the masses, where it is usually not yet replaced by a moral support of another kind, in the face of great, undeserved misfortune, with clear recognition of the conditions in the economic struggle for existence, with the insight into our almost still absolute powerlessness against biological laws — the better person in us must perish, the psychic parallelogram of forces be destroyed.
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386 dünn sich durchtränken läßt von Gefühlen und Intuitionen, und vom Masseninstinkte. Es versenkt sich in den Druck der Gefühle, in die Gemüths- und Seelenwelt und läßt sich statt vom Intellekt von der Psyche leiten. Auch die Weltbetrachtung erfolgt unter dem Gesichtspunkte psychischer Anschauungen. In der Religion suchte man die Einheit von Intellekt und Psyche, und sie ist auch tatsächlich ein Ausdruck dieser Einheitlichkeit insofem, als ja die Psyche einer Rasse den Niederschlag ihrer generellen In- telligenz darstellt. Der Wert des Lebens besteht in der Psyche. Die auf der matenalistischen Weltanschauung sich bewegende Logik mit ihrem kahlen Rationalismus führt die Gemüthsstimmung und das Denken der edler angelegten Naturen, deren psychischer Hon- zont über die Tagesfragen hinausgeht, ins Trostlose. Während das Tier in dumpfer Hingebung, ohne Voraus- sicht und Urteil einem blinden Schicksal sich fügt, empfindet der unterliegende Mensch namentlich in Zeiten der Aufklärung und moralischen Prüfung mit tiefem Schmerz und Unbehagen den Abstand zwischen Bedürfnis und Erfüllung, zwischen seinem idealen Wert und der tatsächlichen Verkümmerung. Wohl giebt es ein Sittengesetz, das in den Massenwirkungen der Ge- schichte und Natur sichtbar wird. Völker, Stämme, Familien in ihrem Nebeneinander oder in dem zeitlichen Zusammenhang der Aufeinanderfolge ihrer Generationen sind die Objekte dieser geschichtlichen Gerechtigkeit, des Verhältnisses der Kausalität, der Konformität der Folgen zu den Ursachen. Es muß aber ein schon sehr klarer und tiefer Denker sein, der sich so in das All verlieren kann, daß er den Schmerz über die Ungerechtigkeit, von der das einzelne menschliche Leben strotzt, nicht mehr fühlt. Wenn der naive Gottesglaube fehlt, muß in der Masse, wo er ge- wöhnlich noch nicht durch einen sittlichen Halt anderer Art ersetzt ist, bei großem, unverdientem Unglück, bei klarer Er- kenntnis der Verhältnisse im ökonomischen Kampf ums Dasein, bei der Einsicht unserer fast noch absoluten Ohnmacht den bio- logischen Gesetzen gegenüber, — der bessere Mensch in uns zu- grunde gehen, das seelische Kräfteparallelogramm vemichtet werden.