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378 Exact natural science proceeds in the explanation of nature from the bottom up, religion and philosophy the other way around; but science too sees itself forced to seek refuge in purely theoretical considerations in order to explain phenomena that cannot be made comprehensible in any other way; to explain physical and organizational processes, it sees itself prompted to go beyond the limits of the visible and ascertainable and ultimately to assume the existence of a new incomprehensible medium, the ether, the action of specific energies, of longitudinal and transversal wave movements, the presence of ultimate simplest elements of life, etc.
It becomes apparent that every exact science loses the ground under its feet if it wants to dispense with systematizing even for its own domain; and it is even less in a position to explain the entire universe to itself purely on the basis of positive experience. — We cannot, for example, manage with our current explanation of nature, others we infer only by analogy. Purely logically, we would therefore be entitled to negate any reality of the external world. All our knowledge therefore loses the ground under its feet when this thinking is followed to its ultimate conclusion. And yet, even in this dizzying perspective, there is a fixed pole. If there can be no substances outside of perception in the sense of a world of corporeal things, then this activity of perception in any case presupposes a perceiving being in which alone it takes place. So there is indeed an indubitable certainty which can form the basis of all philosophy. Even he who doubts, thinks; and that one thinks, one cannot doubt. Therefore, one's own thinking and one's own being are the most certain things. This is the famous "Cogito ergo sum" of Descartes. But already 1200 years earlier, the Numidian Augustine had arrived at the same standpoint. Whether one is now convinced of the reality of the world or not, the domain of ethics remains untouched by this. Whether the external world is now real or whether the only existing thing is just my idea—the one thing that is indisputable is that in any case the pleasant ideas are to be preferred to the unpleasant ones, and that pleasant ideas of the highest potency, the truly pure joys, are only to be gained by a course of action that is dictated by the rationally recognized moral principles, i.e., by ethics. The methods of ethics are just as valid with a spiritualist as with a materialistic worldview.
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378 Die exakte Naturwissenschaft geht in der Naturerklärung von unten nach oben, Religion und Philosophie umgekehrt; aber auch die Wiſſenschaft sieht sich zur Erklärung von auf andere Weise nicht verständlich zu machenden Erscheinungen ge- zwungen, in bloß theoretischen Erwägungen Zuflucht zu suchen; zur Erklärung der physikalischen und organiſatonschen Prozeſſe ſieht sie sich veranlaßt, über die Grenzen des Sichtbaren und Konstatierbaren hinauszugehen und in letzter Linie die Existenz eines neuen unbegreiflichen Mediums, des Äthers, das Wirken spezifischer Energien, der longitudinalen und tranſverſalen Wellenbewegungen, das Vorhandensein von letzten einfachsten Lebenselementen usw. anzunehmen. Es zeigt sich, daß jede exakte Wiſſenschaft den Boden unter den Füßen verliert, wenn sie sich des Systemiſierens auch nur für ihr eigenes Gebiet begeben will; und noch weniger ist sie in der Lage, sich das Weltganze bloß auf Grundlage der poſitiven Erfahrung zu erklären. — Wir kommen z. B. mit unſerer heutigen Naturerklärung nicht aus, andem erschließen wir nur aus Analogie. Rein logisch wären wir daher berechtigt, jede Realität der Außenwelt zu negieren. All unſer Wiſſen verliert daher den Boden unter den Füßen bei dieſem Denken bis zur letzten Konſequenz. Und doch gibt es auch noch in dieſer schwindeligen Perspektive einen festen Pol. Wenn es keine Substanzen außerhalb der Perzeption im Sinne einer Welt von körperlichen Dingen geben kann, ſo ſetzt doch dieſe Tätigkeit der Perzeption auf alle Fälle ein perzipierendes Weſen voraus, in welchem allein sie stattfinden. Es gibt alſo doch eine unbezweifelbare Gewißheit, welche die Grundlage aller Philoſophie bilden kann. Auch wer zweifelt, denkt; und daß man denkt, kann man nicht bezweifeln. Darum ist das eigene Denken und das eigene Sein das Gewiſſeste. Dies ist das berühmte „Cogito ergo ſum“ des Carteſius. Aber schon 1200 Jahre vorher war der Numidier Augustinus auf denſelben Standpunkt gelangt. Ob man nun von der Realität der Welt überzeugt ist oder nicht, das Gebiet der Ethik bleibt davon unberührt. Ob die äußere Welt nun wirklich ist oder ob das einzig Existierende nur meine Vorstellung ist – das Eine ist unbestreitbar, daß in jedem Falle die angenehmen Vorstellungen den unangenehmen vorzuziehen ſind und daß angenehme Vorstellungen höchster Potenz, die wirklich reinen Freuden, nur zu gewinnen ſind bei einer Handlungsweiſe, die diktiert ist von den vemunftmäßig erkannten ſitt- lichen Pnnzipien, d. h. von der Ethik. Die Methoden der Ethik bestehen genau ſo zu Recht bei spintualistischer wie bei matenalistischer Welt- anschauung.