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377 of, in fact, really only individual disciplines. The immense expansion which knowledge has attained, however, already makes it seem impossible today to encompass all its branches with equal thoroughness and to present their inner connection uniformly. But the human spirit strives for a self-contained worldview that encompasses all particular knowledge, which cannot be gained by way of empirical special research that strives apart in all directions and is directed at the particular. If man is violently forced away from this immanent striving, then his spiritual disharmony leads him into desolation.
This striving for theoretical understanding and higher cognition of the causal connection of all individual phenomena is the root of philosophy.
although most have never made this clear to themselves, also in modern science in exactly the same way. Apart from mathematics, the basis of our entire knowledge is the perceptions of our senses. From the standpoint of epistemology, it could be proven without further ado that one could doubt the objectivity of all sense perceptions. What good would the natural scientist's arrogance, his self-assurance and uncomprehending contempt for earlier ways of thinking be, if a new Kant were to shatter all of modern science along with this basis? "What are usually called things are only complexes of ideas. The sensory qualities of things are nothing other than our own states of sensation. If one subtracts from a cherry all its qualities one by one, i.e., the impressions it makes on the individual senses, on the sight, on the touching hand, on the taste—what remains? Berkeley answers: ‘Nothing’. — From this it follows that what we call things and their properties are only complexes of perceptions. What we [assume] to be in the external world is in truth always only a conglomerate of our mental states" (Windelband). We do not perceive things in a certain size, distance, and shape, but rather we compose them by means of thought from the sensory qualities. Of a table, of the sun, indeed of my own body, I know, despite all science, only my subjective perceptions and my view based on combination, which has led me to the assumption of the existence of the external world. Strictly speaking, we also know only one soul, our own. The
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377 bei ja eigentlich doch nur um einzelne Disziplinen. Die unermeß- liche Ausdehnung, welche das Wiſſen erlangt hat, läßt es jedoch schon heute unmöglich erscheinen, alle Zweige deſſelben mit gleicher Gründlichkeit zu umfaſſen und ihren inneren Zuſam- menhang einheitlich darzustellen. Der menschliche Geist strebt aber nach einer in ſich geschloſſenen, alles beſondere Wiſſen um- faſſenden Weltauffaſſung, welche auf dem Wege der nach allen Seiten auseinander strebenden und auf das Einzelne ge- nchteten empinschen Spezialforschungen nicht gewonnen wer- den kann. Wird der Mensch von dieſem ihm immanenten Streben gewaltſam abgedrängt, ſo führt ihn dann ſeine geistige Dis- harmonie ins Trostloſe. Dieſes Streben nach theoretischem Verständnis und höherer Erkenntnis des kauſalen Zuſammenhanges aller einzelnen Er- scheinungen ist die Wurzel der Philoſophie. Wenn ſich auch die allermeißten das nie klar gemacht haben, auch bei der modemen Wiſſenschaft in genau der gleichen Weiſe. Von der Mathematik abgeſehen, ſind die Baſis unſeres geſamten Wiſſens die Wahmehmungen unſerer Sinne. Vom Standpunkte der Erkenntniſkntik nun ließe ſich ohne weiters der Nachweis führen, daß man die Objektivität aller Sinneſwahr- nehmungen bezweifeln könnte. Was würde den naturwiſſenschaftlichen Hochmut ſeine Selbstſicherheit und unverständige Verachtung früherer Denkweiſen nützen, wenn ein neuer Kant zuſammen mit dieſer Baſis die ganze modeme Wiſſenschaft zertrümmem würde? „Was man gewöhnlich Dinge nennt, ſind nur Vorstellungskomplexe. Die ſinnlichen Qualitäten der Dinge ſind nichts anderes als nur unſere eigenen Empfindungszustände. Wenn man von einer Kirsche alle ihre Qualitäten, d. h. die Eindrücke, die ſie auf die einzelnen Sinne, auf das Geſicht, auf die tastende Hand, auf den Geschmack macht, nacheinander abzieht — was bleibt übng? Berkeley antwortet: ‚Nichts‘. — Daraus ergibt ſich, daß, was wir Dinge und ihre Eigenschaften nennen, nur Komplexe von Perzeptionen ſind. Was wir als in der Außenwelt ſeien ist in Wahrheit immer nur ein Konglomerat von unſeren Vorstellungs- zuständen“ (Windelband). Dinge in bestimmter Größe, Entfemung und Gestalt empfinden wir nicht, ſondem ſetzen wir vielmehr Vermöge des Denkens aus den ſinn- lichen Qualitäten zuſammen. Von einem Tisch, von der Sonne, ja von meinem eigenen Körper kenne ich trotz aller Wiſſenschaft nur meine ſubjektiven Wahmehmungen und meine auf Kombination beruhende An- schauung, die mich auf die Annahme der Existenz der Außenwelt geführt hat. Streng genommen, kennen wir auch nur eine Seele, die unſnge. Die