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373 We can probably permit ourselves the remark at this point in the book that, as a result of the findings of our work so far, an answer to most of the questions posed at the beginning in response to the anti-Semitic argumentation is no longer required. Yet, positive research provides us with sufficient information about the remaining questions as well. Here, above all, the question of the significance of the Jews for the intellectual culture of humanity shall be considered.
would fall into distress. To spare the honor of the recipient, the following arrangement has been made. The board of the society sends two sealed boxes to every house of mourning, regardless of whether it is poor or rich; into box No. 1 a sum is placed that is to be offered to the needy person if required; for this box, each recipient receives a key (under seal) and is requested in an accompanying letter to open and empty this box in any case. Depending on his need, he can keep the entire contents of the box or a part of it for himself; but if he does not need the support, he is asked to throw the amount into box No. 2. Likewise, the well-to-do are asked to increase the contents of this box from their own funds in order to fulfill the purpose of the society. This box No. 2 remains unopened for a long time during its journey through various families, so that no one, not even the board of the society, can know who has given, who has taken. If one had no further knowledge of the customs and moral teachings of a community from a distant land or a remote time, if one possessed no testimonies of its practices, thoughts, and sentiments other than the report on the existence, arrangement, and administration, and the success of this pair of boxes, one would deduce from this alone with all certainty the ethical teachings: the idea of benevolence shall guide you; in the support of the needy it shall find its expression; magnanimously, however, you shall perform the good deed by not knowing who its recipient is; — every pathological aftertaste, every softening of your disposition by the sight of the sufferer shall remain distant, only the nobility and dignity of the ideal law shall be before your mind. But the deed shall also be carried out with delicacy, so that the recipient also does not know who the giver is; any possibility of shame or humiliation, which the patron — even involuntarily — inflicts and the recipient feels, shall be excluded. A special ideal value accrues to this arrangement, however, from the fact that the highest ethical principle, whose significance extends far beyond
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373 Wir können uns wohl an dieser Stelle des Bu- merkung erlauben, daß auf die meisten der eingangs gegenüber der antisemitischen Argumentation gestellten Fragen infolge der bishengen Ergebnisse unserer Arbeit eine Antwort nicht mehr erforderlich ist. Doch auch über den Rest der Fragen geben uns positive Forschungen genügenden Aufschluß. Hier soll vor allem die Frage nach der Bedeutung der Juden für die geistige Kultur der Menschheit ins Auge gefaßt werden. in Not geraten würden, zu unterstützen. Um das Ehrgefühl des Empfän- gers zu schonen, ist folgende Einnchtung getroffen. Der Vorstand des Vereines sendet in jedes Trauerhaus, gleichviel ob arm oder reich, zwei verschlossene Büchsen; in die Büchse Nr. 1 wird eine Summe gelegt, die dem Bedürftigen eventuell dargeboten werden soll; zu dieser Büchse erhält jeder Empfänger (unter Siegel) einen Schlüssel und er wird in einem Begleitschreiben ersucht, jedenfalls diese Büchse zu öffnen und zu entleeren. Je nach seiner Bedürftigkeit kann er den ganzen Inhalt der Büchse oder einen Teil derselben für sich behalten; bedarf er aber der Unterstützung nicht, so ist er gebeten, den Betrag in die Büchse Nr. 2 zu werfen. Ebenso werden Wohlhabende ersucht, den Inhalt dieser Büchse aus ihren eigenen Mitteln zu vermehren, um den Zweck des Vereines damit erfüllen zu können. Diese Büchse Nr. 2 bleibt längere Zeit während ihrer Wanderung durch mancherlei Familien uneröffnet, so daß niemand, nicht einmal der Vorstand des Vereines wissen kann, wer gegeben, wer ge- nommen hat. Wenn man von den Sitten und den Sittenlehren einer Genossen- schaft aus femem Lande oder einer entlegenen Zeit gar keine weitere Kunde hätte, wenn man von ihren Gebräuchen, Gedanken und Gesin- nungen keinerlei Zeugnisse besäße als den Bencht über den Bestand, die Einnchtung und Verwaltung und den Erfolg dieses Büchsenpaares, so würde man daraus allein schon mit aller Bestimmtheit die ethischen Lehren entnehmen: die Idee des Wohlwollens soll dich leiten; in der Unter- stützung des Bedürftigen soll sie ihren Ausdruck finden; hochherzig aber sollst du die Wohltat dadurch ausüben, daß du nicht wissest, wer ihr Empfänger ist; — jeder pathologische Beigeschmack, jede Erweichung deines Gemüts durch den Anblick des Leidenden soll fem bleiben, nur der Adel und die Würde des idealen Gesetzes soll dir vorschweben. Doch auch mit Zartsinn soll die Tat dadurch ausgeübt werden, daß auch der Empfänger nicht weiß, wer der Geber sei; jede Möglichkeit einer Beschä- mung oder Herabsetzung, die der Gönner — auch unwillkürlich — an- nchtet und der Empfänger empfindet, soll ausgeschlossen sein. Ein besonderer idealer Wert wächst dieser Einnchtung aber noch dadurch zu, daß das höchste ethische Pnnzip, dessen Bedeutung weit über