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372 The loyalty unto death, which the Jewish martyrs demonstrated by the thousands and thousands, may perhaps be explained as religious madness. But this is the place to point out another phenomenon that is of interest for the mass psychology of the Jews in this regard: that is the striking loyalty of the Jews always to that language from which they, in their masses, have received a profound cultural enrichment. The Jews of Hungary, Poland, and Russia for the most part still speak a dialect today originating from the German of the 13th and 14th centuries, which they, when they were driven out of Germany at the time of the Crusades and the Black Death, took with them and retained in the midst of the foreign-speaking Slavic nations. The Jews of Holland, Turkey, and the other Mediterranean countries still speak entirely Spanish today in the midst of all possible nations. This touching attachment to the language of the country that had persecuted them 400 years ago in the most gruesome manner, although they — if they, for example, were to use Turkish in Turkey — could be economically unequally better off, is precisely not a bad sign for the Jewish mass psyche. This Jewish peculiarity of preserving attachment to the language of a higher culture even when suffering external harm is not limited to Ashkenazim and Sephardim. — As is evident from recently found tomb inscriptions, during the Imperial period the Jews in Latin Rome spoke: — Greek. And even today the Jews of Bukhara speak the old Persian from the time of the Sassanids.
From the immediate present, too, we have examples in abundance which could well provide counter-evidence to the assertion that all morality and charity of the Jews is merely external sanctimoniousness, sham virtue, and mere showing off before the public.*
- We want to cite a characteristic example for this (from Lazarus, Ethics of Judaism): For about 150 years, a society has existed within the Jewish community in Berlin: “Mishan abelim” — Support of the Mourners; its purpose is to support needy families who, through the death of one of their members,
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372 Die Treue bis in den Tod, die die jüdischen Märtyrer zu Tausenden und Tausenden bekundeten, mag man vielleicht als religiösen Wahnwitz erklären. Aber es ist hier der Ort, auf ein anderes Phänomen hinzuweisen, das für die Massenpsychologie der Juden nach dieser Richtung hin von Intereſſe ist: das ist die auffallende Treue der Juden immer zu derjenigen Sprache, von der ſie in ihrer Maſſe eine tiefgreifende kulturelle Bereiche- rung empfangen haben. Die Juden Ungams, Polens und Ruß- lands sprechen größtenteils noch heute einen aus dem Deutschen des 13. und 14. Jahrhunderts stammenden Dialekt, den ſie, als ſie zur Zeit der Kreuzzüge und des schwarzen Todes aus Deutsch- land vertneben wurden, mit ſich nahmen und mitten unter den fremdsprachigen ſlawischen Nationen beibehielten. Die Juden Hollands, der Türkei und der anderen Mittelmeerländer sprechen noch heute mitten unter allen möglichen Nationen durchaus spanisch. Dieſe rührende Anhänglichkeit an die Sprache des Landes, das ſie vor 400 Jahren in der grauſigsten Weiſe verfolgt hatte, obwohl ſie — wenn ſie z. B. in der Türkei ſich des Türkischen bedienen würden — wirkschaftlich ungleich beſſer gestellt ſein könnten, ist gerade kein schlechtes Zeichen für die jüdische Maſſenpsyche. Dieſe jüdische Eigentümlichkeit, der Sprache der höheren Kultur auch beim Erwachſen äußeren Schadens die Anhänglichkeit zu bewahren, beschränkt ſich nicht auf Aschkenaſim und Sephardim. — Wie aus jetzt gefundenen Grabinfchnften hervorgeht, sprachen während der Kaiſerzeit die Juden in dem lateinischen Rom: — gnechisch. Und noch heute sprechen die Juden der Bucharei das alte Perſisch aus der Zeit der Saſſaniden. Auch aus der unmittelbaren Gegenwart haben wir Beispiele in Fülle, welche den Gegenbeweis gegen die Behauptung wohl liefem könnten, daß alle Sittlichkeit und Wohltätigkeit der Juden bloß äußere Werkheiligkeit und Scheintugend und bloßes Protzen vor der Öffentlichkeit ist.* * Wir wollen ein charakterestisches Beispiel dafür anführen (aus Lazarus, Ethik des Judentums): Seit etwa 150 Jahren besteht innerhalb der jüdischen Gemeinde in Berlin ein Verein: „Mischan abelim“ — Stütze der Leidtragenden; ſein Zweck ist, bedürftige Familien, die durch den Tod eines ihrer Mitglieder