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361 were always enacted by the respective authorities for their territory. In times of need, even cities, foundations, etc., paid up to 100 and 120 percent. And this hatred had to increase with each day, because one could not do without the interest-bearing loan and the professional lender, as is proven by the ever- recurring recourse to the Jews. Emperor Frederick III says in Nuremberg that without loans, trade and commerce cannot exist and that it is better for the Jews to practice usury than the Christians. Bernard of Clairvaux, when he wants to dissuade people from the persecution of the Jews during the Fourth Crusade, uses the very argument, "that if the Jews were not there, the Christian usurers would behave even worse." In some places they were directly obligated to lend on pledges, as is verifiable in Augsburg and other cities; they were, in fact, the, of course very expensive, corresponding to the interest rate, "pawnshops" of that time.
Now, in order to free lords and citizens alike from the indebtedness to the Jews that was spreading like an epidemic, one resorts once again for the time being to the simplest means: just as before one killed the competitors, now one kills the creditors.
But just as not all Jews were killed, neither had the need for loans been eliminated. New Jews and new debts appeared. However, the many scenes of slaughter had eventually become embarrassing even to the princes and city councilors. The same purpose was, after all, achieved by simply canceling the debts to Jews and declaring them null and void.
The legal debt cancellations soon begin to take on a general character; King Wenceslaus brings them into a system and to a grand execution. In 1385, at the Diet of the Cities in Ulm, he comes to an agreement with the Swabian cities. They pay him 40,000 guilders and in return the Jews lose not a part, as it appears on the surface, but, as a closer examination of the document reveals, in reality the entirety of the debts owed to the city treasuries. Only five years later (1390), the same procedure is repeated at a diet in Nuremberg. Apparently, the indebted citizens had not been satisfied with the reversion of their debt to the city
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361 immer von den betreffenden Kompetenzen für ihr Gebiet er- lassen wurden. In Not zahlten selbst Städte, Stifte usw. bis zu 100 und 120 Prozent. Und dieser Haß mußte sich mit jedem Tage steigem, weil man das zinsbare Darlehen und den gewerbs- mäßigen Darleiher nicht entbehren konnte, wie ja die immer wiederkehrende Heranziehung der Juden beweist. Kaiser Fned- nch III. sagt zu Nurrenberg, daß ohne Darlehen Handel und Gewerbe nicht bestehen können und daß es besser sei, wenn die Juden wuchem würden anstatt der Chnsten. Bemhard von Clairvaux, da er während des vierten Kreuzzuges von der Ver- folgung der Juden abhalten will, gebraucht geradezu das Argu- ment, „daß, wenn die Juden nicht da wären, die chnstlichen Wucherer noch übler verfahren würden“. An manchen Orten waren sie direkt verpflichtet, auf Pfänder zu verleihen, so nach- weisbar in Augsburg und anderen Städten; sie waren geradezu die, natürlich dem Zinsfuß entsprechend sehr teuren, „Pfand- leihanstalten“ jener Zeit. Um nun Herren wie Bürger von der sich seuchenartig aus- breitenden Verschuldung an die Juden zu befreien, greift man wieder vorerst zu dem einfachsten Mittel: wie man vordem die Konkurrenten, so schlägt man jetzt die Gläubiger tot. So wenig nun alle Juden, ebensowenig war das Bedürfnis nach Darlehen totgeschlagen worden. Neue Juden und neue Schulden stellten sich ein. Doch waren die vielen Szenen des Todeschlages den Fürsten und Stadträten schließlich selbst pein- lich geworden. Derselbe Zweck war ja erreicht, indem man ganz simpel die Judenschulden aufhebt und für nichtig erklärt. Die gesetzlichen Schuldentilgungen beginnen bald einen allgemeinen Charakter anzunehmen, König Wenzel bnngt sie in ein System und zu großartiger Ausführung. Er einigt sich 1385 auf dem Städtetag zu Ulm mit den schwäbischen Städten. Sie zahlen an ihn 40.000 Gulden und dafür verlieren die Juden nicht einen Teil, wie es zum Scheine lautet, sondem, wie sich bei einer genaueren Prüfung der Urkunde ergibt, in Wirklichkeit das Ganze der Schulden an die Stadtkämmereien. Nur fünf Jahre darauf (1390) wird dieselbe Prozedur auf einem Tage zu Nurrenberg wiederholt. Offenbar waren die ver- schuldeten Bürger mit dem Heimfall ihrer Schuld an die Stadt