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360 Before this time, however, we hear nothing of a specifically Jewish usury, absolutely nothing, although in the sources sufficient opportunity for this seems to be offered. In a capitulary from the year 806, the different types of interest transactions: usura, foenus, lucrum, etc. are defined — special agitational writings against the Jews are composed by Agobard, the Bishop of Lyon, without any mention in any of these sources of a specifically Jewish usury. A letter cited by Güdemann from a bishop in the time of Otto I indulges in vehement complaints against the Jews, without speaking of their usury; and conversely, Lambert v. Hersfeld, who is known in history as a bitter accuser of the Jews, speaks in his Worms letter from the year 1032 of the usury of "clerics and laymen," without naming the Jews he accused, all of which, objectively considered, cannot possibly always be coincidence or oversight. These Jewish countrymen were, in the words of the Edict of Chlothar, a "quaestuosus ordo," a profit-seeking mass, but not professional moneylenders. In large-scale money business, completely different powers had been decisive at that time as well. The traditiones codices, the acquisition registers of the monasteries, provide us with information about this. It was mainly the rich foundations which had the large-scale money business in their hands.
Now, however, these businesses of the foundations came to an end, and the Jews now had the money business completely and entirely in their hands. But through the new business they conducted, their position in relation to the population necessarily had to become completely different. If one considers the interest rate customary in the Middle Ages, it is clear that the professional moneylender inevitably had to draw upon himself the most grim hatred of the entire populace. These interest rates were so dizzyingly high that the loan was regularly a danger for the borrower; for if it lasted for a longer period, it would have to double and multiply very quickly. The legal interest rate in the 14th and 15th centuries fluctuated between 21¹/₃ and 76²/₃ percent and in many places was completely unlimited for foreigners, because these restrictions were not imperial laws, but
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360 wucherung. Vor dieser Zeit aber hören wir von einem spezifisch jüdischen Wucher nichts, absolut nichts, obgleich in den Quellen hierzu genügend Gelegenheit geboten erscheint. In einem Capitulare vom Jahre 806 werden die verschie- denen Gattungen von Zinsgeschäften: usura, foenus, lucrum usw. definiert — spezielle Agitationsschnften gegen die Juden werden von Agobard, dem Bischof von Lyon, verfaßt, ohne daß in einer dieser Quelle eines speziell jüdischen Wuchers erwähnt würde. Ein von Güdemann beigebrachtes Schreiben eines Bischofs zur Zeit Otto I. ergeht sich in heftigen Klagen gegen die Juden, ohne von deren Wucher zu sprechen; und umgekehrt spncht Lambert v. Hersfeld, welcher in der Geschichte als ein bitterer Ankläger der Juden bekannt ist, in seinem Wormser Bnef aus dem Jahre 1032 vom Wucher der „Klenker und Laien“, ohne die von ihm angeklagten Juden zu nennen, was doch alles, objektiv erwogen, unmöglich immer Zufall oder Übersehen sein kann. Diese jüdischen Volksgenossen waren nach den Worten des Edict. Clotobach ein „quaestuosus ordo“, eine erwerbslustige Masse, aber keine Geldverleiher von Profession. Im großen Geld- geschäfte waren auch zu jener Zeit ganz andere Potenzen maß- gebend gewesen. Die Traditioni codices, die Erwerbsregister der Klöster, geben uns hierüber Aufschluß. Es waren haupt- sächlich die reichen Stifte, welche das große Geldgeschäft in Händen hatten. Nun hatten allerdings diese Geschäfte der Stifte ein Ende, und die Juden hatten jetzt das Geldgeschäft voll und ganz in ihren Händen. Aber durch das neue von ihnen betnebene Ge- schäft mußte notwendig ihre Stellung zu der Bevölkerung eine ganz andere werden. Erwägt man den im Mittelalter usuellen Zinsfuß, so ist es klar, daß der professionelle Geldverleiher unabweislich den gnmmigsten Haß der Gesamtheit auf sich laden mußte. Diese Zinsen hatten eine solch schwindelnde Höhe, daß das Darlehen für den Nehmer regelmäßig eine Gefahr war; denn bei längerer Andauer mußte es sich sehr rasch verdoppeln, vervielfachen. Es schwankt der gesetzliche Zinsfuß im 14. und 15. Jahrhundert zwischen 21¹/₃ und 76²/₃ Prozent und ist Fremden gegenüber an vielen Orten ganz unbeschränkt, weil diese Beschränkungen keine Reichsgesetze waren, sondem