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357 from which the Jews were excluded for the very reason that these merchant guilds, just like the craft guilds, were placed in a certain ecclesiastical framework from the beginning. Immediately, these newly formed national merchant bodies everywhere begin the war against the traditional Jewish merchants. The struggle is not for this or that right, but for the right to live.
There could be no doubt about its outcome; and in fact, we see over the next centuries that even where no drastic measures were used, in the natural course of things, to the same degree that the trade of the nationals grows to independent significance, the commercial activity of the Jews is increasingly pushed away from world trade, from large-scale trade in general, and forced into secondhand dealing and haggling. It is, however, psychologically very understandable that the Christian majority soon actually resorts to these drastic measures, to violence. Here, in relation to the Jews and at that time, the apparent justification lying in the history of the origin of Christianity easily suppressed every sense of justice and human feeling. Then these “persecutions of the Jews” from the 12th to the 14th century begin. Quite characteristic of their inner provenance, they appear exclusively first where city life, the bourgeoisie, and the trade connected with them first developed: on the Rhine, in southern France, in Venice, where they refuse to take Jewish merchants as passengers on the ships, in England, where the same Edward I, under whom the first merchant company, the “merchant adventurers,” was founded, was the first to expel the Jews, so always where a national merchant class first appears; and conversely, hostility against the Jews appears latest where the com- mercial striving of the Christian city dwellers is also longest in coming, as in the east of Germany. The Crusades have been blamed for the conflagration. Certainly they contributed horrifically, but the motives that made the persecution so general were above all economic ones. Indeed, in the Crusades themselves, this tendency of the strug-
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357 ſammenfügten, von denen die Juden schon aus dem Grunde ausgeschloſſen waren, weil man dieſe Kaufmannsgilden genau ſo wie die Handwerkerzünfte vom Beginne an in einem gewiſſen kirchlichen Rahmen steckte. Sofort beginnen nun überall dieſe neuentstandenen nationalen Kaufmannsgremien den Kneg gegen die hergebrachten jüdischen Kaufleute. Nicht um dieſes oder jenes Recht, ſondem um das Recht zu leben geht der Kampf. Über den Ausgang deſſelben konnte kein Zweifel bestehen; und tatſächlich ſehen wir durch die nächsten Jahrhunderte, daß auch dort, wo keine drastischen Mittel angewendet wurden, im natürlichen Verlaufe der Dinge in demſelben Maße, als der Handel der Nationalen zu ſelbständiger Bedeutung erwächst, die kaufmännische Tätigkeit der Juden immer mehr vom Welt-, überhaupt vom großen Handel ab-, auf den Trödel und Schacher zugedrängt wird. Es ist aber psychologisch ſehr erklärlich, daß die chnstliche Majontät bald wirklich zu dieſen drasti- schen Mitteln, zur Gewalt, greift. Hier, den Juden gegenüber und in jener Zeit, unterdrückte die in der Geschichte der Ent- stehung des Chnstentums liegende scheinbare Begründung leicht jedes Rechts- und menschliche Gefühl. Da beginnen nun dieſe „Judenverfolgungen“ vom 12. bis 14. Jahrhundert. Ganz cha- raktenstisch für die innere Provenienz derſelben treten ſie ausschließlich zuerst dort auf, wo ſich Städteweſen, Bürgertum und der mit denſelben verbundene Handel zuerst entwickelt haben: am Rhein, im ſüdlichen Frankreich, in Venedig, wo man ſich weigert, die jüdischen Kaufleute als Paſſagiere auf den Schifften aufzunehmen, in England, wo derſelbe Eduard I., unter dem die erste kaufmännische Geſellschaft, die „merchant adventures“, gegründet wird, zuerst die Juden ausweist, alſo immer dort, wo zuerst ein nationaler Handels- stand auftaucht; und umgekehrt zeigt ſich am spä- testen die Feindſeligkest gegen die Juden dort, wo auch die kauf- männische Bestrebung der chnstlichen Städtebürger am läng- sten auf ſich warten läßt, wie im Osten Deutschlands. Man hat die Kreuzzüge für den Brand verantwortlich gemacht. Gewiß haben ſie schauerlich mitgewirkt, aber die Motive, welche die Verfolgung ſo allgemein machten, waren vor allem wirtschaft- liche. Ist ja in den Kreuzzügen ſelbst dieſe Tendenz des Kamp-