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356 in the mildest case, after being robbed, only banished. And after the persecutions aimed directly at life and limb had already come to an end, and a relative calm had set in, we see the Jews everywhere in the deepest degradation of existence. From the cities they are mostly driven out, pushed out into the villages. It is the more favorable cases when they settled in such places near the city and from there could seek a livelihood during the day in their former home community; only the street names, here and there the remnants of an old cemetery, are left of them.
But they are also no longer merchants, they are secondhand dealers, hagglers, and moneylenders for common people, for the petty bourgeoisie and peasants.
When had this profound and comprehensive change, which permeated the entire life of the Jewish merchant people, begun, and by what causes had it occurred? How had it—in the face of a respected merchant class— become possible at all?
The natural causes that made the Jewish merchant people in Europe at the end of the 12th century a respected part of the population, a factor of economic power—it was moments of equally unbending natural force that plunged these fellow countrymen, in the course of no more than two centuries, from this truly attained height into a virtually unspeakable depth. From respect has come proscription, from prosperity a crushing state of need.
In the 12th century, a very decisive mo- ment had occurred, more poisonous and sharply divisive than any other: Competition in economic life!
For a millennium, the Jews had been in almost exclusive possession of European trade. But around the time of the 12th century, as a result of the Crusades, through the stimulating connection with Italy and the Orient, a native national merchant class had arisen in the new Germanic states, whose members everywhere formed themselves into guilds,
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356 im mildesten Falle, nachdem man sie ausgeraubt, nur verbannt. Und nachdem die unmittelbar gegen Leib und Leben genchteten Verfolgungen schon ein Ende gefunden hatten, verhältnismäßig Ruhe eingetreten war, sehen wir die Juden allüberall in der tiefsten Emiedngung des Daſeins. Aus den Städten sind sie zumeist vertneben, hinausgedrängt auf die Dörfer. Es sind die günstigeren Fälle, wenn sie sich auf solchen in der Nähe der Stadt niederließen und von dort aus tagsüber in der vongen Heimatgemeinde Erwerb suchen können; nur die Straßen- namen, hie und da die Reste eines alten Fnedhofes, bleiben von ihnen zurück. Sie sind aber auch keine Kaufleute mehr, sie sind Trödler, Schacherer und Wucherer für kleine Leute, für Kleinbürger und Bauem. Wann hatte diese tief und das ganze Leben des jüdischen Handelsvolkes durchgreifende und umfassende Veränderung begonnen, durch welche Ursachen war sie eingetreten? Wie war sie — einem angesehenen Kaufmannsstande gegenüber — überhaupt möglich geworden? Die natürlichen Ursachen, welche das jüdische Handels- volk am Ende des 12. Jahrhunderts in Europa zu einem ange- sehenen Bevölkerungsteil, zu einem Faktor von wirtschaftlicher Macht werden ließen — Momente von gleich unbeugſamer Naturgewalt waren es, welche diese Volksgenoſſen im Verlaufe von nicht mehr als zwei Jahrhunderten von dieser eingenom- menen wirklichen Höhe in eine geradezu unsagbare Tiefe stürzten. Aus der Achtung ist die Achtung, aus dem Wohlstand ein drückender Notstand geworden. Es war im 12. Jahrhundert ein ganz entscheidendes Mo- ment eingetreten, giftiger und schneidender trennend als jedes andere: Die Konkurrenz im Erwerbsleben! Ein Jahrtausend waren die Juden im nahezu ausschließ- lichen Beſitze des europäischen Handels geweſen. Aber um die Zeit des 12. Jahrhunderts war infolge der Kreuzzüge durch die anregende Verbindung mit Italien und dem Onent in den neuen germanischen Staaten ein heimischer nationaler Handels- stand entstanden, deſſen Mitglieder sich überall zu Gilden zu-