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350 wealth of the Jews. Even though men of outstanding economic talent and sometimes immense financial success appear everywhere, we nevertheless encounter everywhere, where Jews lived closer and crowded together, the traces of deep poverty and sometimes horrific misery. With this as a preface, we now want to turn to the discussion of the influence that the Jews exerted in the Middle Ages on the economic development of Europe. We follow here a short work by Siegmund Mayer: "The Jews as a Trading People." In the late Roman Imperial period, Jews were the exporters who brought the products of the East to the West, those of the South to the North, and vice versa. Thus, they are documented as bringing Spain's raw products: wine, oil, honey, fish, cattle, wax, pitch, wool to the East, or rather to Rome and the other Latin places. From Media to Spain and Britain, from the Persian Gulf and Ethiopia to Macedonia and Italy, there is no port, no trading city, in whose commerce they did not take a prominent part. And when this Roman Empire collapses, and new barbarian states emerge, the significance of this Jewish trading world becomes even greater and more important. In the new Germanic kingdoms, the nationals know nothing of trade, and therefore in all their territories, these "foreigners" are the self-evident, rightful merchants. This explains why, in most of the new states, the first historical traces of trade are accompanied by the first verifiable appearance of the Jews. And they conduct this trade entirely in the style of global commerce. We do not, however, possess a "trade history" of that time, but the numerous scattered reports give us a clear picture of the magnificent, entirely independent trading activity of the Jews of that time, which stretches through the entire world of that era. In all the great trading centers of the Occident: Narbonne, Marseille,
- Furthermore, the works of Stobbe, Caro, Schipper, and others.
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350 Reichthum der Juden. Wenn auch überall Männer auftauchen von hervorragender ökonomischer Begabung und manchmal un- geheuren finanziellen Erfolgen, so begegnen wir doch überall, wo Juden dichter und gedrängt beisammen lebten, den Spuren tiefer Armut und manchmal entsetzlichen Elendes. Dies vorausgeschickt, wollen wir uns nun der Besprechung des Einflusses zuwenden, den die Juden im Mittelalter auf die wirtschaftliche Entwicklung Europas ausgeübt haben. Wir folgen dabei einer kurzen Arbeit von *Siegmund Mayer: „Die Juden als Handelsvolk.“* In der spätrömischen Kaiserzeit waren Juden die Expor- teure, welche die Erzeugnisse des Ostens nach dem Westen, jene des Südens nach dem Norden und umgekehrt bnngen. So führen sie urkundlich von Spanien dessen Rohprodukte: Wein, Öl, Honig, Fische, Vieh, Wachs, Pech, Wolle nach Osten, resp. nach Rom und den anderen lateinischen Plätzen. Von Medien bis Spanien und Bntannien, vom persischen Meerbusen und Äthiopien bis Mazedonien und Italien ist kein Hafenplatz, keine Handelsstadt, an deren Verkehr sie nicht einen hervor- ragenden Antheil nahmen. Und als dann dieses römische Kaiser- reich zusammenfällt, neue Barbarenstaaten entstehen, wird die Bedeutung dieser jüdischen Handelswelt eine noch ungleich größere und wichtigere. In den neuen germanischen Köni- reichen kennen die Nationalen gar nicht den Handel und darum sind in allen ihren Gebieten diese „Fremden“ die selbstverständ- lichen berechtigten Kaufleute. Hieraus ist erklärlich, daß in den meisten der neuen Staaten die ersten geschichtlichen Spuren des Handels vom ersten nachweisbaren Auftreten der Juden begleitet sind. Und sie führen diesen Handel durchaus *im Stile des Weltverkehres*. Eine „Handelsgeschichte“ jener Zeit be- sitzen wir allerdings nicht, aber die zahlreichen verstreuten Nachnchten geben uns ein sicheres Bild von der großartigen, ganz selbständigen Handelstätigkeit der Juden jener Zeit, die sich durch die ganze damalige Welt hindurchzieht. In allen großen Verkehrsplätzen des Abendlandes: Narbonne, Marseille, \* Femer die Arbeiten von Stobbe, Caro, Schipper u. a.