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XXXIV the character of a pure joy in one's work. As paradoxical as it sounds, not only not the exclusive predominance, but even a consistently lesser relevance of this "idea of acquisition" is to be regarded as a Jewish mass phenomenon. The adherence to a religion so socially and materially damaging to the individual is in itself the best example of this. That, on the other hand, with an exclusive occupation with trade, the striving for monetary gain necessarily had to occupy a large space, is too banal to go into in more detail.
Here Sombart can now retort that he himself has pointed out this overvaluation of knowledge, the prevalence of intellectual interests. But he points this out expressly with the note that with this superior intellectuality the strong sense of self is necessarily combined, which can only view the world from its own subjective standpoint from the perspective of expediency. He further believes that other important sides of intellectual life atrophy and wither under the overgrowth of the intellect. Stunted is the instinctive understanding, lacking is all romanticism, all immersion in the world, in nature, in man. Compared to the Northern European, there exists a deep-seated contrast between the immediacy and the reflectedness of life, between an intuitive and a discursive view of the world, between enthusiasm and sobriety.
But Sombart knows nothing of the fact that among the Jews there is also found, in no small numbers, the very opposite type of character of the apparently purposelessly pondering and dreaming, who, however, due to this deeper disposition of theirs, are not a match for the necessities of assimilation in the rationalistic flatlands of mercantile and metropolitan life. Because of the qualities of inwardness, greater closeness to nature and primitivity, because of the possession of the most genuine personality, they perish, become incapable of adapting and unsuited for the form of the struggle for existence that is indispensable for the Jews today. This is perhaps one of the greatest damages of the present era of assimilation.
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XXXIV sprechendes, den Charakter reiner Werkfreudigkeit. So paradox es klingt, nicht nur nicht das ausschließliche Vorwalten, son- dem sogar eine durchgängig genngere Maßgeblichkeit dieser „Erwerbs-Idee“ ist als jüdische Massenerscheinung zu betrach- ten. Das Festhalten an einer, den Einzelnen sozial und matenell so schädigenden Religion allein ist ja schon das beste Exempel dafür. Daß aber andererseits bei ausschließlicher Beschäftigung mit dem Handel das Streben nach Gelderwerb einen breiten Raum doch notwendig einnehmen mußte, ist zu banal, um darauf näher einzugehen. Hier kann nun Sombart erwidem, daß er ja selbst auf diese Überbewertung des Wissens, auf das Vorwalten der geisti- gen Interessen hingewiesen habe. Er weist aber darauf hin aus- drücklich mit dem Vermerk, daß mit dieser überragenden Geistigkeit das starke Ichgefühl notwendig vereinigt sei, welches die Welt nur von dem eigenen subjektiven Standpunkt aus unter dem Gesichtspunkte der Zweckmäßigkeit betrachten könne. Er meint femer, daß andere wichtige Seiten des geistigen Lebens unter dem Überwuchem des Verstandes verkümmem und verdorren. Verkümmert sei das instinktmäßige Verstehen, fehlend sei alle Romantik, alles sich in die Welt, sich in die Natur, sich in den Menschen Versenken. Gegenüber dem Nord- europäer bestehe eine tiefliegende Gegensätzlichkeit zwischen Unmittelbarkeit und Reflektiertheit des Weltlebens, zwischen intuitiver und diskursiver Weltbetrachtung, zwischen Schwär- merei und Nüchtemheit. Sombart weiß aber nichts davon, daß unter den Juden auch gar nicht so wenig zahlreich sich auch die gerade entgegen- gesetzte Wesensart der anscheinend zwecklos Sinnenden und Träumenden findet, die allerdings durch diese, ihre tiefere Veranlagung den Assimilationsnotwendigkeiten auf dem ratio- nalistischen Flachlande des merkantilen und Großstadtlebens nicht gewachsen sind. Wegen der Eigenschaften der Innerlich- keit, größerer Natumähe und Pnmitivität, wegen des Besitzes echtester Persönlichkeit gehen sie zugrunde, werden sie anpas- sungsunfähig und ungeeignet für die heute für die Juden uner- läßliche Form des Daseinskampfes. Das ist ja vielleicht einer der größten Schäden der gegenwärtigen Assimilationsepoche.