
Page 367 • Click to zoom
Page 367 of 568
315 overrun by a new barbarian population, the so-called Kassites, and in the second, new powers arise, especially the Assyrians, who wrest political rule from it forever.* Admittedly, the recognition as a spiritual capital always remained with Babylon; despite this political decline, it played the role of Rome in the Middle Ages.
With that, the time had come for the other cultural state, Egypt, where it could, for its part, expand. The closest territory for its conquests, however, was Canaan. In the first half of the second millennium, the pharaohs conquered not only this, but also the largest part of Syria. The land in which the religion of Abraham had sought a home had thus now come under Egypt's rule.
Here, too, one can again recognize the faithfulness of the historical background in the patriarchal saga. The natural refuge of the distressed patriarchs during famine is Egypt, whose rulers they themselves are subject to. When they go to Egypt to buy grain, they remain in the empire to which they belong and turn to their "government."
The Egyptian rule lasted for several centuries with varying strength. We are comparatively better informed about the conditions in Palestine during this time. Besides the accounts of the Egyptians themselves, we have a plentiful number of invaluable and most conclusive documents. These are letters which the princes of Palestine and Phoenicia addressed to their overlord, the Pharaoh, and which give us a vivid picture of the conditions in Canaan during this time. — It is the 15th century, during the reign of the Pharaohs Amenophis III and IV.
The country is under a number of native princes and each of them is at war with the other. The content
- These migrations are probably to be regarded, like the last one of the Assyrians or Arameans, as expansions of power or as political displacements by geographical neighbors, but not, as mere reflection as well as the excavated monuments probably show, as migrations from another corner of the earth.
Show Original German Text
315 von einer neuen barbanschen Bevölkerung, den sogenannten Kassiten überrannt, und in der zweiten kommen neue Gewalten auf. besonders Assynen, welche ihm die politische Herrschaft für immer entreißen.* Freilich, die Anerkennung als geistige Hauptstadt ist Babylon stets geblieben, es hat trotz dieses poli- tischen Rückganges die Rolle Roms im Mittelalter gespielt. Damit war für den anderen Kulturstaat, Ägypten, die Zeit gekommen, wo es sich seinerseits ausdehnen konnte. Das nächste Gebiet für dessen Eroberungen war aber Kanaan. In der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends haben die Pha- raonen nicht nur dieses, sondem auch den größten Teil von Synen erobert. Das Land, in welchem die Religion Abrahams eine Heimat gesucht hatte, war also jetzt unter Ägyptens Herr- schaft gekommen. Auch hier kann man wieder die Treue des geschichtlichen Hintergrundes in der Vätersage erkennen. Die natürliche Zu- flucht der notleidenden Patnarchen ist bei Hungersnot Ägyp- ten, dessen Herrschem sie ja selbst unterstehen. Wenn sie nach Ägypten gehen, um Kom zu kaufen, so bleiben sie im Reiche, zu dem sie gehören und wenden sich an ihre „Regierung“. Die ägyptische Herrschaft hat mit abwechselnder Stärke mehrere Jahrhunderte gedauert. Über die Zustände Palästinas während dieser Zeit sind wir verhältnismäßig besser unter- nchtet. Außer den Nachnchten der Ägypter selbst haben wir nämlich eine reichliche Anzahl unschätzbarer und beweiskräf- tigster Urkunden. Es sind dies Bnefe, welche die Fürsten Pa- lästinas und Phöniziens an ihren Oberherm, den Pharao, ge- nchtet haben und welche uns ein anschauliches Bild von den Zuständen Kanaans in dieser Zeit geben. — Es ist das 15. Jahr- hundert, während der Regierung der Pharaonen Amenophis III. und IV. Das Land steht unter einer Anzahl einheimischer Fürsten und diese liegen jeder mit dem andem in Kampf. Der Inhalt * Diese Völkerschiebungen sind wohl, wie zuletzt die der Assyrer oder Aramäer, als Machtausbreitungen oder als politische Verdrängungen durch geographische Nachbam, nicht aber, wie wohl ebenso bloße Über- legung wie die ausgegrabenen Monumente zeigen, als Wanderungen von einer anderen Ecke der Erde her zu betrachten.