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288 sons, who often stand out for their deep inwardness and the intensity of their feelings.
But in return, these natures are as a rule much deeper, more robust, for their fundamental associations are not given from the outset and the predispositions necessary for their construction emerge from a much deeper ground than in the superficial heroes of the day.
If characters of this kind are capable of bringing their associations to maturity, if they succeed in the difficult work of fighting their way through, and if their highly intensified emotional life is then also combined with talent potentiated to the point of pseudo-geniality, then, when the path of developmental possibility is cleared, true genius reveals itself: we find the general intelligence expressed in the instincts, combined with the most sober rationalism. And such gifted persons are then the great and powerful minds and, in particularly fortunate cases, the world-transforming colossal men.
Greater and more powerful than other “good minds” because their capacity for apperception is incomparably greater and their subjectivity is built upon much more far-reaching assumptions. They will therefore also be more original, creative, and productive in every respect.
Everything that has its roots in the power of feeling—mysticism, the deep appreciation of nature and art, the holy religious awe of psychically strong, genuine natures, the need for the internalization of experiences, the longing for an emotional understanding of the universe and its individual phenomena—is at home precisely with those who still stand in an instinctual rapport with the environment and who cannot see in a barren rationalism a key to understanding existence.
The development of such dispositions will find more favorable ground among those groups of people who, still rooted in their soil, possess leisure for contemplation and brooding for its own sake through the possession of quiet, stable ways of life, who cherish and cultivate the deeper dispositions of their temperament and can leave them to undisturbed self-development.
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288 sonen, die oft durch ihre tiefe Innerlichkeit und die Intensität ihrer Gefühle auffallen. Dafür aber sind diese Naturen in der Regel viel tiefer, kemiger, denn ihre grundlegenden Assoziationen sind nicht von vomherein gegeben und die zu ihrer Konstruierung nötigen Prädispositionen tauchen aus viel tieferem Grunde auf als bei den oberflächlichen Tageshelden. Sind Charaktere dieser Art imstande, ihre Assoziationen durchzureifen, gelingt ihnen die schwere Arbeit, sich durchzunngen, und verbindet sich mit ihrem hochgesteigerten Seelenleben dann auch das bis zur Pseudogenialität potenzierte Talent, so zeigt sich, wenn die Bahn der Entwicklungsmöglichkeit freigegeben ist, dann die wahre Genialität: wir finden die in den Instinkten sich ausprägende generelle Intelligenz, verbunden mit nüchtemster Rationalistik. Und solche begnadete Personen sind dann die großen und gewaltigen Köpfe und in besonders glücklichen Fällen die weltumgestaltenden Kolossalmenschen. Größer und gewaltiger als andere „gute Köpfe“ deshalb, weil ihre Apperzeptionsfähigkeit ungleich größer ist und ihre Subjektivität auf viel weiter ausgreifenden Voraussetzungen sich aufbaut. Sie werden darum in jeder Hinsicht auch ongineller, schöpfenscher, produktiver sein. Alles, was in der Kraft des Fühlens seine Wurzeln hat, die Mystik, das tiefe Natur- und Kunstempfinden, die heilige religiöse Scheu seelisch-kräftiger echter Naturen, das Bedürfnis nach Vennnerlichung der Erlebnisse, die Sehnsucht nach gefühlsmäßigem Verständnis des Weltalls und der einzelnen Erscheinungen, ist gerade bei denjenigen heimisch, die noch in einem Instinktrapport mit der Umwelt stehen und in einer kahlen Rationalistik keinen Schlüssel zum Verständnis des Seins erblicken können. Die Entwicklung derartiger Anlagen wird bei solchen Volksgruppen ein günstigeres Feld finden, die, noch mit ihrem Boden verwachsen, durch den Besitz ruhiger, stabiler Erwerbsweisen Muße besitzen zum Sinnen und Grübeln um seiner selbst willen, die die tieferen Anlagen ihres Gemütes hegen und pflegen und der ungestörten Selbstentwicklung überlassen kön-