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287 geneous the instinctual material is, therefore necessarily greatest in a high-ranking pure race.
To dissolve such general dispositions into the free activity of reason is a matter for only the very few and most select spirits. Analogous to how the mere individual intelligence of man, in contrast to the behavior of lower animals, still lies latent in childhood, here too—only with infinitely greater difficulty—the dispositions must first, in order to be depotentiated of their merely instinctive character, be brought forth from latency by one's own careful re-chiseling, be ecphored.
Consequently, due to the incomparably greater abundance of instinctual predispositions, if they are to be dissolved, the formative process of their association must be incomparably more difficult. The instincts of the thinking man, through their transformation into dispositions, represent only a formal gift, which he must actively cast into objective forms himself. The reworking of all dispositions into a concrete shape therefore requires all the harder work, the greater the store of dispositions to be processed, the deeper into the series of generations those heritable instincts reach that serve as the foundations for these dispositions. Hence, if this struggle for objectification cannot be brought to a successful conclusion, the apparently unfinished, the impractical action, and the apparent lack of talent of such per- the accompanying psychic parallel processes gain prevalence through the transfer of nervous stimulus energy. Thus, with a weakening of the intellectual element, the associated emotional element grows through the diversion of the nervous stimulus energy. Just as intellectuality can grow with a greater wealth of instinct, so too must the scope and intensity of the complex of psychic phenomena grow with it. Thus, both temperament and free intellect are equally modes of manifestation of the same Mneme. In the absence of the possibility for the free intellect to develop, a conclusion about the magnitude of the Mneme can therefore also be drawn from the magnitude of the psychic endowment.
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287 gener das Instinktmatenal ist, am größten daher nothwendig bei einer hochstehenden reinen Rasse. Solche generelle Anlagen in freie Vemunftthätigkeit auf- zulösen, ist eine Sache nur der wenigsten und er- lesensten Geister. Analog wie auch die bloße Indivi- dualintelligenz des Menschen, im Gegensatze zu dem Verhalten niednger Thiere, in der Kinderzeit noch in Latenz steckt, müssen auch hier — nur mit unendlich schwererer Mühe — die Dispo- sitionen, um sie ihres bloß instinktiven Charakters zu depoten- zieren, erst durch eigenes sorgfältiges Nach- meiſſeln aus der Latenz hervorgeholt, ekphonert werden. Es muß also infolge der ungleich größeren Fülle der In- stinkt-Prädispositionen, wenn dieselben aufgelöst werden sollen, der Werdeprozeß ihrer Assoziierung ungleich schwerer sein. Die Instinkte des denkenden Menschen stellen durch die Umsetzung in Dispositionen nur eine formale Begabung dar, die er selbst- thätig erst in objektive Formen zu gießen hat. Die Umarbeitung aller Dispositionen in eine konkrete Gestalt setzt daher eine um so härtere Arbeit voraus, je größer der zu ver- arbeitende Vorrat an Dispositionen ist, je tiefer in die Gene- rationenreihe diejenigen vererbungsfähigen Instinkte zurück- reichen, die diesen Dispositionen als Grundlagen dienen. Daher, wenn dieser Kampf um die Objektivierung nicht zu Ende ge- deihen kann, das anscheinend Unfertige, das unpraktische Han- deln und der anscheinende Mangel an Begabung solcher Per- — präsentierten bewußten oder unbewußten Vorstellungen; die begleitenden psychischen Parallelvorgänge erhalten durch Überleitung der nervösen Reizenergie die Prävalenz. Bei Schwächung des intellektuellen Elements wächst also durch Ableitung der nervösen Reizenergie das assoziierte emotionelle Element. Wie mit größerem Instinktreichthum die Intellektualität wachsen kann, so muß mit ihm auch Umfang und Intensität des Komplexes der psychi- schen Phänomene wachsen. Gemüt sowohl wie freier Intellekt sind also in gleicher Weise Manifestations-Modi derselben Mneme. Bei nicht vorhande- ner Entfaltungsmöglichkeit des freien Intellektes kann daher auch aus der Größe der seelischen Veranlagung ein Schluß auf die Größe der Mneme gezogen werden.