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275 soul-forces, the subconscious of an entire people, are concentrated and break forth to the surface with elemental force. Only when the body of knowledge adequate to this intellect unites with the brilliant disposition, which in turn rises and falls with the quota of intellect stored up from ancestors, does the scientific, philosophical, or statesmanlike genius arise, whereas artistic genius, which is based solely on intuition, only needs to overcome technical difficulties to achieve a breakthrough.
The question of how nature produces the highest flower of human culture, genius, has often occupied the human drive for research. Here too, scientific research is able to provide clarification. Undoubtedly, the appearance of genius is not a blind accident.
This much is certain, that genius is to be regarded as an intellectual product of the breeding of several generations. But not only must the extremely complicated circumstances of bi-parental heredity be favorable to produce a brilliantly disposed brain; no less important for the development of this so sensitive and rare seed are the soil and the other external conditions that promote growth, the environment, education, etc. Only when all these complicated conditions harmonize can a true genius develop. It is to completely misunderstand the importance of external circumstances for the development of genius to assume that a Raphael or a Mozart would have developed to the heights of genius under any circumstances, as was actually the case under the given circumstances.
Just as we see that nature brings numerous individual talents into the world, but that very special external circumstances are required to make what we call a "genius" spring forth from the great mass of scattered talents, so it is also with peoples (Reibmayr).
Numerous tribes with good physical and mental dispositions have settled scattered across the available earth, 18*
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275 ten Seelenkräfte, das Unterbewußtsein eines ganzen Volkes kon- zentnert sind und mit elementarer Wucht an die Oberfläche hervorbrechen. Doch erst wenn der dieſem Intellekt adäquate Wiſſensinhalt mit der genialen Anlage, die ihrerſeits wieder mit der Quote des von den Ahnen aufgefpeicherten Intellekts steigt und fällt, ſich vereinigt, entsteht das wiſſenschaftliche, philoſophische, staatsmännische Genie, während das künst- lensche Genie, das allein auf der Intuition baſiert, nur er Überwindung der technischen Schwiengkeiten bedarf, um ſich zum Durchbruch zu bnngen. Die Frage, auf welche Weiſe die Natur die höchste Blüte der menschlichen Kultur, das Genie, hervorbnngt, hat schon oft den Forschungstneb der Menschen beschäftigt. Auch hier ver- mag die naturwiſſenschaftliche Forschung Aufklärungen zu geben. Zweifellos ist das Erscheinen des Genies kein blinder Zufall. Soviel ist ſicher, daß das Genie als ein intellektuelles Züch- tungsprodukt mehrerer Generationen zu betrachten ist. Aber nicht nur die äußerst komplizierten Verhältniſſe der zweitelter- lichen Vererbung müſſen günstig liegen, um ein genial ange- legtes Gehim zu erzeugen, nicht minder wichtig für die Ent- wicklung dieſes ſo empfindlichen ſeltenen Samens ſind der Boden und die anderen das Wachstum befördemden äußeren Verhältniſſe, die Umgebung, die Erziehung etc. Erst, wenn alle dieſe komplizierten Verhältniſſe harmonisch zuſammen- stimmen, dann kann ein echtes Genie ſich entwickeln. Es heißt die Wichtigkeit der äußeren Verhältniſſe für die Entwicklung des Genies ganz verkennen, wenn man annimmt, daß ein Rafael oder ein Mozart ſich unter allen Verhältniſſen zu der Höhe des Genies entwickelt hätten, wie es unter den gegebenen Verhält- niſſen wirklich der Fall war. So wie wir ſehen, daß die Natur zahlreiche individuelle Talente zur Welt bnngt, daß es aber ganz beſonderer äußerer Verhältniſſe bedarf, um aus der großen Menge ausgestreuter Talente das hervorzuspnngen, was wir ein „Genie“ nennen, ebenſo verhält es ſich auch bei den Völkem (Reibmayr). Zahlreiche Stämme mit guten körperlichen und geistigen Anlagen haben ſich auf der verfügbaren Erde zerstreut ange- 18*