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XXV poral expression of this stage of every religion, which is vegetative in conviction and rationalistic in doctrine.
Furthermore, in all religions, a time of true piety and inner experience of God is followed by a time of the degradation of living faith to the level of a coarse-sensual understanding and the sanctioning of reli- gion as external legality.
As for the relationship between mysticism and religious driving forces within Judaism, which has been so frequently discussed since Chamberlain—a question that the factual reviews have treated somewhat neglectfully—here too Sombart's standpoint must be rejected as superficial. I myself have pursued this problem in the penultimate section of this book—I believe with some success—and believe I am able to form an independent judgment on it.
Against a specific disposition, on the other hand, and a racial anchoring of such a disposition in any people, and therefore also in the Jews, speak with absolute clarity the facts, overlooked by Sombart, of even the most recent history. I refer Sombart here to an author whose views I otherwise do not share, but who has earned great merit precisely by pointing out these striking phenomena, to Martin Buber. I will return to the subject itself later.
Now for another very important link in Sombart's chain of evidence: "Desert and wandering, as much as they have determined the Jewish character, are not the only twists of fate to which the Jews owe their nature. . . The one great destiny that the Jews still had to bear was money: that they were the guardians of the hoard for millennia."
"Thus they became masters of money and through money . . . the masters of the world." "The fact that the Jews were always the richest people has remained un- changed through the centuries." "From Solomon to Bleichröder and Barnato, Jewish wealth runs like a golden thread through history, without breaking at any point."
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XXV poräre Ausdruck dieses in der Ueberzeugung vegetativen, in der Lehre rationalistischen Stadiums jeder Religion. In allen Religionen folgt femer auf eine Zeit der wahren Frömmigkeit und des inneren Erlebnisses Gottes eine Zeit der Herabdrückung des lebendigen Glaubens auf das Niveau eines grobsinnlichen Verständnisses und der Sanktionierung der Reli- gion als äußere Legalität. Was übngens das seit Camberlain so häufig diskutierte Verhältnis von Mystik und religiösen Tnebkräften inner- halb der Judentums betnfft — eine Frage, die die sachlichen Rezensionen etwas stiefmütterlich behandelt haben, so muß auch hier der Standpunkt Sombarts als oberflächlich abgelehnt wer- den. Ich selbst bin im vorletzten Abschnitt dieses Buches — ich glaube mit einigem Glück — diesem Problem nachgegangen und glaube mir ein selbständiges Urteil darüber bilden zu können. Gegen eine spezifische Veranlagung dagegen und eine rassenmäßige Verankerung einer solchen Anlage bei irgend einem Volk und daher auch bei den Juden, sprechen mit absoluter Deutlichkeit schon allein die von Sombart übersehenen Tatsachen sogar der jüngsten Geschichte. Ich verweise Sombart hier auf einen Autor, dessen Ansichten ich im übngen nicht teile, der aber gerade durch den Hinweis auf diese markanten Erscheinungen sich große Verdienste erworben hat, auf Martin Buber. Auf den Gegenstand selbst komme ich noch zurück. Nunmehr ein anderes sehr wichtiges Glied aus Sombarts Beweiskette: „Wüste und Wanderung, so sehr sie die jüdische Eigenart bestimmt haben, sind doch nicht die einzigen Schicksals- fügungen, denen die Juden ihr Wesen verdanken. . . Das eine große Schicksal, das den Juden noch zu tragen oblag, war das Geld: daß sie die Hüter des Hortes durch Jahrtausende waren.“ „So wurden sie Herren des Geldes und durch das Geld . . . die Herren der Welt.“ „Die Tatsache, daß die Juden immer die reichsten Leute waren, hat sich durch die Jahrhunderte un- verändert erhalten.“ „Vom Salomo bis Bleichröder und Bamato zieht sich der jüdische Reichtum wie ein goldener Faden durch die Geschichte, ohne an einer Stelle zu reißen.“