
Page 279 • Click to zoom
Page 279 of 568
227 two eggs in the same nest, which naturally has the consequence that afterwards one of the two birds is pushed out. Also, the migratory drive of some animals is most poorly developed. Thus, for example, insects that do not otherwise live socially undertake great migrations from time to time and perish in countless swarms in the sea. The North American bison, crowded together in great herds on their journeys, wander with such impetuosity on narrow rocky paths that many of them fall into the abyss. The Norwegian lemming, too, as is well known, is often lured to its doom in a similar way by its instinct.
These events speak an eloquent language; they prove that instinct does not under all circumstances serve the thriving of the species, or race respectively; at the same time, they also suggest the assumption that, in addition to the survival of the most adapted individuals and species, which in all circumstances benefits the species, or race respectively, another principle must be involved in instinctual actions. We must, however, with great probability, see this further causal factor in the circumstance that actions, which perhaps proved to be advantageous for those animals in past millennia or millions of years under completely different conditions of existence, are still continued at a time when, under changed external circumstances, the adherence to the ancient influences of memory threatens those animals with ruin, in many cases even brings about their annihilation.
The long series of generations from the lowest protoplasmic moneron to the highest animals offers enough time and scope to be able to explain the emergence and growth of even the most differentiated instincts through slow, mediating transitions. The behavior toward the various stimuli given in the primordial moneron by the physical and chemical laws forms the starting point for this developmental series.
Even more clearly than in animals, the mediating transitions appear in plants, where on the one hand conscious- 15*
Show Original German Text
227 zwei Eier in das nämliche Nest, was natürlich zur Folge hat, daß nachher einer der beiden Vögel hinausgedrängt wird. Auch ist der Wandertneb mancher Tiere höchst mangelhaft aus- gebildet. So untemehmen z. B. Insekten, welche sonst nicht gesellig leben, zeitweilig große Wanderzüge und kommen in un- gezählten Schaaren im Meere um. Die nordamenkanischen Bisone wandem, auf ihren Zügen zu großen Herden zusam- mengedrängt, mit solchem Ungestüm auf engem Felspfade, daß viele von ihnen in den Abgrund stürzen. Auch der norwegische Lemming wird bekanntlich durch seinen Instinkt häufig auf ähnliche Art ins Verderben gelockt. Diese Ereignisse sprechen eine beredte Sprache; sie be- weisen, daß der Instinkt nicht unter allen Umständen dem Gedeihen der Art, bezw. Rasse dient; sie legen zugleich auch die Vermutung nahe, daß neben dem Überleben der am meisten angepaßten Individuen und Arten, was unter allen Umständen der Art, bezw. Rasse zustatten kommt, an den Instinkthand- lungen noch ein anderes Pnnzip beteiligt sein muß. Diesen weiteren ursächlichen Faktor haben wir aber mit großer Wahr- scheinlichkeit in dem Umstande zu erblicken, daß Handlungen, die vielleicht in vergangenen Jahrtausenden oder Jahrmillionen unter völlig verschiedenen Existenzbedingungen für jene Tiere sich als vorteilhaft erwiesen haben, auch noch zu einer Zeit fortgesetzt werden, wo unter veränderten äußeren Verhältnissen die Festhaltung der uralten Ennnerungseinflüsse jene Tiere mit Verderben bedroht, in vielen Fällen sogar ihre Vemichtung herbeiführt. Es bietet die lange Generationenreihe von der niedngsten protoplasmatischen Monere bis zu den höchsten Tieren Zeit und Spielraum genug, um das Entstehen und Wachstum auch der differenziertesten Instinkte durch langsam vermittelnde Über- gänge erklären zu können. Das in der Urmonere durch die physikalischen und chemischen Gesetze gegebene Verhalten gegen die verschiedenartigen Reize bildet den Ausgangspunkt für diese Entwicklungsreihe. Noch deutlicher als bei den Tieren treten die vermittelnden Übergänge bei den Pflanzen hervor, wo einerseits die bewußt- 15*