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213 the freedom of minds, the consciousness of power awakened by it, had a completely unbelievable expansion in every respect as an immediate consequence. The Netherlands took possession of the Portuguese colonies by war. The treasures that had previously streamed to Lisbon now migrated to Amsterdam. But unlike the Iberian countries, a world industry developed here alongside world trade. The Netherlands became the richest country in Europe; their trade and industry dominated the world. The wealth of money became so great that the interest rate stood at 2 to 3%. Their armed force was also significant at this time, and — what interests us most — the arts and sciences were at their highest development.
At the same time, however, we must also say that this highest stage of Dutch art, of Dutch culture in general, also remained limited to this period of greatest wealth. In later times, we never again find such masters as Rubens, Van Dyck, and Rembrandt. Scholars like Scaliger, Grotius, Huygens, Jansen, Spinoza, Vesalius, Boerhaave, etc. This Dutch period of flourishing is, just like the age of the Renaissance, one of the best examples of the mutual conditionality of wealth and sense of power on the one hand, and high momentum in spiritual and material culture on the other.
Of the mercantile greatness of England, of its importance for the overall politics of Europe, of the later immensely great significance of the brilliant English scholars for science, of its enormous capacity for achievements in the field of material culture, of Positivism, of the world-conquering boldness of the British Anglo-Saxons, of all these qualities, which are now said to have always been exclusively rooted in the nature of the Anglo-Saxon race, nothing was known until Elizabeth and until Cromwell. In the year 1598, the former succeeded in defeating the Spanish Armada. This, and at the same time the Reformation, which liberated minds, produced an extraordinary increase in the nation's self-confidence.
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213 die Freiheit der Geister erkämpft zu haben, das dadurch er- weckte Kraftbewußtsein, hatte eine ganz unglaubliche Expansion in jeder Beziehung zur unmittelbaren Folge. Die Niederlande brachten durch Kneg die portugiesischen Kolonien in ihren Besitz. Die Schätze, die früher nach Lissabon geströmt waren, wanderten jetzt nach Amsterdam. Aber zum Unterschied von den pyrenäischen Ländem, entwickelte sich hier neben dem Welthandel auch eine Weltindustne. Die Niederlande wurden das reichste Land Europas, ihr Handel und ihre Industne be- herrschten die Welt. Der Geldreichtum wurde so groß, daß der Zinsfuß auf 2 bis 3% stand. Auch ihre bewaffnete Macht war zu dieser Zeit bedeutend, und — was uns am meisten interessiert — Künste und Wissenschaften standen in der höchsten Entwicklung. Gleichzeitig müssen wir aber auch sagen, daß diese höchste Stufe der holländischen Kunst, der holländischen Kultur über- haupt, eben auch auf diese Zeitpenode des größten Reichthums beschränkt blieb. Wir finden in der späteren Zeit nie wieder solche Meister wie Rubens, Van Dyck und Rembrandt. Gelehrte wie Skaliger, Grotius, Huyghens, Jansen, Spinoza, Vesalius, Boerhave etc. Diese holländische Blüthepenode ist ebenso wie das Zeitalter der Renaissance eines der besten Exempel für die gegenseitige Bedingtheit von Reichthum und Kraftgefühl einer- seits und hohem Schwung in der geistigen und matenellen Kul- tur anderseits. Von der merkantilen Größe Englands, von seiner Wich- tigkeit für die Gesamtpolitik Europas, von der später unge- heuer groß gewordenen Bedeutung der genialen englischen Ge- lehrten für die Wissenschaft, von seiner enormen Fähigkeit für Leistungen auf dem Gebiete der matenellen Kultur, des Positivismus, von der weltbezwingenden Kühnheit der bnti- schen Angelsachsen, von allen diesen Eigenschaften, von denen man jetzt sagt, sie liegen seit je ausschließlich im Wesen der angelsächsischen Rasse begründet, hatte man bis zu Elisabeth und bis zu Cromwell nichts gewußt. Im Jahre 1598 gelang es der ersteren, die spanische Armada niederzuwerfen. Dies und gleichzeitig die die Geister befreiende Reformation erzeugte eine außerordentliche Steigerung des Selbstvertrauens der Na-