
Page 261 • Click to zoom
Page 261 of 568
209 The cultural catalysts transplanted by the Phoenicians through their seafaring into the countries of the entire Mediterranean basin fulfilled their purpose: everywhere their colonies had the effect of awakening needs and expanding horizons. The need for prosperity, for skills, for knowledge arose, and it did so first where, due to the country's most favorable maritime location, traffic had become most intensive, first in Asiatic, then in European Greece. The Greek-speaking Asia Minor neighbors of the Phoenicians were the first to succeed in learning their arts from them. They became their dangerous competitors and themselves achieved great prosperity. And here also stood the cradle of Greek culture. The Ionian philosophers and the poems of Homer originate from Asia Minor. First here, then on the islands, then in Greece itself, culture from then on steadily gained ground with increasing trade relations. However, the European-Greek, i.e., the Attic culture, only achieved its dominant position through the Persian Wars. Through this inclusion of Greece in the politics of the great Asian states, the borders of the then-known cultural world were shifted a great deal to the west. With increasing political importance, with the rise of self-confidence and the strengthening of political power through victories, economic strength also grew, and the ports of Greece became centers of world trade. And synchronous with the economic rise, a veritable soaring in cultural terms occurred in all areas of intellectual life. What Greece achieved of its greatest in the arts and sciences comes from that Periclean age, which was at the same time the richest in economic means of power in all of Hellenic history.
The inclusion of Europe in ancient world trade did not stop with Greece. The Greeks themselves sent colonists all over the world; in particular, the sphere of interest created by the most active trade relations advanced to Sicily and Southern Italy, which for several generations
Zollschan, The Race Problem, 3rd ed. 14
Show Original German Text
209 Die von den Phöniziem durch ihre Schiffahrt in die Län- der des ganzen Mittelmeerbeckens verpflanzten Kulturfermente erfüllten ihren Zweck: allenthalben wirkten ihre Kolonien Bedürfnisse weckend, den Gesichtskreis erweitemd. Das Be- dürfnis nach Wohlstand, nach Kenntnissen, nach Wissen stellte sich ein, und zwar zuerst dort, wo wegen der günstigsten manti- men Lage des Landes der Verkehr am intensivsten geworden war, zuerst im asiatischen, dann im europäischen Gnechen- land. Den gnechisch redenden kleinasiatischen Nachbam der Phönizier gelang es zuerst, diesen ihre Künste abzulauschen. Sie wurden zu ihren gefährlichen Konkurrenten und gelangten selbst zu großem Wohlstand. Und hier stand auch die Wiege der gnechischen Kultur. Die jonischen Philosophen und die Dichtungen Homers stammen aus Klein- asien. Erst hier, dann auf den Inseln, dann in Gnechenland selbst, gewann die Kultur von nun ab mit den zunehmenden Handelsbeziehungen stets an Boden. Ihre dominierende Stel- lung errang aber die europäisch-gnechische, d. h. die attische Kultur erst durch die Perserknege. Durch diese Einbeziehung Gnechenlands in die Politik der asiatischen Großstaaten wur- den die Grenzen der damals bekannten Kulturwelt um ein großes Stück nach Westen verschoben. Mit zuneh- mender politischer Bedeutung, mit der Hebung des Selbst- bewußtseins und der Erstarkung der politischen Macht durch die Siege, wuchs auch die ökonomische Kraft, und Gnechenlands Häfen wurden Zentren des Welthandels. Und synchron mit dem ökonomischen Aufstieg erfolgte ein wahres Emporschnellen in kultureller Hin- sicht auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Was Gnechen- land Größtes in den Künsten und in den Wissenschaften ge- leistet hat, das stammt aus jener penkleischen Zeit, die gleich- zeitig auch die an ökonomischen Machtmitteln reichste in der ganzen hellenischen Geschichte war. Die Einbeziehung Europas in den antiken Weltverkehr blieb bei Gnechenland nicht stehen. Die Gnechen entsandten selbst Kolonisten in alle Welt, namentlich schob sich die durch die regsten Handelsbeziehungen geschaffene Interessensphäre nach Sizilien und Untentalien vor, die jetzt einige Generationen Zollschan, Das Rassenproblem, 3. Aufl. 14