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XXI itself, and because I will be able to refer to passages in it regarding most points.
It should first be pointed out that some of the historical facts that represent the most important supporting beams in Sombart's intellectual structure, upon objective criticism, turn out not to be facts, but mere hypotheses, whose claim to probability is moreover a very slight one.
Sombart's system is intended to serve as an explanation of the fact that only and exclusively upon the collision of the Jews with the peoples of the North were they able to fully develop their so extraordinary commercial talent. We know, however—and in the section on the history of Semitic culture in Spain, on pages 334 to 346 of this book, I have already pointed this out before Sombart—that the industrial and commercial activity of the Jews at the time of the Moorish rule in Spain is quite comparable, mutatis mutandis, with the epoch described by Sombart.
The Moors and Southern Europeans, however, even after the Migration Period, may not be counted among the mystical "wet-cold" peoples whose essence Sombart has described so poetically, and even less so the inhabitants of the eastern Mediterranean countries and Inner Asia. The trading posts and consulates, which served to support the Arab world trade then in the hands of the Jews, extended, however, to the north coast of the Black Sea, along the African coasts as far as Madagascar, and even to the ports of India and China. The most important prerequisite, namely Sombart's theme that a deeper disposition must be sought for the world-historical fact that the "all-surpassing" importance of the Jews for modern economic life first appeared at the encounter of this desert people with the peoples of the wet and cold North, thus experiences through the reference to this data a restriction that is very dangerous for his system. — That also in the north of Europe long before the presence of the Jews the Hanseatics—just as in the just mentioned case the Jews without the encounter with Ger-
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XXI ſelbst ist, und weil ich mich bezüglich der meisten Punkte auf Stellen deſſelben beziehen können. Da ſoll nun zuerst darauf hingewieſen werden, daß einige von den histonschen Tatſachen, die die wichtigsten Tragbalken in dem Sombartschen Gedankenbau darstellen, bei objektiver Kntik ſich nicht als Tatſachen, ſondem als bloße Hypotheſen ergeben, deren Anspruch auf Wahrscheinlichkeit zudem ein ſehr gennger ist. Das System Sombarts ſoll der Erklärung der Tatſache dienen, daß einzig und allein erst bei dem Zuſammenstoß der Juden mit den Völkem des Nordens ſie ihre ſo außerordentliche kommerzielle Begabung voll entfalten konnten. Wir wiſſen aber — und in dem Abſatz über die Geschichte der ſemitischen Kultur in Spanien, auf Seite 334 bis 346 dieſes Buches habe ich ja vor Sombart schon darauf hingewieſen — daß die indu- stnelle und kommerzielle Thätigkeit der Juden zur Zeit der maunschen Herrschaft in Spanien mit der von Sombart ge- schilderten Epoche mutatis mutandis durchaus vergleichbar ist. Die Mauren und Südeuropäer dürfen aber, ſogar nach der Völkerwanderung, nicht zu den mystischen „naſkalten“ Völ- kem gezählt werden, deren Weſenheit Sombart ſo poetisch ge- schildert hat, und noch viel weniger die Bewohner der östlichen Mittelmeerländer und Inneraſiens. Die Faktoreien und Kon- ſulate, die dem damaligen in den Händen der Juden befind- lichen arabischen Welthandel zur Stütze dienten, erstreckten ſich aber bis an die Nordküste des Schwarzen Meeres, längs der afnkanischen Küsten bis nach Madagaſkar, ja bis zu den Häfen Indiens und Chinas. Die allerwichtigste Vorausſetzung, nämlich das Thema Sombarts, daß da eine tiefere Veranlagung geſucht werden müſſe für die weltgeschichtliche Tatſache, daß die „alles übergipfelnde“ Bedeutung der Juden für das modeme Wirtschaftsleben zum erstenmal bei dem Zuſammentreffen dieſes Wüstenvolkes mit den Völkem des naſſen und kalten Nordens in die Erscheinung trat, erfährt ſo durch den Hinweis auf dieſe Daten eine für ſein System ſehr gefährdende Ein- schränkung. — Daß auch im Norden Europas lange vor der An- weſenheit der Juden die Hanſeaten — ebenſo wie in dem eben erwähnten Falle die Juden ohne das Zuſammentreffen mit Ger-