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174 break. The "slippery, false" people (lubrica fallaxque) is their standard designation. Their later history completely confirms the reputation they acquired early on. We have continuous sources since the Merovingians, whose line Clovis worthily begins. This moral "strongman" carried out a true massa- cre among his closest relatives; not in honest battle, but exclusively through "intrigue, incitement, se- cret murder, and quite openly and brutally committed manslaughter" did he eliminate seven who are named for us and, in addition, "many other kings and close relatives," whose realms he incorporated into his own. And the most remarkable thing is the equanimity, indeed often the applause, of the murdered men's retainers, who were sworn to fealty!* The successors of Clovis were also the ones who let themselves be hired simultaneously by the warring Goths and the Byzan- tines and betrayed them both. In doing so, they had arranged with the Goths that they would not use Franks, but other peoples belonging to their empire in Italy, in order to secure for themselves the excuse before the Roman emperor that those troops were acting without and against their will. We have already described the appearance of the Franks in Italy. Naturally, the division of the gold extorted from the Goths among the Merovingian brothers did not proceed without deceit and taking advantage.
- First, he incited the Ripuarian prince Chloderic to murder his father King Sigibert by appealing to his greed. After the deed was done, the new king offered Clovis a share of the acquired treasures. An embassy from Clovis is received friendly, but murders Chloderic at the moment he bends down to lift treasures from a chest. Immediately, Clovis summons the people of the slain man, accuses him of patricide, and claims that he was killed by an unknown person. Hypocritically he adds: "But in all of this I am without guilt. For I will surely not shed the blood of my kinsmen! That would be an outrage." The kingdom and the treasures were kept by Clovis, "for," Gregory of Tours literally continues, "day by day God cast down Clovis's enemies under his hand and increased his kingdom as a reward because he walked before God with a righteous heart and did what was pleasing in God's
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174 brechen. Das „schlüpfnge, falsche“ Volk (lubnca fallaxque) ist ihre stehende Bezeichnung. Ihre spähtere Geschichte be- stätigt den früh erworbenen Leumund vollkommen. Fortlaufende Quellen beſitzen wir ſeit den Merowingem, deren Reihe Chlod- wig würdig eröffnet. Dieſer moralische „Kraftmensch“ nchtete ein wahres Ge- metzel unter ſeinen nächsten Verwandten an; nicht im ehrlichen Kampf, ſondem ausschließlich durch „Intngue, Verhetzung, ge- heimen Mord und ganz offen brutal verübten Totschlag“ beſei- tigte er ſieben uns mit Namen genannte und außerdem noch „viele andere Könige und nächste Verwandte“, deren Reiche er ſeinem einverleibte. Und das Merkwürdigste ist der Gleich- mut, ja oft der Beifall der zur Gefolgstreue verpflichteten Heer- leute der Gemeuchelten!* Die Nachfolger Chlodwigs waren es auch, die ſich gleich- zeitig von den im Streit befindlichen Goten und den Byzan- tinem anwerben ließen und beide betrogen. Dabei hatten ſie mit den Gothen ausgemacht, ſie würden nicht Franken, ſondem andere ihrem Reiche angehönge Völker in Italien verwenden, um den römischen Kaiſer gegenüber die Ausflucht ſich zu ſichem, jene Scharen handelten ohne und gegen ihren Willen. Das Auftreten der Franken in Italien haben wir bereits geschil- dert. Natürlich ging es auch bei der Teilung des den Goten abgepreßten Goldes zwischen den merowingischen Brüdem nicht ohne Trug und Übervorteilung ab. * Zuerst hetzte er den npuanschen Pnnzen Chlodench zum Morde ſeines Vaters Königs Sigibert, indem er ſeine Habſucht anreizte. Nach vollbrachter Tat bietet der neue König dem Chlodwig einen Anteil an den gewonnenen Schätzen. Eine Geſandtschaft Chlodwigs wird freundlich empfangen, ermordet aber den Chlodench im Augenblick, als er ſich bückt, um Schätze aus einer Truhe zu heben. Sofort beruft Chlodwig das Volk des Getöteten zuſammen, klagt ihn des Vatermordes an und behauptet, jener ſei von einem Unbekannten erschlagen worden. Heuchlensch fügt er bei: „Aber an all dem bin ich ohne Schuld. Denn ich werde doch nicht das Blut meiner Geſippen vergießen! Das wäre ja Freveltat.“ Das Reich und die Schätze behielt Chlodwig, „denn“, fährt Gregor von Tours wörtlich fort, „Gott warf Tag um Tag Chlodovechs Feinde nieder unter deſſen Hand und mehrte ſein Reich zum Lohne dafür, daß er gerechten Herzens vor Gott wandelte und tat, was wohlgefällig war vor Gottes