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169 Some believe that the development of the Occidental peoples since late antiquity, and of the Central and Northern European peoples since the Middle Ages, is a consequence of general historical and economic development; the others, however, say it is based on the noble racial character of the Ger- manic peoples, because only in their blood alone have the traits of the highest spiritual and intellectual perfection, namely ideality and ingenuity, been naturally implanted since time immemorial.
We now assert that the incorrectness of the assertion that the Germanic peoples have distinguished themselves since time immemorial, as it were ab ovo, through the possession, let alone the sole possession, of ingenious talent and the noblest spiritual qualities, can be proven without difficulty.
In this, we will again follow the already frequently cited book by Hertz, who takes his arguments from the scarcely prejudiced Felix Dahn.
A look into the Germanic prehistoric era shall show us the moral reflection of the early Germanic peoples.
According to Chamberlain, freedom and loyalty are the foundations of the Germanic character. "Loyalty to the lord chosen autonomously by free resolve is the most significant trait in the character of the Germanic peoples: by it we can see whether pure Germanic blood flows in the veins or not."
The hallmark of this incomparable Germanic loyalty, however, is the free self-determination of the ideal, of the lord, of the being to whom one remains loyal. The particular emphasis placed on this quality well justifies making it the focal point of corresponding considerations.
In the beginnings of their history, the Germanic peoples appear to us as a people of nature, whose simple circumstances offered them few opportunities for deceit and betrayal. When in the present a people rises up and has success, the anthropologists discover its innate nobility and from its physical characteristics they read the justification, indeed the necessity, of its warlike and economic achievements (Tarde).
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169 Die einen meinen, daß die Entfaltung der okzidental- Völker seit dem späteren Altertum, und der mittel- und nord- europäischen Völker seit dem Mittelalter eine Folge der allge- meinen geschichtlichen und ökonomischen Entwicklung sei; die anderen aber sagen, sie beruhe auf dem Edelrassentum der Ger- manen, weil nur ihrem Blut allein von Natur aus seit je die Merkmale der höchsten seelischen und geistigen Vollkom- menheit, nämlich Idealität und Genialität einge- pflanzt seien. Wir behaupten nun, daß ohne Schwiengkeit die Unnchtig- keit der Behauptung nachgewiesen werden könne, daß die Ger- manen sich seit je, gleichſam ab ovo durch den Besitz, ge- schweige durch den Alleinbesitz genialer Begabung und der edelsten seelischen Eigenschaften ausgezeichnet hätten. Wir werden dabei wieder dem bereits mehrfach zitierten Buche von Hertz folgen, der seine Darlegungen dem wohl kaum voreingenommenen Felix Dahn entnimmt. Ein Blick in die germanische Vorzeit soll uns das mora- lische Spiegelbild der früheren Germanen zeigen. Freiheit und Treue sind nach Chamberlain die Grund- lagen des germanischen Charakters. „Die Treue gegen den aus freier Entschließung eigenmächtig erwählten Herm ist der be- deutendste Zug im Charakter der Germanen: an ihr können wir sehen, ob reines germanisches Blut in den Adem fließt oder nicht.“ Das Kennzeichen dieser unvergleichlichen Germanentreue ist aber die freie Selbstbestimmung des Ideals, des Herm, des Weſens, dem man Treue hält. Der beſondere Nachdruck, der auf dieſe Eigenschaft gelegt wird, rechtfertigt wohl, sie auch zum Mittelpunkt entsprechender Betrachtungen zu machen. In den Anfängen ihrer Geschichte treten uns die Germanen als ein Naturvolk entgegen, deſſen einfache Verhältniſſe ihm wohl wenig Gelegenheiten zu Trug und Verrat boten. Die an- finden. Wenn in der Gegenwart ein Volk ſich aufschwingt und Erfolg hat, entdecken die Anthropologen seinen angeborenen Adel und aus seinen körperlichen Merkmalen lesen ſie die Rechtfertigung. Ja die Notwendigkeit seiner knegenschen und wirthschaftlichen Errungenschaften (Tarde).