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138 this region. Under these circumstances, the theory which Halévy has put forward and for which a number of the most distinguished Assyriologists have since advocated, namely that cuneiform script is of Semitic origin, deserves to be considered most carefully. Much speaks in its favor, much that can be explained more easily by it than by the opposing hypothesis, which Jules Oppert put forward and to which, with certain limitations, the majority of scholars still adhere today. "The first to declare himself a follower of Halévy was Guyard. Among younger scholars, Thureau-Daugin, the most important Assyriologist in France, who has devoted himself particularly to the study of ancient Babylonian history, takes an anti-Sumerian position. The same is done by Henri Pognon, another excellent French scholar. In Germany, Alfred Jeremias and Jäger are on Halévy's side. In America, two Assyriologists of the first rank, who are preeminently qualified as authorities to express an opinion on the complex problem, namely Prof. I. M. Price at the University of Chicago and Prof. J. F. Mc. Curdy at the one in Toronto, share the views of the Semitic origin of Babylonian culture, and Brinton also counted among Halévy's followers. In view of such endorsements, it would be foolish to simply dismiss the problem as a settled dispute. We are perhaps still far from a decision on the question. The most recent historical and archaeological research compels every conscientious scholar who is not content to merely parrot a traditional view to re-examine the problem carefully. Even if it turns out that Halévy is not right in every detail, his main theses, namely that Babylonian culture is of Semitic origin and that no conclusive proof of a former Sumerian-Akkadian language has yet been furnished, are nevertheless to be recommended. "Under these circumstances, an attempt to make an impartial decision in this controversy will have to be limited to roughly the following propositions:
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138 dieſer Gegend ſuchen. Unter dieſen Umständen verdient die Theone, welche Halévy aufgestellt hat und für die inzwischen eine Anzahl der hervorragendsten Aſſynologen eingetreten ist, daß nämlich die Keilschnft ſemitischen Ursprunges ſei, auf das ſorgfältigste erwogen zu werden. Vieles spncht zu ihren Gun- sten, vieles, das durch ſie leichter erklärt werden kann als durch die entgegengeſetzte Hypotheſe, welche Jules Oppert vorgebracht hat und an der unter gewiſſen Einschränkungen noch heute die Mehrzahl der Gelehrten festhält. „Der erste, welcher ſich als Anhänger Halévys bekannte, war Guyard. Von jüngeren Gelehrten nimmt Thureau-Daugin, der bedeutendste Aſſynologe Frankreichs, welcher ſich ganz beſonders eingehend mit dem Studium der altbabylonischen Ge- schichte beschäftigt, einen anti-ſumenschen Standpunkt ein. Das gleiche tut Henn Pognon, ein anderer franzöſischer vor- züglicher Gelehrter. In Deutschland stehen Alfred Jeremias und Jäger auf Halévys Seite. In Amenka teilen zwei Aſſyno- logen ersten Ranges, die in hervorragendem Maße als Auton- täten zu einer Äußerung über das verwickelte Problem berufen ſind, nämlich Prof. I. M. Pnce an der Univerſität zu Chicago und Prof. J. F. Mc. Curdy an der zu Toronto, die Anſichten von dem ſemitischen Ursprunge der babylonischen Kultur, und auch Bnnton zählte zu den Anhängem Halévys. Angeſichts ſolcher Zustimmungen wäre es töncht, das Problem als eine abgetane Streitfrage einfach von der Hand weiſen zu wollen. Von einer Entscheidung über die Frage ſind wir vielleicht noch weit entfemt. Die neuesten histonschen und archäologischen Forschungungen zwingen jeden gewiſſenhaften Gelehrten, der ſich nicht damit begnügen will, bloß eine traditionelle Anſicht nach- zusprechen, das Problem von neuem ſorgfältig zu prüfen. Mag es ſich auch herausstellen, daß Halévy nicht in allen Einzel- heiten Recht behält, ſo empfehlen ſich doch ſeine Haupttheſen, daß nämlich die babylonische Kultur ſemitischen Ursprunges und bisher noch kein stickháltiger Beweis für eine einstige ſumero-akkadische Sprache erbracht worden ſei. „Unter dieſen Umständen wird ein Verſuch, in dieſer Streitfrage eine unparteiische Entscheidung zu fällen, ſich etwa auf die folgenden Sätze beschränken müſſen: