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... What were the causes, why had esteemed, wealthy fellow countrymen suddenly become hated and ostracized beggars? It was economic causes of an unyielding force of nature, — a truly decisive moment had occurred, more poisonous and cutting than any other —: competition! For a millennium, the Jews had been in almost exclusive possession of European trade. But in the 12th century, as a result of the Crusades, through the stimulating connection with Italy and the Orient, a national merchant class had emerged in the new Germanic states, whose members everywhere, mostly under church patronage, formed guilds from which the Jews were naturally excluded. Immediately, these newly formed German merchant guilds began the fight against the long-established Jewish merchants, who were now suddenly demoted to "foreigners". The Jews were pushed out of wholesale trade, brutal force came into action in the most hideous form of medieval persecutions of the Jews. Everywhere a national merchant class first appears, on the Rhine, in southern France, in Venice, in England, hatred of the Jews also arises earliest. And towards the end of the 16th century, this process of dispossession is completed everywhere; the Jew has completely lost his significance as a trader, as a financier, is excluded from the colossal mercantile and capitalist upswing that he alone inaugurated, is plunged into the deepest material and spiritual humiliation. Then, after the Thirty Years' War, which had paralyzed the trade of the entire world but turned Germany into a desert, when the labor and prosperity of centuries were destroyed, the Jews appeared again on the scene. Pioneering work had to be done — and first as small retailers, gradually again as wholesalers, the Jews emerge; in Amsterdam, in Hamburg, in Frankfurt, everywhere we see them diligently at work. Later they created large-scale industrial enterprises, 51
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... Was waren die Ursachen, warum waren aus ange- sehenen, wohlhabenden Volksgenossen plötzlich verhasste und geächtete Bettler geworden? Wirtschaftliche Ursachen von unbeugsamer Natur- gewalt waren es, — ein ganz entscheidendes Moment war eingetreten, giftiger und schneidender als jedes andere —: die Konkurrenz! Ein Jahrtausend waren die Juden im nahezu ausschließ- lichen Besitz des europäischen Handels gewesen. Aber im 12. Jahrhundert war infolge der Kreuzzüge, durch die an- regende Verbindung mit Italien und dem Onent ein nationaler Handelsstand in den neuen germanischen Staaten entstanden, dessen Mitglieder sich überall, meist unterkirchlicher Patronanz, zu Gilden zusammen- fügten, von denen die Juden natürlich ausgeschlossen waren. Sofort beginnen diese neuentstandenen deutschen Kauf- mannsgremien den Kampf gegen die erbgesessenen jüdischen Kaufleute, die nun plötzlich zu „Fremden” deklassiert wurden. Die Juden wurden vom Grosshandel abgedrängt, die brutale Gewalt tntt in der scheusslichsten Form der mittel- alterlichen Judenverfolgungen in Aktion. Ueberall, wo zuerst ein nationaler Kaufmannsstand auftntt, am Rhein, in Südfrankreich, in Venedig, in England, entsteht am frühesten auch der Judenhass. Und gegen Ende des 16. Jahrhunderts ist dieser Depossedierungsprozess überall vollendet, der Jude hat seine Bedeutung als Händler, als Geldmann gänz- lich verloren, ist ausgeschlossen von dem kolossalen merkan- tilen und kapitalistischen Aufschwung, den er allein inaugunert hat, ist in die tiefste matenelle und geistige Er- niedngung geschleudert. Als dann nach dem Dreissigjähngen Knege, der den Handel der ganzen Welt gelähmt, Deutschland aber zu einer Wüste gemacht hatte, die Arbeit und der Wohlstand von Jahrhunderten vemichtet waren, da erschienen die Juden wieder auf der Bildfläche. Pionierarbeit ist zu leisten — und zuerst als Kleinhändler, allmählich wieder als Grossisten tauchen die Juden auf; in Amsterdam, in Hamburg, in Frankfurt, überall sehen wir sie emsig an der Arbeit. Später schufen sie den gewerblichen Grossbetneb, 51