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later developed into the "servitude of the chamber," which pushed the Jews down to the level of serfs.
3. Judaism in the Later Middle Ages
The first persecutions of Jews in 1096 and 1146
The popes' striving for world dominion led to the long-lasting national disease of crusade fever, which, like a contagious epidemic, swept away hundreds of thousands. We think not only of the costly undertakings to the promised land, but also of the misery of the Children's Crusades and the horrific crusades against heretics. With the pious mingled adventurers, with fanaticism, licentiousness. Thus, in France and in some Rhenish cities, the accumulated resentment of the citizens against the usurious Jews was unleashed. At the beginning of the first and second crusades (1096 and 1146), bloody excesses occurred, which are not to be condoned, but were exaggerated by Jewish historians¹). Both times, the authorities intervened energetically to protect the Jews.
\¹) When stating the number of victims, two-digit numbers are made into four-digit ones.
The Race of Rome and Judah in the Hunt for Money
Competitors! The correspondence between Rome and Judah is astounding. We think of the gulf between clergy and laity, of the structure of the hierarchy with a High Priestly head. Judaism and the Papal Church formed a supranational state within a state with its own law, for which higher validity was demanded because of its "divine origin."
And the money? It appears as an irony of history that the effects of the Crusades were the exact opposite of the original intentions. Pope Gregory VII (1073 to 1085) had wanted to make a great monastery out of the whole world. But instead of fleeing the world, the joy in the earthly goods of the world grew, especially the appreciation of money. The Church itself was drawn into the dance around the Golden Calf. It was precisely the Papacy that, by accelerating the transition from a natural to a money economy through its general tax system, removed the previous inhibitions for Judaism and cleared the path for it to operate in its very own field.
The idea of the church's ban on interest still stems from non-capitalistic views, where it was considered improper for a Christian to demand a surcharge for borrowed money from a fellow Christian. Later, little attention was paid to this, and where conscientious Christians felt bound by the church's ban on interest, it became practically a privilege for the Jews.
The last centuries of the Middle Ages show us an unworthy race of Rome and Judah in the hunt for money. As the Temple in Jerusalem was in antiquity, so now the Roman Papal Church became a world bank. In the end, oppressed Christendom awaited the hero who, in the succession of Jesus, would drive the money-changers "out of my Father's house." – And the Jews? With the transition to a money economy, they were in their element and proved themselves to be trained financiers. To be sure, often enough "the sponge, when it had soaked itself full," was squeezed out by princes and cities; but in the shortest time, the loss was covered again. The need for luxury, increased by the Crusades, especially the costly ostentation of dress, brought customers to the Jews again and again; entire large estates were mortgaged to them. The usual interest or usury rate was 43.3%, but was often increased many times over.
The Expulsions of the Jews
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als Wohlthat gewährten Schutz später die "Kammerknechtschaft" entwickelte, welche die Juden zu Leibeigenen hinabdrückte. 3. Das Judentum im späteren Mittelalter Die ersten Judenverfolgungen 1096 und 1146 Das Weltherrschaftsstreben der Päpste führte zu der langen Volkskrankheit des Kreuzzugfiebers, das wie eine ansteckende Epidemie Hunderttauſende dahinraffte. Wir denken nicht nur an die verlustreichen Untemehmungen nach dem gelobten Land, ſondem auch an das Elend der Kinderkreuzzüge und an die entſetzlichen Ketzerkreuzzüge. Mit den Frommen mischten ſich Abenteurer, mit dem Fanatismus Zuchtloſigkeit. So entlud ſich in Frankreich und in einigen rheinischen Städten der aufgespeicherte Unwille der Bürger gegen die wuchenschen Juden. Es kam bei Beginn des ersten und des zweiten Kreuzzugs (1096 und 1146) zu blutigen Ausschreitungen, die nicht zu billigen ſind, aber von den jüdischen Geschichtsschreibem aufgebauscht wurden¹). Beide Male ist die Obngkeit energisch zum Schutz der Juden eingeschntten. ¹) Bei der Angabe der Opfer werden aus zweistelligen Zahlen vierstellige gemacht. Der Wettlauf Roms und Judas in der Jagd nach dem Geld Konkurrenten! Die Übereinstimmung zwischen Rom und Juda ist verblüffend. Wir denken an die Kluft zwischen Klerus und Laien, an den Aufbau der Hierarchie mit Hohepnesterlicher Spitze. Judentum und Papstkirche bildeten einen übervölkischen Staat im Staate mit eigenem Recht, für das wegen ſeines "göttlichen Ursprungs" höhere Geltung verlangt wurde. Und das Geld? Es erscheint wie eine Ironie der Geschichte, daß die Wirkungen der Kreuzzüge den ursprünglichen Abſichten genau entgegengesetzt waren. Der Papst Gregor VII. (1073 bis 1085) hatte aus der ganzen Welt ein großes Kloster machen wollen. Aber statt der Weltflucht wuchs die Freude an den irdischen Gütem der Welt, beſonders die Wertschätzung des Geldes. Die Kirche ſelbst wurde mit hineingenſſen in den Tanz um das Goldene Kalb. Gerade das Papsttum hat, indem es durch ſein allgemeines Steuerſystem den Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft beschleunigte, für das Judentum die biſhengen Hemmungen beſeitigt und die Bahn freigemacht, um ſich auf ſeinem ureigensten Gebiet zu betätigen. Der Gedanke des kirchlichen Zinsverbotes stamt noch aus nichtkapitalistischen Anschauungen, wo man es für unanständig hielt, daß ein Chnst von einem Mitchnsten einen Aufschlag für geliehenes Geld forderte. Später kümmerte man ſich wenig darum, und wo gewiſſenhafte Chnsten ſich an das kirchliche Zinsverbot gebunden fühlten, wurde es geradezu eine Bevorzugung der Juden. Die letzten Jahrhunderte des Mittelalters zeigen uns einen unwürdigen Wettlauf Roms und Judas in der Jagd nach dem Geld. Wie im Altertum der Tempel zu Jeruſalem, ſo wurde jetzt die römische Papstkirche zu einem Welt-Bankhaus. Zuletzt harrte die gedrückte Chnstenheit des Helden, der in der Nachfolge Jeſu die Wechſler "aus meines Vaters Hauſe" jagte. – Und die Juden? Bei dem Übergang zur Geldwirtschaft lebten ſie in ihrem Element und bewährten ſich als geschulte Finanzleute. Wohl wurde oft genug "der Schwamm, wenn er ſich voll geſogen hatte", von Fürsten und Städten ausgepreßt; aber in kürzester Zeit war der Verlust wieder gedeckt. Das durch die Kreuzzüge gesteigerte Luxusbedürfnis, beſonders der kostspielige Kleiderprunk, führte den Juden immer wieder Kunden zu; ganze Großgüter wurden ihnen verpfändet. Der übliche Zins- bzw. Wucherſatz war 43,3 %, wurde aber oft um das Mehrfache gesteigert. Die Judenausweiſungen - 44 -