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is missing from the first edition, Langbehn dealt with Judaism. He says about it:
“The Jewish character, which so gladly sympathizes with Emile Zola, is, like him, completely opposite to the purely German essence of a Walther von der Vogelweide, Dürer, Mozart; if the German wants to turn to these, he must turn away from that one; whether he be a child like Mozart or a man like Bismarck, he always remains the antipode of the Jews. This unbridgeable gulf between both races is the ‘given quantity’ from which a permanent regulation of their relationship to one another must proceed.”
Other researchers and writers dealt with the Jewish question even more than Wahrmund and Langbehn from a racial standpoint. However, in the years in question here, i.e., from about 1860–1890, racial research had not yet progressed beyond its beginnings. Chamberlain’s famous work on the “Foundations of the Nineteenth Century” was not published until 1899.
In belletristic literature, the insights of Treitschke, Dühring, Lagarde, and their predecessors found only slight reflection. Strictly speaking, there are only four books of importance in which serious attention is drawn to the Jewish question: Freytag’s merchant novel “Debit and Credit,” the popular writing of the Upper Hessian pastor O. Glaubrecht, “The People and Their Drivers,” Wilhelm Raabe’s “Hunger Pastor,” and the “Büttnerbauer” by Wilhelm von Polenz! Freytag contrasts the budding German merchant Anton Wohlfahrt with the driven Jew Veitel Itzig and shows how profoundly the two differ from one another in their world of feelings and thoughts. Similarly, Raabe depicts in the “Hunger Pastor” the difference in the philosophy of life between the German Hans Unwirsch on the one hand, and the Jew Moses Freudenstein on the other. Raabe puts these characteristic words into his mouth:
“I have a right to be a German only where it pleases me, and the right to give up this honor at any moment I choose. We Jews are, after all, the true cosmopolitans, the citizens of the world by the grace of God or, if you will, by the disgrace of God. – For centuries this exceptional position had its great inconveniences for us; but now the most pleasant sides of this relationship are beginning to come to light. We can stand calmly while you rush about, torment and worry yourselves. The successes that you win, you achieve for us; your defeats need not concern us. – We are passengers on your ship, which is sailing towards the ideal of the best state; but if the barque sinks, only you will drown; we have our life preservers and float merrily and safely among the ruins.”
This was written – mind you – not after the World War, but in 1863. Raabe also describes prophetically in his “Hunger Pastor” the nature and activity of Jewish literati. The Maximilian Hardens, Emil Ludwig Siegfried Jacobsohns, Alfred Kerrs, Kurt Tucholskys, etc., are one and all sons of Moses Freudenstein.
Glaubrecht and Wilhelm von Polenz show the pernicious usury of the rural Jews. The effect of the numerous books and writings that dealt with the problem of Judaism in the years 1880, 1890, or 1895 was not very significant. It did not extend far beyond the educated class. Even then, the press was largely in the hands of Jews; and they generally did not enter into discussions with the opponents of Jews, but simply silenced their writings by ignoring them. The newspaper reader, who was accustomed to satisfying his intellectual needs only from his favorite paper, learned nothing at all about the existence of a Jewish question. 316
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in der ersten Auflage fehlt, beschäftigte sich Langbehn mit dem Judentum. Er sagt darüber: „Der jüdische Charakter, der so gem mit Emile Zola sympathisiert, ist wie dieser, dem rein deutschen Wesen eines Walther von der Vogelweide, Dürer, Mozart völlig entgegengesetzt; will der Deutsche sich zu diesem zu-, so muß er sich jenem abwenden; mag er Kind wie Mozart oder Mann wie Bismarck sein, immer bleibt er der Antipode der Juden. Diese unüberbrückbare Kluft zwischen beiden Rassen ist die ‚gegebene Größe‘, von der eine dauemde Regelung ihres Verhältnisses zueinander ausgehen muß.“ Andere Forscher und Schnftsteller behandelten die Judenfrage noch mehr als Wahrmund und Langbehn vom Rassenstandpunkt aus. Doch war in den Jahren, um die es sich hier handelt, also etwa von 1860–1890, die Rassenforschung noch nicht über die Anfänge hinausgekommen. Chamberlains berühmtes Werk über die "Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts" erschien erst 1899. In der schönen Literatur fanden die Erkenntnisse von Treitschke, Dühnng, Lagarde und ihrer Vorgänger nur genngen Niederschlag. Eigentlich sind es nur vier Bücher von Bedeutung, in denen emstlich auf die Judenfrage aufmerksam gemacht wird: Freytags Kaufmannsroman "Soll und Haben", die Volksschnft des oberhessischen Pfarrers O. Glaubrecht, "Das Volk und seine Treiber", Wilhelm Raabes "Hungerpastor" und der "Büttnerbauer" von Wilhelm von Polenz! Freytag stellt den werdenden deutschen Kaufmann Anton Wohlfahrt dem getnebenen Juden Veitel Itzig gegenüber und zeigt, wie abgrundtief die beiden in ihrer Gefühls- und Gedankenwelt voneinander abweichen. Ähnlich schildert Raabe im "Hungerpastor" die Verschiedenheit in der Lebensauffassung von dem deutschen Hans Unwirsch einerseits, dem Juden Moses Freudenstein andererseits. Raabe legt diesem die bezeichnenden Worte in den Mund: „Ich habe ein Recht, nur da ein Deutscher zu sein, wo es mir beliebt, und das Recht diese Ehre in jedem mir beliebigen Augenblick aufzugeben. Wir Juden sind doch die wahren Kosmopoliten, die Weltbürger von Gottes Gnaden oder, wenn du willst, von Gottes Ungnaden. – Durch Jahrhunderte hatte diese Ausnahmestellung ihre großen Unannehmlichkeiten für uns; jetzt aber fangen die angenehmsten Seiten dieses Verhältnisses an, zutage zu treten. Wir können ruhig stehen, während ihr euch abhetzt, quält und ängstet. Die Erfolge, welche ihr gewinnt, ernngt ihr für uns, eure Niederlagen brauchen uns nicht zu kümmem. – Wir sind Passagiere auf eurem Schiff, das nach dem Ideal des besten Staates steuert; aber wenn die Barke scheitert, so ertnnkt nur ihr; wir haben unsere Schwimmgürtel und schaukeln lustig und wohlbehalten unter Trümmem.“ Das wurde – wohlgemerkt – nicht nach dem Weltknege, sondem 1863 geschneben. Raabe schildert auch in seinem "Hungerpastor" vorahnend die Art und die Tätigkeit des jüdischen Literatentums. Die Maximilian Harden, Eotnil Ludwig Siegfned Jacobsohn, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky usw. sind samt und sonders Söhne von Moses Freudenstein. Glaubrecht und Wilhelm von Polenz zeigen das verderbliche Wuchem der Landjuden. Die Wirkung der zahlreichen Bücher und Schnften, die sich in den Jahren 1880, 1890 oder 1895 mit dem Problem des Judentums befaßten, war nicht sehr erheblich. Über die Schicht der Gebildeten reichte sie nicht weit hinaus. Schon damals war die Presse zum großen Teil in Händen von Juden; und diese ließen sich im allgemeinen nicht in Diskussionen mit den Judengegnem ein, sondem schwiegen deren Schnften einfach tot. Der Zeitungsleser, der seine geistigen Bedürfnisse nur aus seinem Leib- und Magenblatt zu decken pflegte, erfuhr von dem Vorhandensein einer Judenfrage überhaupt nichts. - 316 -