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It brought the Jews the so-called emancipation. The last remnants of a certain restriction, however, only fell on July 3, 1869.
An anti-Jewish current was latent in the educated classes of Germany throughout the last century. This can be traced precisely through the writings and speeches of Fichte, Arndt, Dingelstedt, Hoffmann von Fallersleben, Ludwig Feuerbach, Grillparzer, Schopenhauer, Richard Wagner, Franz Liszt, Wolfgang Menzel, and also of Bismarck and Moltke. The current became temporarily particularly strong when Börne and Heine were active and created supporters and opponents for themselves and their ideas.
The aversion intensified as the consequences of Jewish emancipation became more and more apparent. But most writers and scholars who dealt with the Jewish question did so rather casually and more from feeling than on the basis of careful observations. The first writer who grasped the problem more deeply was Heinrich Nordmann, who under the pseudonym H. Naudh published the capable work "The Jews and the German State" in 1861. He already pointed out clearly the dangers that arise for their host peoples from the otherness of the Jews: "The world of the Jew revolves around material advantage. He tests his God against profit, he tests him for profit, and he obeys him for the sake of profit. His religion is the religion of advantage. Nowhere in it is a higher point of view to be found. The world did not call on him to bring himself into harmony with it, but only to use it."
The philosopher Eugen Dühring addressed the problem just as thoroughly in his work: "The Jewish Question as a Question of Racial Harmfulness." He says: "A society united only in the most pronounced selfishness against others must turn outwards and seek material for its greed there. The Roman conquered the world; the Jew, however, sought to acquire its possessions through stealth. This explains the preference for all business activities in which it is less the work than the commercial appropriation and, if possible, cheating that has its scope. It is not any external hindrance that keeps the Jews permanently away from agriculture and crafts. Their innermost disposition, which in turn is connected to the core of their being, the chosen selfishness, has always pointed them and will always point them to types of livelihood in which the instinct for appropriation is a more lucrative dowry than conscience."
The university professor and historian Heinrich von Treitschke had a particular effect on the youth. With his characteristic fearlessness, he dared to write in the "Prussian Yearbooks" in 1879: "One should read the history of the Jews by Graetz: what fanatical rage precisely against the 'hereditary enemy,' Christianity, what mortal hatred precisely against the purest and most powerful representatives of the Germanic being, from Luther down to Goethe and Fichte. And what lofty, insulting self-overestimation! — Most dangerous, however, is the cheap predominance of Judaism in the daily press. — For decades, public opinion in many German cities was 'made' mostly by Jewish pens; it was a misfortune for the liberal party (to which Treitschke himself belonged! the author) and one of the reasons for its decline that its press in particular granted Judaism far too much leeway."
Otto Glagau wrote in 1876 about the "Stock Exchange and Incorporation Swindle in Berlin." In his sensational essays, which first appeared in the "Gartenlaube" and were then published as separate works, he said: "Not only in Berlin, Vienna, Frankfurt a. M., not only in Germany and Austria-Hungary are nine-tenths of the stockbrokers Jews or baptized Jews, respectively; Jews also dominate the stock exchanges of London and Paris;"
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bekannten Ausbruch führt. Sie brachte den Juden die sogenannte Emanzipation. Die letzten Reste einer gewissen Beschränkung fielen allerdings erst am 3. Juli 1869. Eine antijüdische Strömung war im ganzen vongen Jahrhundert in den gebildeten Schichten Deutschlands latent. Es läßt sich das an der Hand der Schnften und Reden von Fichte, Amdt, Dingelstedt, Hoffmann von Fallersleben, Ludwig Feuerbach, Gnllparzer, Schopenhauer, Richard Wagner, Franz Liszt, Wolfgang Menzel, auch von Bismarck und Moltke, genau verfolgen. Die Strömung wurde vorübergehend besonders stark, als Böme und Heine wirkten und sich und ihren Ideen Anhänger- und Gegner schufen. Die Abneigung verstärkte sich, als sich die Folgen der Judenemanzipation mehr und mehr zeigten. Aber die meisten Schnftsteller und Gelehrten, die sich mit der Judenfrage auseinandersetzten, taten dies so beiläufig und mehr aus dem Gefühl heraus, als auf Grund sorgfältiger Feststellungen. Der erste Schnftsteller, der das Problem tiefer erfaßte, war Heinnch Nordmann, der unter dem Pseudonym H. Naudh im Jahre 1861 die tüchtige Schnft „Die Juden und der deutsche Staat“ herausgab. Er wies dann schon deutlich auf die Gefahren hin, die sich aus dem Anderssein der Juden für ihre Wirtsvölker ergeben: „Um den matenellen Vorteil dreht sich die Welt des Juden. Auf den Profit prüft er seinen Gott gestellt, auf den Profit prüft er ihn, und wegen des Profites gehorcht er ihm. Seine Religion ist die Religion des Vorteils. Nirgends findet sich in derselben ein höherer Gesichtspunkt. Die Welt forderte ihn nicht auf, sich mit ihr in Einklang zu setzen, sondem nur, sie zu benutzen.“ Ebenso gründlich faßte der Philosoph Eugen Dühnng das Problem an in seiner Schnft: „Die Judenfrage als Frage der Rassenschädlichkeit“. Er sagt: „Eine nur in der ausgeprägtesten Selbstsucht gegen andere einige Gesellschaft muß sich nach außen kehren und dort Stoff für ihre Gier suchen. Der Römer eroberte die Welt; die Jude aber suchte ihre Habe durch Erschleichen an sich zu bnngen. Hieraus erklärt sich die Vorliebe für alle geschäftlichen Tätigkeiten, bei denen weniger die Arbeit als die geschäftliche Aneignung und genebene Übervorteilung ihren Spielraum hat. Nicht irgendwelche äußere Hinderung ist es, was die Juden dauemd vom Landbau und Handwerk femhält. Ihre innerste Anlage, die wiederum mit dem Kem des Wesens, der auserwählten Selbstsucht zusammenhängt, hat sie stets und wird sie stets auf Erwerbsarten hinweisen, in denen mehr Aneignungstneb als Gewissen eine einträgliche Mitgift ist.“ Auf die Jugend wirkte besonders der Universitätsprofessor und Geschichtsschreiber Heinnch von Treitschke. In der ihm eigenen Furchtlosigkeit wagte er im Jahre 1879 in den „Preußischen Jahrbüchem“ zu schreiben: „Man lese die Geschichte der Juden von Graetz: welche fanatische Wut gerade den ‚Erbfeind‘, das Chnstentum, welcher Todeshaß gerade wider die reinsten und mächtigsten Vertreter germanischen Wesens, von Luther bis herab auf Goethe und Fichte. Und welche hohe, beleidigende Selbstüberschätzung! — Am gefährlichsten aber wirkt das billige Übergewicht des Judentums in der Tagespresse. — Jahrzehntelang wurde die öffentliche Meinung in vielen deutschen Städten zumeist durch jüdische Fedem ‚gemacht‘; es war ein Unglück für die liberale Partei (der Treitschke selber angehörte! der Verfasser) und einer der Gründe ihres Verfalls, daß gerade ihre Presse dem Judentum einen viel zu großen Spielraum gewährte.“ Otto Glagau schneb im Jahre 1876 über den „Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin“. In seinen Aufsehen erregenden Aufsätzen, die zuerst in der „Gartenlaube“ erschienen und dann als besondere Schnften herauskamen, sagte er: „Nicht nur in Berlin, Wien, Frankfurt a. M., nicht nur in Deutschland und Österreich-Ungam sind die Börsianer zu neun Zehntel Juden resp. getaufte Juden; auch an den Börsen von London und Pans dominieren die Juden; - 314 -