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- 4/20/1813. Jews may neither be promised nor be paid higher interest rates than those allowed to merchants.
- 12/4/1892. They shall furthermore not be admitted to academic teaching and school offices.
- 3/11/1829. Transfer of jurisdiction over the Jews in Berlin to the city court there.
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- Jews cannot be elected to the positions of mayor and lord mayor.
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- Jews cannot participate as members of the magistrate in deliberations on church and school affairs.
- 9/20/1836. Elimination of the imbalances in the districts of Paderborn, Büren, Warburg, and Höxter that arose from the settlement of Jews in the countryside and their dealings with the rural peasant population.
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- Jews cannot be elected as community leaders in the province of Westphalia.
- 7/23/1845. Jews cannot be elected as community leaders in the Rhine Province.
- 12/31/1845. General military duty for Jews.
- 7/23/1847. In view of the duty to give testimony under oath and the credibility to be accorded to this testimony, no distinction shall be made between Jews and the other subjects.
It is unnecessary to elaborate that all the restrictions that had to be imposed over time became necessary because untenable conditions soon developed. Of particular importance is the royal decree cited under No. 8, which sought to curb Jewish trafficking in peasant land by making the acquisition of land conditional on the Jews farming it themselves and with Jewish servants. This regulation was, however, repealed again in 1846.
Bismarck once took the floor on the Jewish question in the Prussian United Diet in 1847. This best illuminates the situation before the final decision of 1869. Bismarck said, among other things, the following:
“I am no enemy of the Jews... I grant them all rights, just not that of holding an office of authority in a Christian state... In those parts of the country where the Edict of 1812 is in force, the Jews, as far as I remember, lack no other right than that of holding offices of authority. They now lay claim to this; they demand to become district administrators, generals, ministers, and yes, under certain circumstances, even ministers of culture. I confess that I am full of prejudices; I have, as I said, imbibed them with my mother's milk, and I cannot manage to argue them away; for when I imagine, as a representative of the sacred majesty of the king, a Jew opposite me whom I am supposed to obey, I must confess that I would feel deeply oppressed and humbled, that the cheerfulness and upright sense of honor with which I now strive to fulfill my duties to the state would desert me. I share these feelings with the mass of the lower strata of the people and am not ashamed of this company. Why the Jews have not succeeded over many centuries in gaining the sympathy of the population to a higher degree, I do not wish to investigate in detail...” 312
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3. 20.4.1813. Juden dürfen höhere als den Kaufleuten erlaubte Zinſen ſich weder versprechen noch zahlen laſſen. 4. 4.12.1892. Zu akademischen Lehr- und Schulämtem ſollen ſie femer nicht zugelaſſen werden. 5. 11.3.1829. Übergang der Genchtsbarfeit über die Juden in Berlin auf das Stadtgencht daſelbst. 6. 1831. Zu den Stellen der Bürgermeister und Oberbürgermeister können Juden nicht gewählt werden. 7. 1831. Juden können als Magisstratsmitglieder an der Beratung von kirchlichen und Schulangelegenheiten nicht teilnehmen. 8. 20.9.1836. Beſeitigung der in den Kreiſen Paderbom, Büren, Warburg und Höxter aus der Anſiedlung der Juden auf dem platten Lande und deren Verkehr mit den Landbewohnem bäuerlichen Standes entsprungenen Mißverhältniſſe. 9. 1841. Zu Gemeindevorstehem können Juden in der Provinz Westphalen nicht gewählt werden. 10. 23.7.1845. Zu Gemeindevorstehem können Juden in der Rheinprovinz nicht gewählt werden. 11. 31.12.1845. Allgemeine Militärpflicht der Juden. 12. 23.7.1847. In Anschauung der Pflicht zur Ablegung eidlicher Zeugniſſe und der dieſen Zeugniſſen beizulegender Glaubwürdigkeit ſoll zwischen den Juden und den übngen Untertanen kein Unterschied stattfinden. Es erübngt ſich, näher auszuführen, daß alle Einschränkungen, die im Laufe der Zeit erfolgen mußten, notwendig wurden, weil ſich alsbald unhaltbare Zustände entwickelten. Von beſonderer Bedeutung ist der unter Nr. 8 angeführte königliche Erlaß, der den jüdischen Schacher mit bäuerlichem Grundbeſitz dadurch einzudämmen ſuchte, daß er die Bedingung an den Erwerb von Landbeſitz knüpfte, daß die Juden ihn ſelbst und mit jüdischem Geſinde bewirtschaften ſollten. Dieſe Regelung wurde allerdings 1846 wieder auf gehoben. Bismarck hat 1847 im preußischen vereinigten Landtage einmal das Wort zur Judenfrage ergnffen. Hierdurch wird die Lage vor der endgültigen Entscheidung vom Jahre 1869 am besten beleuchtet. Bismarck ſagte unter anderem folgendes: „Ich bin kein Feind der Juden ... Ich gönne ihnen auch alle Rechte, nur nicht das, in einem chnftlichen Staate ein obngkeitliches Amt zu bekleiden ... In den Landesteilen, wo das Edikt von 1812 gilt, fehlen den Juden, ſoviel ich mich ennnere, keine anderen Rechte als dasjenige, obngkeitliche Ämter zu bekleiden. Dieſes nehmen ſie nun in Anspruch, ſie verlangen Landräte, Generale, Minister, ja unter Umständen auch Kultusminister zu werden. Ich gestehe ein, daß ich voller Vorurteile stecke, ich habe ſie, wie geſagt, mit der Muttermilch eingeſogen, und es will mir nicht gelingen, ſie wegzudisputieren; denn wenn ich mir als Repräſentanten der geheiligten Majestät des Königs gegenüber einen Juden denke, dem ich gehorchen ſoll, ſo muß ich bekennen, daß ich mich tief niedergedrückt und gebeugt fühlen würde, daß mich die Freudigkeit und das aufrechte Ehrgefühl verlaſſen würden, mit welchem ich jetzt meine Pflichten gegen den Staat zu erfüllen bemüht bin. Ich teile dieſe Empfindungen mit der Maſſe der niederen Schichten des Volkes und schäme mich dieſer Geſellschaft nicht. Warum es den Juden nicht gelungen ist, in vielen Jahrhunderten ſich die Sympathie der Bevölkerung in höherem Grade zu verschaffen, das will ich nicht genau unterſuchen ... “ - 312 -