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On the History of German Anti-Judaism
I. The anti-Jewish defense movement
1. The emergence of the anti-Jewish movement
Wherever Jews have appeared in the world, they have managed to quickly generate a hostile mood against themselves, which was previously designated with the inaccurate slogan “Anti-Semitism”¹) but is now more correctly called “Anti-Judaism.” (Compare the section “Anti-Judaism” on p. 539.) The term “Anti-Semitism” is incorrect insofar as the defense is directed against the Jews and not against the Semitic peoples who do not belong to Judaism. The anti-Jewish sentiment is also called “emotional anti-Semitism.” This original form of anti-Judaism is the natural response to the conceit, arrogance, and boundless immodesty of the Jews, to their insolent, conspicuous, and indecent demeanor, and to their dishonorable, fraudulent, money-grubbing, and undignified behavior. “Anti-Semitism” has always been provoked as a defense by the Jews themselves, but not only by individual Jews. It is known that the individual Jew, despite perhaps a hundredfold proven wickedness, is always excused and defended; in contrast, it was the corporate appearance of Jews that demonstrated the intolerability of this foreign-blooded society (as a “foreign body”), apart from the accumulation of scandalous individual cases. Otherwise, it is inexplicable that an anti-Jewish movement developed out of “emotional anti-Semitism.”
*) First used in 1879 by Wilhelm Marr, who was of Jewish descent.
Judaism has always tried to resolve anti-Judaism by portraying the undeniably serious violations of law, order, and morality as the actions of individuals. The cheap and witless phrase “there are also decent Jews,” however, probably only speaks against the Jews.
From this entire situation, an anti-Jewish movement had to arise the moment the Jews were given all freedoms and rights. In barely 60 years since the Jewish emancipation, Judaism had succeeded in tearing down the last barriers. One must consider that a group of people of foreign stock was suddenly accepted into the citizenry, without them having acquired any special merits for their host nation, without any external or internal compulsion, purely out of liberal doctrine. On the contrary, experiences with Judaism were available which, if evaluated impartially, could never have led to the law of July 3, 1869, which abolished all remaining restrictions on civil rights.
A few historical dates on the laws that became necessary over time are listed here:
- 3/11/1812. General provisions on the civil status of Jews in the Prussian state.
- 3/11/1812. Jews can hold academic teaching and school offices, as well as municipal offices (see also No. 4).
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Zur Geschichte des deutschen Antijudaismus I. Die antijüdische Abwehrbewegung 1. Das Entstehen der antijüdischen Bewegung Wo immer Juden in der Welt aufgetreten find, haben ſie es verstanden, binnen kurzem eine feindliche Stimmung gegen ſich zu erzeugen, die man bisher mit dem unzutreffenden Schlagwort „Antisemitismus“¹) bezeichnete, jetzt jedoch nchtiger „Antijudaismus“ nennt. (Vergleiche hierzu den Abschnitt „Antijudaismus“ S. 539.) Die Bezeichnung „Antisemitismus“ ist inſofem unnchtig, als ſich die Abwehr gegen die Juden und nicht gegen die ſemitischen Völker nchtet, die nicht zum Judentum gehören. Die judenfeindliche Stimmung nennt man auch „Gefühlsantisemitismus“. Dieſe ursprüngliche Form des Antijudaismus ist die ſelbstverständliche Antwort auf die Einbildung, Anmaßung und grenzenloſe Unbescheidenheit der Juden, auf ihr freches, auffälliges und unanständiges Auftreten und auf ihr unchrenhaftes, betrügensches, geldgienges und würdeloſes Verhalten. Stets ist der „Antisemitismus“ als Gegenwehr von den Juden ſelbst hervorgerufen aber nicht nur von einzelnen Juden. Es ist bekannt, daß der einzelne Jude trotz vielleicht hundertfach bewieſener Schlechtigkeiten stets entschuldigt und in Schutz genommen wird; dagegen hat erst das korporative Auftreten von Juden die Unerträglichkeit dieſer fremdstämmigen Geſellschaft (als „Fremdkörper“) nachgewieſen, abgeſehen von der Häufung ſkandalöſer Einzelfälle. Anders ist es auch gar nicht zu erklären, daß ſich aus dem „Gefühlsantisemitismus“ eine antijüdische Bewegung entwickelte. ¹) Zum erstenmal von dem Judenstämmling Wilhelm Marr 1879 angewandt. Das Judentum hat immer verſucht, den Antijudaismus dadurch zu erledigen, daß es die nicht fortzuleugnenden schweren Verstöße gegen Recht, Ordnung und Sittlichkeit als die Handlungen einzelner darstellte. Die billige und geistloſe Redenſart „es gibt auch anständige Juden“, spncht aber wohl doch nur gegen die Juden. Aus dieſer ganzen Sachlage heraus mußte eine antijüdische Bewegung in dem Augenblick entstehen, als den Juden alle Freiheiten und Rechte gegeben worden. Das Judentum hatte erreicht, daß in knapp 60 Jahren, ſeit der Judenemanzipation, die letzten Schranken niedergenſſen wurden. Man bedenke, daß eine fremdstämmige Menschengruppe plötzlich in den Staatsbürgerverband aufgenommen wurde, ohne daß dieſe ſich etwa beſondere Verdienste um ihr Wirtschaftsvolk erworben hätte, ohne daß ein äußerer oder innerer Zwang vorlag, lediglich aus der liberalen Doktnn heraus. Im Gegenteil lagen Erfahrungen über das Judentum vor, die unbeeinflußt gewertet, nie zu dem Geſetz vom 3. Juli 1869, das alle noch bestehenden Beschränkungen der bürgerlichen Rechte aufhob, hätten führen können. Einige wenige geschichtliche Daten über die Geſetze, die im Laufe der Zeit notwendig wurden, ſeien hier angeführt: 1. 11.3.1812. Allgemeine Bestimmungen über die bürgerlichen Verhältniſſe der Juden im preußischen Staate. 2. 11.3.1812, Juden können akademische Lehr- und Schul-, auch Gemeindeämter verwalten (ſiehe hierzu unter Nr.4). - 311 -