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let us be proud that a Marx, a Lassalle, a Singer, a Rosa Luxemburg, an Eisner, yes, a Haase, etc., are Jews; for they represent the ancient human soul of our tribe better, than any religious renewal could."
"Constantly and always, it is pointed out and proven from the Jewish side that all Jewish greats, who from Moses to Herzl thought and worked socialistically, had a historical impact, and that socialism actually lies only in the line of Jewish hopes, that all problems of socialism had their origin in Jewish scripture and their main representatives in Jewish minds, who sacrificed their lives like recently Rosa Luxemburg, Landauer, Eisner, and Leviné for it... Socialism is a Jewish idea, the Jewish optimism, the old idea of development, the social revaluation of values, of property and income, the brotherhood of mankind—is this not the best of the best that the prophets have given us?" "Neue jüdische Monatshefte", issue 19/20, July 1919. The Jew as Capitalist "The German Jews are mainly in the most pronounced capitalist zone— if we may say so—active. They are merchants, for whom capital is the lifeblood ... Only in the last decade has a change occurred here as well. We find him (the Jew) in the large enterprises, e.g., A.E.G., the major banks, in individual factories (Orenstein & Koppel), etc., everywhere where he, as a Jew, does not seem to be exposed to too much disregard and where he can attain better positions... It is different for the merchant. For him, capital is the source of his existence. It gives him goods, credit, turnover, earnings, life. For the merchant of goods, money means livelihood, security, future. Therefore, no class is so filled with the holy hunger for gold... That is why the Jewish middle class is internally chained in the strongest way to all the dark sides of capitalism. Daily and hourly he wrestles with capital, seeks to exploit the economic situation, the wages, in order not to lose his best means of production... He (the Jew) is only the most radical, conscious representative of the capitalist system, who breaks through it most rarely and makes himself most the master or slave of capitalism. Dr. Felix A. Theilhaber in the "Neue jüdische Monatshefte", issue 19/20, 1919, pp. 407 f. Ahasuerus, the Homeless One "The Jew is not German, never was completely, not even the most assimilated one. Just as the man is not the woman. They live together, have a common household, sleep together, believe they know each other, stand up for each other and for the same thing, they probably become similar over the decades, but in the end, each goes his own way, has his own thoughts, his own feelings, his own disposition... No, today I clearly recognize, the German Jew has always had two homelands, a dual homeland, an ancient imaginary one, which he, whether he was conscious of it or not, carried within himself..." Georg Hermann in the "Neue jüdische Monatshefte", 1919, p. 401. "Since the difference between him (the 'American of the Jewish faith') and his fellow citizens is so small in theory, it should be the same in practice. But the opposite is true. Our American friend of the Jewish faith may be blond and straight-nosed, he may resemble the majority admirably in language and demeanor, he may have a son at Harvard and a daughter at Vassar, he may have changed his name. But when he presides at his table, Lewinsky and Rosenfeld will be the guests; at his table in the breakfast club (we may well take him for a merchant or
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seien wir doch stolz darauf, daß ein Marx, ein Lassalle, ein Singer, eine Rosa Luxemburg, ein Eisner, ja ein Haase usw. Juden sind; denn sie repräsentieren die uralte menschliche Seele unseres Stammes besser, als das irgendeine Religionsemeuerung vermochte." „Stets und ständig wird gerade von jüdischer Seite auf die geschichtliche Auswirkung aller jüdischen Größen, die von Moses bis Herzl sozialistisch gedacht und gearbeitet haben, hingewiesen und bewiesen, daß Sozialismus eigentlich nur in der Linie der jüdischen Hoffnungen liege, daß alle Probleme des Sozialismus ihren Urgrund im jüdischen Schnfttum und die Hauptrepräsentanten in jüdischen Köpfen besaßen, die ihr Leben wie jüngst Rosa Luxemburg, Landauer, Eisner und Leviné dafür opferten ... Sozialismus ist eine jüdische Idee, der jüdische Optimismus, der alte Entwicklungsgedanke, die soziale Umwertung der Werte, des Besitzes und des Einkommens, die Menschheitsverbrüderung - ist das nicht das Beste vom Besten, was uns die Propheten gegeben?" „Neue jüdische Monatshefte", Heft 19/20, Juli 1919. Der Jude als Kapitalist „Die deutschen Juden sind in der Hauptsache in der ausgeprägtesten kapitalistischen Zone - wenn wir so sagen dürfen - tätig. Sie sind Kaufleute, denen das Kapital den Lebensnerv gibt ... Erst in dem letzten Jahrzehnt hat auch hier eine Wandlung sich eingestellt. Wir finden ihn (den Juden) in den großen Betneben, z. B. der A.E.G., den Großbanken, in einzelnen Fabnken (Orenstein & Koppel) usw., überall da, wo er als Jude keiner zu starken Zurücksetzung ausgesetzt zu sein scheint und wo er zu besseren Posten gelangen kann ... Anders der Kaufmann. Kapital ist bei ihm die Quelle seiner Existenz. Sie gibt ihm Ware, Kredit, Umsatz, Verdienst, Leben. Geld heißt für den Warenhändler Auskommen, Sicherheit, Zukunft. Deshalb ist kein Stand so sehr von dem heiligen Hunger nach Gold erfüllt ... Darum ist der jüdische Mittelstand in starkster Weise an all die Schattenseiten des Kapitalismus innerlich gekettet. Täglich und stündlich nngt er mit dem Kapital, sucht die Konjunktur, die Arbeitslöhne auszunützen, um selbst seines besten Produktionsmittels nicht verlustig zu gehen ... Er (der Jude) ist nur der radikalste, bewußte Vertreter des kapitalistischen Systems, der es am seltensten durchbncht und sich am meisten zum Herm oder Sklaven des Kapitalismus macht. Dr. Felix A. Theilhaber in den „Neuen jüdischen Monatsheften", Heft 19/20, 1919, S. 407 f. Ahasver, der Heimatlose „Der Jude ist nicht Deutscher, war es nie ganz, auch der am meisten assimilierte nicht. Wie der Mann nicht die Frau ist. Sie leben zusammen, haben einen gemeinsamen Haushalt, schlafen zusammen, glauben sich auch zu kennen, treten füreinander und auch das gleiche ein, werden sich wohl auch mit den Jahrzehnten ähnlich, aber zum Schluß geht jeder seine eigenen Wege, hat seine eigenen Gedanken, sein eigenes Fühlen, seine eigene Veranlagung ... Nein, heute erkenne ich klar, der deutsche Jude hat von je zwei Heimatländer, von je eine Doppelheimat gehabt, eine uralte imaginäre, die er, ob er sich dessen bewußt war oder nicht, in sich selbst trug ... " Georg Hermann in den „Neuen jüdischen Monatsheften", 1919, S. 401. „Da der Unterschied zwischen ihm (dem 'Amenkaner jüdischen Glaubens') und seinen Mitbürgem in der Theone ein so kleiner ist, sollte es in der Praxis ebenso sein. Aber das Gegenteil ist nchtig. Unser amenkanischer Freund jüdischen Glaubens mag blond und geradnäßig sein, er mag in Sprache und Betragen der Mehrheit bewundemswürdig gleichen, er mag einen Sohn in Harvard und eine Tochter in Vassar haben, er mag seinen Namen geändert haben. Aber wenn er an seiner Tafel präsidiert, werden Lewinsky und Rosenfeld die Gäste sein; an seinem Tisch im Frühstücksklub (wir dürfen ihn wohl für einen Kaufmann oder - 297 -