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"Collected Works" were edited by Erich Schmidt (!) and Ernst Heilborn, yet even with him a certain caution is advised. Peter Altenberg (actually Richard Engländer from Vienna, 1859–1919) was presented as a natural genius, but Bartels is probably right when he simply calls him a show-off. Viktor Leon (actually Hirschfeld, born in Vienna, 1860) produced numerous opera and operetta librettos, comedies, folk plays: titles like "Phryne," "O diese Götter," "Der Bajazzo," "Modell," "Gebildete Menschen" speak clearly enough. A fairly well-known narrator was Hans Land (actually Hugo Landsberger, born in Berlin, 1861), who began with "Stiefkinder der Gesellschaft" and "Die am Wege sterben" – they are always very "social" at first, but then things change: "Amor Tyrannus," "Der neue Gott," "Bande!", a humorous novel, "Staatsanwalt Jordan," "Das Mädchen aus dem goldenen Westen," etc. Leo Leipziger (from Breslau, 1861–1922), as editor of a journal, afforded himself the pseudonym "Der Roland von Berlin" and wrote "Der wilde Meyer," "Die Ballhausanna," "Die neue Moral," etc.
There have always been attempts to elevate Ludwig Fulda (born in Frankfurt a. M., 1862) to the status of a true German poet, but they have not quite succeeded, although the poet was also nominated for the Schiller Prize for his "Talisman" and later admitted to the Prussian Academy of Arts. He certainly has a certain culture, but he lacks natural strength, and a poet cannot do without that. More talented than Fulda is Arthur Schnitzler (from Vienna, 1862–1931), a physician by profession, but from a German standpoint, many objections have always been raised against his Viennese drama with the "sweet girl" from the common people, and after his very questionable dialogues "Reigen," people have pretty much turned away from him. In the novel "Der Weg ins Freie," he approached the Jewish question, but not exactly with the courage of truth. – Konrad Alberti (actually Sittenfeld, from Breslau, 1862–1918), who wrote about Bettina von Arnim and Ludwig Börne and then attempted a Thomas Müntzer drama and a social novel, is already completely forgotten. Paul Block (born in Memel, 1862), who authored two novels and all sorts of dramatic works, including a festival play "Kaisertag," lived for a long time as a correspondent for the "Berliner Tageblatt" in Paris, which of course signifies the height of Jewish culture. Only very briefly mentioned here are Lothar Schmidt (actually Goldschmidt, from Sorau, 1862–1931), Heinrich Lee (actually Landsberger, from Hirschberg, 1862–1919), and Max Kempner-Hochstädt (from Breslau, 1863– 1934), who, despite "modern" efforts, did not achieve greater fame. Edmund Edel (born in Stolp, 1863) was also active as a caricature and poster artist and wrote the characteristic works "Der Snob" (novel, 1907), "Neu- Berlin," "Fritz, der Zeitgenosse, eine merkwürdige Geschichte," "Der gefährliche Alte," "Glashaus," "Der Tanznarr," "Mammon" (1922). – Alfred Nossig, born in Lemberg (born 1864), produced a "Programm des Weltsozialismus" (1921) and a whole series of dramas, among them "Der König von Zion," "Die Hochstapler," "Abarbanell." Arthur Pfungst (from Frankfurt a. M. 1864 to 1913) was heavily involved with the Society for Ethical Culture, wrote a boring epic "Laskaris," and translated the Englishman Edwin Arnold's "The Light of Asia." The Frankfurt professor Franz Oppenheimer (born in Berlin, 1864) has, besides a few dramas, authored a work on Liliencron and a fair amount of "Nationalökonomisches," "Freiland in Deutschland," "Der Staat," "Weltwirtschaft und Nationalwirtschaft," etc. – Karl Rößler (born in Vienna, 1864) became generally known for his comedy "Die fünf Frankfurter" (the Rothschilds) – one wonders that the German people put up with this stuff. Later, Rößler also wrote novels. Rudolf Lothar (real name Spitzer, born in Budapest, 1865) produced dramas, including "König Harlekin," the libretto for "Tiefland" for Eugen d'Albert, and works about drama and theater, "Das Wiener Burgtheater," "Adolf Sonnenthal." We also have from him a novel "Kurfürstendamm" and the books "Erotische Komödien" and "Die Kunst des Verführens." Max Osterberg-Verakoff (born in Fürth, 1865) wrote the Jewish
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„Gesammelte Werke“ Ench Schmidt (!) und Emst Heilbom herausgaben, doch ist auch ihm gegenüber eine gewisse Vorsicht geboten. Als Naturgenie wurde Peter Altenberg (eigentlich Richard Engländer aus Wien, 1859–1919) hingestellt, doch hat Bartels wohl Recht, wenn er ihn einfach als Mätzchenmacher bezeichnet. Viktor Leon (eigentlich Hirschfeld, aus Wien, 1860 geb.) gab zahlreiche Opem- und Operettentexte, Lustspiele, Volksstücke: Titel wie „Phryne“, „O diese Götter“, „Der Bajazzo“, „Modell“, „Gebildete Menschen“ sprechen ja deutlich genug. Ein ziemlich bekannter Erzähler wurde Hans Land (eigentlich Hugo Landsberger, aus Berlin, 1861 geb.), der mit „Stiefkinder der Gesellschaft“ und „Die am Wege sterben“ begann – ob sie sind anfangs immer sehr „sozial“, aber dann kommt’s anders: „Amor Tyrannus“, „Der neue Gott“, „Bande!“, humonstischer Roman, „Staatsanwalt Jordan“, „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ usw. Leo Leipziger (aus Breslau, 1861–1922) leistete sich als Herausgeber einer Zeitschnft das Pseudonym „Der Roland von Berlin“ und schneb „Der wilde Meyer“, „Die Ballhausanna“, „Die neue Moral“ usw. Zu einer wirklichen deutschen Dichtergröße hat man immer Ludwig Fulda (aus Frankfurt a. M., 1862 geb.) zu erheben versucht, aber es ist doch nicht so recht gelungen, obwohl der Dichter mit seinem „Talisman“ auch für den Schillerpreis vorgeschlagen und später in die preußische Dichterakademie aufgenommen wurde. Eine bestimmte Kultur hat er ja, aber es fehlt ihm an natürlicher Kraft, und ohne die geht es beim Dichter nicht. Begabter als Fulda ist Arthur Schnitzler (aus Wien, 1862–1931), von Beruf Arzt, aber es ist vom deutschen Standpunkt aus gegen sein Wiener Drama mit dem „süßen Mädel“ aus dem Volke immer viel eingewandt worden und nach seinen sehr bedenklichen Dialogen „Reigen“ hat man sich ziemlich allgemein von ihm abgekehrt. In dem Roman „Der Weg ins Freie“ ging er an die Judenfrage heran, aber nicht gerade mit dem Mut der Wahrheit. – Konrad Alberti (eigentlich Sittenfeld, aus Breslau, 1862–1918), der über Bettina von Amim und Ludwig Böme schneb und dann ein Thomas-Münzer-Drama und einen sozialen Roman versuchte, ist bereits ganz verschollen. Paul Block (aus Meinel, 1862 geb.), der zwei Romane und allerlei Dramatisches, u. a. ein Festspiel „Kaisertag“ verfaßt hat, lebte lange Zeit als Korrespondent des „Berliner Tageblatts“ in Pans, was ja die Höhe jüdischer Kultur bedeutet. Nur ganz flüchtig seien hier Lothar Schmidt (eigentlich Goldschmidt, aus Sorau, 1862–1931), Heinnch Lee (eigentlich Landsberger, aus Hirschberg, 1862–1919) und Max Kempner-Hochstädt (aus Breslau, 1863– 1934) genannt, die es trotz „modemer“ Bestrebungen doch nicht zu größerem Rufe gebracht haben. Edmund Edel (aus Stolp, 1863 geb.) betätigte sich auch als Kankaturen- und Plakatzeichner und schneb die charaktenstischen Werke „Der Snob“ (Roman, 1907), „Neu- Berlin“, „Fntz, der Zeitgenosse, eine merkwürdige Geschichte“, „Der gefährliche Alte“, „Glashaus“, „Der Tanznarr“, „Mammon“ (1922). – Der aus Lemberg gebürtige Alfred Nossig (geb. 1864) gab ein „Programm des Weltsozialismus“ (1921) und eine ganze Reihe Dramen, darunter „Der König von Zion“, „Die Hochstapler“, „Abarbanell“. Arthur Pfungst (aus Frankfurt a. M. 1864 bis 1913) war stark bei der Gesellschaft für ethische Kultur beteiligt, schneb ein langweiliges Epos „Laskans“ und übersetzte des Engländers Edwin Amold „Die Leuchte Asiens“. Der Frankfurter Professor Franz Oppenheimer (aus Berlin, 1864 geb.) hat außer einigen Dramen eine Schnft über Liliencron und ziemlich viel „Nationalökonomisches“, „Freiland in Deutschland“, „Der Staat“, „Weltwirtschaft und Nationalwirtschaft“ usw. verfaßt. – Karl Rößler (aus Wien, 1864 geb.) ward durch sein Lustspiel „Die fünf Frankfurter“ (die Rothschilds) allgemein bekannt – man wundert sich, daß sich das deutsche Volk den Kram gefallen ließ. Später hat Rößler auch Romane geschneben. Rudolf Lothar (eig. Spitzer, aus Budapest, 1865 geb.) hat Dramen, u. a. „König Harlekin“, den Text zum „Tiefland“ für Eugen d’Albert und Werke über das Drama und das Theater, „Das Wiener Burgtheater“, „Adolf Sonnenthral“, gegeben. Auch einen Roman „Kurfürstendamm“ und die Bücher „Erotische Komödien“ und „Die Kunst des Verführens“ haben wir von ihm. Max Osterberg-Verakoff (aus Fürth, 1865 geb.) schneb den jüdischen - 227 -