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was the son of the baptized Jewish court advocate and later minister Johann Nepomuk Berger and made it to director of the Hamburg Deutsches Schauspielhaus and then of the Vienna Hofburgtheater. His creative work is of little significance. One can also safely pass over the dramas and sketches of Heinrich Teweles (from Prague, 1856-1927). His work "Goethe und die Juden" caused something of a stir, but it is not reliable. Presented as significant poetry is "Der entfesselte Prometheus" by Siegfried Lipiner (from Jarosław in Galicia, 1856-1913). – Nietzsche calls its author a veritable genius, but the literary historians Eduard Engel and Paul Wiegler still know nothing of him. The founder of Zionism Theodor Herzl (from Budapest, 1860-1904) has characteristically, besides "Der Judenstaat" (1896) and "Altneuland," also written feuilletons and light comedies.
III.
As is known, in the mid-eighties of the last century, a storm and stress of the youngest Germany began. In it, although the movement grew from the German soul, the Jews are disproportionately heavily involved. Their power then grows even more mightily during the reign of Kaiser Wilhelm II. The so-called fin de siècle is decidedly Jewish, and immediately before the World War, although in the meantime the strong counter-movement of regional art and also a decidedly nationalistic one had emerged, one can speak directly of Jewish rule. The press, the stage, and also the book trade were now virtually in Jewish hands, and what, for example, the theater directors Oskar Blumenthal and Otto Brahm (from Hamburg, 1856-1912) and publishers like Samuel Fischer (born in Lipto Szent Miklos, Hungary, 1859) "achieved," one hardly needs to explain to our people. The typically Jewish feuilleton politician Maximilian Harden (actually Witkowski, from Berlin, 1861-1927) may also be mentioned here at once. A respectable mediocrity who posed as the "poet of the proletariat" was Leopold Jacoby (from Lauenburg in Pomerania, 1840-1895), and this designation also fits the poet and literary historian Eduard Engel (born in Stolp in Pomerania, 1851), of whom Adolf Bartels claims that he missed his true calling, that of an antiquarian. A very evil position in recent German history has been earned by the Berlin lawyer and dramatist Richard Grelling (from Berlin, 1853-1929), who published the work "J'accuse" during the World War. Theodor Loewe (from Vienna, 1855-1935), author of the "Geschichte des wackeren Leonhard Labesame" and the drama "Ein Königstreuer," made it to director of the United Theaters in Breslau. Very versatile was the activity of Jakob Löwenberg (from Niedertudorf near Paderborn, 1856-1929), who was director of a higher girls' school in Hamburg: he produced lyric poems, including "Lieder eines Semiten" and "Aus jüdischer Seele," various anthologies, the Hamburg tales "In Gängen und Höfen," novellas, including "Der gelbe Fleck," the novel "Aus zwei Quellen," two dramas, in 1916 the "Kriegstagebuch einer Mädchenschule," works on Frenssen and Liliencron. It is, after all, commendable when a Jew professes to be such and works honestly; of course, he cannot give us Germans much even then. Friedrich Adler (born in Amschelberg in Bohemia, 1857), not to be confused with the Stürgkh-murderer of the same name who was 20 years younger, has earned merits as a translator from Spanish and Czech. As Jewish "apologists," one could describe Albert Katz (born in Lodz, 1858), who wrote tales from the life of Jews in Poland and then works like "Die Seele des jüdischen Volkes," "Die Blutlüge," "Der wahre Talmudjude," etc., and Heinrich York-Steiner (born in Szenitz, Upper Hungary, 1859), who published the "Wiener Mode" and then, after various narrative works, authored the great work "Die Kunst, als Jude zu leben" (1928). Incidentally, we Germans still lack a work that deals thoroughly with Jewish defense writings. – Nor is Jakob Julius David (from Weißkirchen, Moravia, 1859-1906) one of the evil Jews, whose
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war der Sohn des getauften jüdischen Hofadvokaten und späteren Ministers Johann Nepomuk Berger und brachte es zum Direktor des Hamburger Deutschen Schauspielhauses und dann des Wiener Hofburgtheaters. Sein Schaffen ist wenig bedeutend. Auch an den Dramen und Skizzen von Heinnch Teweles (aus Prag, 1856-1927) kann man ruhig vorübergehen. Etwas Aufſehen machte ſeine Schnft „Goethe und die Juden“, die aber nicht zuverläſſig ist. Als bedeutende Dichtung wird „Der entfeſſelte Prometheus“ von Siegfned Lipiner (aus Jaroslau in Galizien, 1856-1913) hingestellt. – Nietzsche nennt ihren Verfaſſer ein ventables Genie, aber die Literaturhistonker Eduard Engel und Paul Wiegler wiſſen noch nichts von ihm. Der Begründer des Zionismus Theodor Herzl (aus Budapest, 1860-1904) hat bezeichnenderweiſe außer „Der Judenstaat“ (1896) und „Altneuland“ auch Feuilletons und leichte Lustspiele geschneben. III. Wie man weiß, ſetzte Mitte der achtziger Jahre des vongen Jahrhunderts ein Sturm und Drang des jüngsten Deutschlands ein. An ihm ſind, obgleich die Bewegung aus deutscher Seele erwuchs, die Juden verhältnißmäßig stark beteiligt. Ihre Macht wächst dann noch gewaltiger in der Regierungszeit Kaiſer Wilhelms II. Das ſogenannte fin de siède ist ausgesprochen jüdisch, und unmittelbar vor dem Weltkneg kann man, obgleich inzwischen die starke Gegenbewegung der Heimatkunst und auch eine entschieden nationalistische gekommen war, direkt von jüdischer Herrschaft reden. Die Preſſe, die Bühne und auch der Buchhandel waren nun geradezu in Judenhand, und was bespielſweiſe die Theaterleiter Oskar Blumenthal und Otto Bralim (aus Hamburg, 1856-1912) und Verleger wie Samuel Fischer (aus Lipto Szent Miklos, Ungam, 1859 geb.) „geleistet“ haben, braucht man den Unſeren ja kaum auſeinanderſetzen. Auch der typisch jüdische Feuilletonpolitiker Maximilian Harden (eigentlich Witkowſki, aus Berlin, 1861-1927) mag hier gleich genannt ſein. Eine brave Mittelmüßigkeit, die ſich als „Dichter des Proletanats“ aufspielte, war Leopold Jacoby (aus Lauenburg in Pommem, 1840-1895), und dieſe Bezeichnung paßt auch auf den Dichter und Literaturhistonker Eduard Engel (aus Stolp in Pommem, 1851 geb.), von dem Adolf Bartels behauptet, daß er ſeinen eigentlichen Beruf, den des Antiquars, verfehlt hätte. Eine ſehr üble Stellung in der neuesten deutschen Geschichte hat ſich der Berliner Rechtſanwalt und Dramatiker Richard Grelling (aus Berlin, 1853-1929) errungen, der während des Weltkneges die Schnft „J’accuſe“ veröffentlichte. Theodor Loewe (aus Wien, 1855-1935), Verfaſſer der „Geschichte des wackeren Leonhard Labesame“ und des Dramas „Ein Königstreuer“, brachte es zum Direktor der Vereinigten Theater in Breslau. Sehr vielſeitig war die Tätigkeit Jakob Löwenbergs (aus Niedertudorf bei Paderbom, 1856-1929), der Direktor einer höheren Töchterschule in Hamburg war: er gab lynsche Gedichte, u. a. „Lieder eines Semiten“ und „Aus jüdischer Seele“, verschiedene Anthologien, die Hamburger Erzählungen „In Gängen und Höfen“, Novellen, u. a. „Der gelbe Fleck“, den Roman „Aus zwei Quellen“ zwei Dramen, 1916 das „Knegstagebuch einer Mädchenschule“, Arbeiten über Frenſſen und Liliencron. Es ist ja immerhin anerkennenswert, wenn ſich ein Jude als ſolcher bekennt und ehrlich arbeitet; viel geben kann er uns Deutschen freilich auch dann nicht. Fnednch Adler (aus Amschelberg in Böhmen, 1857 geb.), nicht mit dem 20 Jahre jüngeren Stürgkh-Mörder gleichen Namens zu verwechſeln, hat ſich Verdienste als Überſetzer aus dem Spanischen und Tschechischen erworben. Als jüdische „Apologisten“ etwa könnte man Albert Katz (aus Lodz, 1858 geb.), der Erzählungen aus dem Leben der Juden in Polen und dann Werke wie „Die Seele des jüdischen Volkes“, „Die Blutlüge“, „Der wahre Talmudjude“ usw. schneb, und Heinnch York-Steiner (aus Szenitz, Oberungam, 1859 geb.), der die „Wiener Mode“ herausgab und dann nach allerlei Erzählendem das große Werk „Die Kunst, als Jude zu leben“ (1928) verfaßte, bezeichnen. Es fehlt, nebenbei bemerkt, uns Deutschen noch ein Werk, das ſich ganz gründlich mit den jüdischen Verteidigungsschnften befaßt. – Keiner von den böſen Juden ist auch Jakob Julius David (aus Weißkirchen, Mähren, 1859-1906), deſſen - 226 -