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Christians know that their truths have survived the torture chamber, the arena and the stake. But neither Christianity nor Judaism is required to wait passively until misfortune befalls them and the world. They both have the weapon of the word. They must use it together in their common cause, separately for their own different truths, if these are held to be fundamental." ("Der Stürmer" No. 28, 1935.)
Let us briefly take another look at the Protestantism of the present day in Germany. It, which decades ago wanted to be seen more or less as the national religion of the Germans, has been deeply shaken by the political upheaval. The struggle for the supposedly "new form" is not yet over, but one thing can already be said: Protestantism too will not get away from Yahweh and Judaism. It is a pitiful picture of inner conflict that Protestantism presents. There are diseases that one may fight with all means, one will not get rid of them until the diseased limb is removed, or else they perish with the body that they have infected and then destroyed. Pathetic are the countless attempts to want to separate Judaism from Christianity. The years 1933 to 1935 have in Germany sufficiently proven that this is a futile undertaking, however honest and well-intentioned the individual proponents of such views (like the "German Church") may certainly be. One need only point to one thing: Christianity lives on sin, on making the world, mankind, sinful. And this applies even more to Protestant Christianity than to Roman! The heritage of Augustine was faithfully propagated by the Augustinian monk from Wittenberg. That is why Christianity in its doctrine also begins with the theology of original sin, developed by Augustine and Paul. The consequences and punishments of original sin are remedied by means of baptism! But what if one wants to free Christianity from all Judaism? Logically, baptism would then also have to be dropped as meaningless, for man has only one original sin, which is that which may lie in his possibly corrupted blood and in his degeneration. None of the purifiers of Christianity, however, will ever be even slightly prepared to drop the doctrine of original sin and baptism, but with that the Jewish foundation is already given. But on original sin builds the entire doctrine of redemption, so what use is the undeniable recognition that Jesus knew nothing of infant baptism, that to him children appeared entirely pure and not in need of a new ritual measure of purification. Never and nowhere did he, not even according to the certainly very doubtful biblical reports, order infant baptism in order to lead young people to a spiritual perfection which they had hitherto lacked. From this one fact alone, the impossibility of all Germanization and de-Judaization measures with regard to Christianity becomes apparent.
Yet many of the Germanizers of Christianity did not and do not think of that at all. In the "Guidelines of the German Christians Faith Movement," as they were first drawn up by Dr. Wieneke, it is indeed explicitly emphasized that there is no thought of shaking the confessional foundations of the Protestant Church. These confessional foundations are rather to be preserved in their entirety forever. At the first Reich conference of the "German Christians," the then Church Minister Dr. Werner certainly also demanded purification: "The coming Reich Church will therefore have to make a clear confession to the Gospel, will have to adopt an unambiguous stance on the Old Testament and all those passages of the Bible that do not present themselves as a revelation of our Savior" ("Der Reichsbote," April 5, 1933).
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treu bleiben. Die Chnsten wiſſen, daß ihre Wahrheiten die Folterkammer überlebt haben, die Arena und den Scheiterhaufen. Aber weder vom Chnstentum noch vom Judentum wird es verlangt, daß ſie paſſiv warten ſollen, bis Unglück über ſie und die Welt hereinbncht. Sie haben beide die Waffe des Wortes. Sie müſſen ſie gemeinſam in ihrer gemeinſamen Sache gebrauchen, getrennt für ihre eigenen unterschiedlichen Wahrheiten, wenn dieſe für grundlegend gehalten werden." (Der "Stürmer" Nr. 28, 1935.) Werfen wir nochmals kurz einen Blick auf den Protestantismus der Gegenwart in Deutschland. Er, der noch vor Jahrzehnten mehr oder weniger als Nationalreligion der Deutschen angeſehen werden wollte, ist von dem politischen Umbruch zutiefst erschüttert worden. Noch ist das Ringen um die angeblich "neue Form" nicht abgeschloſſen, aber das eine läßt ſich schon jetzt ſagen: Auch der Protestantismus wird von Jahwe und dem Judentum nicht loskommen. Es ist ein jammervolles Bild der Zwiespältigkeit, das der Protestantismus darbietet. Es gibt Krankheiten, die man mit allen Mitteln bekämpfen mag, man wird ſie nicht los, bevor nicht das erkrankte Glied beſeitigt ist, oder aber ſie gehen unter mit dem Körper, den ſie befallen und dann zugrunde genchtet haben. Kläglich die unzähligen Verſuche, das Judentum aus dem Chnstentum ausscheiden zu wollen. Die Jahre 1933 bis 1935 haben in Deutschland wohl hinreichend bewiesen, daß dies ein vergebliches Unterfangen ist, ſo ſehr ehrlich und gut es auch die einzelnen Verfechter ſolcher Anschauungen (wie die "Deutschkirche") gewiß meinen mögen. Man darf nur auf eines hinweiſen: Das Chnstentum lebt von der Sünde, von Sündigmachung der Welt, der Menschen. Und das tnfft mehr noch als auf das römische auf das evangelische Chnstentum zu! Das Erbe des Augustinus hat ſich durch den Wittenberger Augustinermönch getreu weitergepflanzt. Darum beginnt auch das Chnstentum in ſeiner Lehre mit der von Augustinus und Paulus ausgestalteten Erbsündentheologie. Die Erbsündenfolgen und -strafen werden mittels der Taufe behoben! Was aber, wenn man das Chnstentum von allem Judentum befreien will? Logischerweiſe müßte dann auch die Taufe als ſinnlos fallen, denn der Mensch hat nur eine Erbsünde, das ist die, die in ſeinem etwa verdorbenen Blute und in ſeiner Entartung liegen kann. Keiner der Reiniger des Chnstentums wird aber jemals auch nur leiſe bereit ſein, Erbsündenlehre und Taufe fallen zu laſſen, damit ist aber die jüdische Grundlage bereits gegeben. Auf der Erbsünde baut aber die ganze Erlöſungslehre auf, was nützt da die unbestreitbare Erkenntnis, daß Jeſus von einer Kindertaufe nichts wußte, daß ihm vielmehr die Kinder durchaus rein und nicht einer neuen ntuellen Reinigungsmaßnahme bedürftig erschienen. Nie und nirgends hat er, nicht einmal nach den gewiß ſehr zweifelhaften Bibelbenchten, die Kindertaufe angeordnet, um junge Menschen einer ſeelischen Vollkommenheit zuzuführen, deren ſie bisher entbehrt hatten. Aus dieſer einen Tatſache ergibt ſich schon das Unmögliche aller Verdeutschungs- und Entjudungsmaßnah- men gegenüber dem Chnstentum. Doch viele der Verdeutscher des Chnstentums dachten und denken auch gar nicht daran. In den "Richtlinien der Glaubensbewegung Deutsche Chnsten", wie ſie zuerst von Dr. Wieneke aufgestellt wurden, wird ja ausdrücklich betont, daß man gar nicht daran denkt, an den Bekenntnisgrundlagen der evangelischen Kirche zu rütteln. Dieſe Bekenntnisgrundlagen ſollen vielmehr in ihrem ganzen Umfang für immer erhalten bleiben. Auf der ersten Reichstagung der "Deutschen Chnsten" hat der damalige Kirchenminister Dr. Wemer freilich auch Reinigung verlangt: "Die kommende Reichskirche wird daher ein klares Bekenntnis zum Evangelium ablegen müſſen, eine eindeutige Haltung zum Alten Testament und allen denjenigen Stellen der Bibel einzunehmen haben, die ſich nicht als Offenbarung unſeres Heilandes darstellen" (Der "Reichsbote", 5. Apnl 1933). - 169 -