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"I do not understand this agitation. No one who has listened to me can dare to claim that I have called on the Jews to leave their faith and accept Jesus' teaching. But the question remains, why should a Jew not be permitted to speak objectively about the teaching of a Galilean Jew, when it is a matter of reminding those peoples, who have accepted his dogma, that they display un-Christian behavior towards the Jews. It is sad that a Jew is not permitted to speak about Jesus, who lived in a completely Jewish environment and from out of Jewish teaching created his ethics for his time and for all time. This ethic of Christ is, after all, our weapon against all animosities and persecutions that we have to suffer from the Christian peoples."
Christianity as a weapon! Indeed, so it is. The Jew has a full right to be respected and protected by the Christians who are in the service of Yahweh, also their God! Oskar Levy confesses quite correctly in the preface to his 1920 book "The World Significance of the Russian Revolution":
"Judaism has conquered the universe through Christianity, which, as Disraeli showed long ago, is nothing but Judaism for the people" ("Judaism for the people").
H. J. Schoeps, editor of "Der Deutsche Vortrupp. Blätter einer Gefolgschaft deutscher Juden" (The German Vanguard. Papers of a Following of German Jews), writes in issue 5 of August 1934: "A tendency towards the chaotic and a will to order are two primal positions of man, which confront each other as paganism and Judaism again and again—even today. And Christianity, which has formed a pagan-Jewish amalgam here, stands always, when it strives to become institutional, entirely on the Jewish line. For whether the medieval sacral church commissions the German emperor with sword service for the Reich, whether Luther, with regard to the princes of his time, acts there according to the tertio usu legis, or whether Calvin's 'Institutio Vitae christianae' has to serve for the constitution of the Geneva city republic, it has always, in Christian-Western history, been a matter of adopting and realizing the Old Testament state constitution and Jewish social legislation."
From the Christian side, this is strongly emphasized, as far as the knowledge of God is concerned. In the "Blätter für Deutsches Christentum - Auf der Wacht" (Papers for German Christianity - On Guard), which are published by students of Professor Bornhausen, Breslau, an essay "An End to Semitology!" says: "And Brunner (meaning the Swiss theology professor) even has the courage, after having declared the Greek language to be much more of a hindrance to understanding salvation than the Hebrew, to assert in the most famously known, now defunct journal 'Zwischen den Zeiten': One must be an Israelite in order to know God. - ("Mitteilungen der Deutschen Glaubensbewegung" No. 11, 1934.)
Christian anti-Judaism in this or that form can therefore only be seen as ridiculous. Rather, it is only to be seen as a logical consequence of what has been presented above, when the London Jewish newspaper "The Jewish Chronicle" of April 26, 1935, writes: "Christianity and Judaism, since they are so attacked in their foundations, must stand or fall together. If Judaism were to be destroyed, Christianity would be greatly weakened. There is in fact no danger of such a complete catastrophe. The Jews have the assurance of their indestructibility, if they remain true
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"Ich verstehe diese Erregung nicht. Keiner, der mir zugehört hat, kann es wagen, zu behaupten, ich hätte die Juden aufgefordert, ihren Glauben zu verlassen und Jesu Lehre anzunehmen. Es bleibt aber die Frage, weshalb es einem Juden nicht gestattet sein soll, objektiv über die Lehre eines galiläischen Juden zu sprechen, wo es doch gilt, jene Völker, die sein Dogma angenommen haben, daran zu mahnen, daß sie gegenüber den Juden ein unchnstliches Benehmen an den Tag legen. Es ist traung, daß es einem Juden nicht gestattet sei, über Jesus, der in vollkommen jüdischer Umgebung gelebt hat und aus der jüdischen Lehre heraus seine Ethik für seine Zeit und für alle Zeiten geschaffen hat, zu sprechen. Diese Ethik Chnsti ist ja unsere Waffe gegen alle Anfeindungen und Verfolgungen, die wir durch die chnstlichen Völker zu erleiden haben." Das Chnstentum als Waffe! In der Tat, so ist es. Der Jude hat ein volles Recht darauf, von den Chnsten, die im Dienste Jahwes, auch ihres Gottes, stehen, geachtet und geschützt zu werden! Oskar Levy bekennt in der Vorrede zu seinem 1920 erschienenen Buche "The World Significance of the Russian Revolution" völlig nchtig: "Das Judentum hat das Universum erobert durch das Chnstentum, welches, wie Disraeli vor langer Zeit zeigte, nichts ist als Judentum fürs Volk" ("Judaism for the people"). H. J. Schoeps, Schnftleiter von "Der Deutsche Vortrupp. Blätter einer Gefolgschaft deutscher Juden", schreibt in Heft 5 vom August 1934: "Hang zum Chaotischen und Wille zur Ordnung sind zwei Urpositionen des Menschen, die sich als Heidentum und Judentum immer wieder - auch heute noch - gegenübertreten. Und das Chnstentum, das hier ein heidnisch-jüdisches Amalgam herausgebildet hat, steht immer dann, wenn es institutionell zu werden strebt, ganz auf der jüdischen Linie. Denn ob die mittelalterliche Sakralkirche den deutschen Kaiser mit dem Schwertdienst für das Reich beauftragt, ob Luther im Hinblick auf die Landesfürsten seiner Zeit da tertio usu legis handelt oder ob Calvins 'Institutio Vitae chnstionae' für die Verfassung der Genfer Stadtrepublik herhalten muß, noch immer hat es sich in der chnstlichabendländischen Geschichte um die Übemahme und Verwirklichung der alttestamentlichen Staatsverfassung und jüdischen Sozialgesetzgebung gehandelt." Von chnstlicher Seite wird das, soweit es sich um Gotterkenntnis handelt, noch stark unterstnchen. In den "Blättem für Deutsches Chnstentum - Auf der Wacht", die von Schülem Professor Bomhausens, Breslau, herausgegeben werden, heißt es in einem Aufsatz "Schluß mit der Semitologie!": "Und Brunner (gemeint ist der Schweizer Theologie-Professor) besitzt gar den Mut, nachdem er die gnechische Sprache für viel hinderlicher zum Verständnis des Heilandtums erklärt hat als die hebräische, in der rühmlichst bekannten, nunmehr eingegangenen Zeitschnft 'Zwischen den Zeiten' zu behaupten: Man muß Israelit sein, um Gott zu kennen. - ("Mitteilungen der Deutschen Glaubensbewegung" Nr. 11, 1934.) Chnstlicher Antijudaismus in dieser oder jener Form kann deswegen nur als Lächerlichkeit angesehen werden. Vielmehr ist es doch nur als eine logische Folgerung des im Vorausgegangenen Dargestellten anzusehen, wenn die Londoner jüdische Zeitung "The Jewish Chronide" vom 26. Apnl 1935 schreibt: "Das Chnstentum und das Judentum müssen, da sie so in ihren Grundlagen angegnffen werden, zusammen stehen oder fallen. Wenn das Judentum zerstört werden sollte, würde das Chnstentum sehr geschwächt. Es besteht in der Tat keine Gefahr für solche vollständige Katastrophe. Die Juden haben die Zusicherung ihrer Unvergänglichkeit, wenn sie sich selbst - 168 -