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always had kings from the tribe of Judah, which is why they were also called Jews. They had no foreign king before the time of Herod, who reigned when Christ was born (Luke 3:1). With Herod the foreign kings began. Before Herod, all were from the tribe of Judah, just until he came who was to be sent. But when the Lord Jesus Christ came, the kingdom of the Jews was destroyed and taken away from the Jews. Now they have no king, because they did not want to recognize the true king.
So see then, whether they are to be called Jews. You already see that this is not the case. They themselves have already renounced this name with a loud voice and declared themselves unworthy to be called Jews, except in the flesh. When did they renounce this name? At that time when they spoke against Christ and raged against him, that is, against the offspring of Judah, against the descendant of David. Pilate said to them: 'Shall I crucify your king?' And they: 'We have no king but Caesar' (John 19:15).
Oh you, who call yourselves Jews but are not: if you have no king but Caesar, then the scepter has already departed from Judah, and he has come who is to be sent. Thus it can be said much more truly that they are Jews who have converted from Judaism to Christianity: the other Jews, who do not believe in Christ, have themselves deserved to lose the name. The true Judaism is therefore the Church of Christ, which believes in that king who came from the tribe of Judah through the Virgin Mary, which believes in him of whom the Apostle says in his letter to Timothy: 'Remember that the Lord Jesus Christ, the offspring of David, has been raised from the dead.' For from Judah comes David, and from David the Lord Jesus Christ. We who believe in Jesus Christ belong to Judea, and we have known Christ, we who have not seen him with our eyes, but hold fast to him in faith.
So let the Jews, who are no longer Jews, cease to revile us, for it is they who declared: 'We have no king but Caesar.' If therefore God, who in Christ reconciled the world to himself, revealed himself to them (the Jews) and they crucified him because they did not recognize the God hidden in the flesh, then that Judea which is so called but is not, must step back. Let the true Judea step forward, to which it is said: 'Draw near to him and you will be enlightened, and your face will not be put to shame,' for it heard and believed, and the Church became the true Judea, where Christ is known, who as a man descends from the line of David, but as God stands above David."
(Translation according to the "Eucharistic League of Nations" published by the Jesuits, 8th year, no. 6.)
This view is therefore that of the Roman Church as well as that of orthodox Protestantism. When Reich Bishop Müller therefore declared to a press representative ("Süddeutsche Zeitung" No. 282, 1933): "Christianity was not born out of Judaism, but arose in the struggle against Judaism," Pastor von Löwenich (Confessing Front) in the "Fränkische Wacht" (Dec. 1, 1933) could, in contrast, accurately express the general opinion of his movement as follows:
"Luther translated the Old Testament with ardent effort. He wrote the defiant hymn of the mighty fortress based on an Old Testament psalm (46). He liked the psalms
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Show Original German Text
immer aus dem Stamme Juda Könige hatten, weshalb sie auch Juden genannt wurden. Sie hatten keinen fremdländischen König vor der Zeit des Herodes, der regierte, als Chnstus geboren wurde (Lukas 3, 1). Mit Herodes begannen die fremdländischen Könige. Vor Herodes waren alle aus dem Stamme Juda, solange eben bis der kam, der gesandt werden sollte. Als aber der Herr Jesus Chnstus kam, da wurde das Reich der Juden zerstört und von den Juden weggenommen. Jetzt haben sie keinen König mehr, weil sie den wahren König nicht anerkennen wollten. So seht denn, ob sie Juden zu nennen sind. Ihr seht schon, daß dies nicht der Fall ist. Sie selber haben schon mit lauter Stimme auf diesen Namen verzichtet und sich als unwürdig erklärt, Juden zu heißen, es sei denn dem Fleische nach. Wann haben sie sich denn von diesem Namen losgesagt? Damals, als sie gegen Chnstus redeten und gegen ihn, das ist gegen den Sprossen Judas, gegen den Abkömmling Davids wüteten. Pilatus sprach zu ihnen: 'Euren König soll ich kreuzigen?' Und sie: 'Wir haben keinen König außer dem Kaiser' (Joh. 19, 15). Oh ihr, die ihr euch Juden nennt, es aber nicht seid: wenn ihr keinen König habt außer dem Kaiser, dann ist ja das Scepter schon von Juda gewichen, und es ist der gekommen, der gesandt werden soll. Viel wahrer kann man also sagen daß die Juden sind, die vom Judentum zum Chnstentum übergetreten sind: die übngen Juden, die nicht an Chnstus glauben, haben selbst den Namen zu verlieren verdient. Das wahre Judentum ist demnach die Kirche Chnsti, die an jenen König glaubt, der aus dem Stamme Juda durch die Jungfrau Mana gekommen ist, die glaubt an den, von dem der Apostel in seinem Schreiben an Timotheus sagt: 'Denke daran, daß der Herr Jesus Chnstus, der Sproß Davids, von den Toten auferstanden ist.' Von Juda stammt nämlich David, und von David der Herr Jesus Chnstus. Wir, die wir an Jesus Chnstus glauben, gehören Judäa an, und wir haben Chnstus erkannt, die wir ihn mit den Augen nicht gesehen haben, aber im Glauben an ihn festhalten. So mögen denn die Juden, die ja keine Juden mehr sind, aufhören, uns zu schmähen, sind sie es doch, die erklärt haben: 'Wir haben keinen König mehr außer dem Kaiser.' Wenn also Gott, der in Chnstus die Welt mit sich versöhnt, sich ihnen (den Juden) geoffenbart hat und diese ihn deshalb gekreuzigt haben, weil sie den im Fleisch verborgenen Gott nicht erkannten, dann hat jenes Judäa, das so heißt, es aber nicht ist, zurückzutreten. Das wahre Judäa trete herzu, zu dem gesagt wird: 'Tretet hin zu ihm und ihr werdet erleuchtet und euer Antlitz wird nicht zuschanden werden', denn dieses hörte und glaubte, und die Kirche wurde das wahre Judäa, wo Chnstus bekannt ist, der als Mensch aus dem Geschlechte Davids stammt, als Gott aber über David steht." (Übersetzung nach dem von den Jesuiten herausgegebenen "Euchanstischen Völkerbund", 8. Jahrgang, Nr. 6.) Diese Auffassung ist also die der römischen Kirche ebenso wie die des orthodoxen Protestantismus. Wenn daher der Reichsbischof Müller einem Pressevertreter erklärte ("Süddeutsche Zeitung" Nr. 282, 1933): "Das Chnstentum ist nicht aus dem Judentum heraus geboren, sondem im Kampf gegen das Judentum entstanden", so konnte demgegenüber der Pfarrer von Löwenich (Bekenntnisfront) in der "Fränkischen Wacht" (1. Dez. 1933) als allgemeine Meinung seiner Richtung zutreffend zum Ausdruck bnngen: "Luther hat mit heißem Bemühen das Alte Testament übersetzt. Er hat das Trutzbild von der festen Burg nach einem alttestamentlichen Psalm (46) gedichtet. Er hat die Psalmen - 152 -